SkiO Austria Cup 3.Lauf & ÖSTM Sprint Dobratsch
11.Februar 2007
Am Sonntag 11.2. fand am Hausberg der Villacher, dem Dobratsch auf der sog. "Rosstratte" in etwa 1700m SH die österr. Ski-OL SprintMS + StaatsMS (+ WRE) für die Eliteklassen statt.
Durchführender Verein war der HSV Villach unter seinem Sektionsleiter Bernhard Lieber, der erstmals einen wichtigen ÖFOL-Bewerb mit Meisterschaftscharakter übernommen hatte.
Die wichtigsten offiziell bestellten Helfer waren: als TD Curt Maier, der im Gelände für korrekte Spuren garantierte, und Erich Simkovics, der als IOF-Kontrollor beim WRE-SkiO für die Einhaltung der internationalen Standards sorgte. Dieser Event bot somit den österreichischen Eliteläufer(innen) die einzige Möglichkeit im heurigen Jahr, im eigenen Land gute World-Ranking-Punkte zu ergattern.
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Österreichische Sprint-MS gab es allerdings nicht für die Jugend- und Juniorenklassen H+D15-17, sowie H+D18-20, da am nächsten Tag bereits der JWOC-Sprint-Bewerb in Bad Gastein stattfand. Auf Wunsch der Nachwuchsverantwortlichen hatte der ÖFOL diese ÖMS (für 4 Kategorien) eine Woche nach hinten verlegt, da die besten Nachwuchsläufer nicht durch einen intensiven (anaeroben) Wettbewerb auf großer Höhenlage ausgebrannt werden sollten. Für alle anderen geplanten 19 Ski-OL-Klassen gab es an diesem Tag äußerst würdige Meisterschaften. Leider war die Teilnehmerzahl nicht so hoch wie erhofft; es gab nur an die 130 Meldungen, wovon dann auch nur knapp 110 Läufer starteten. Neben den meisten Jugendläufern, die sich auf EM bzw. WM vorbereiteten, fehlten auch etliche ausländische Läufer, die zwar gemeldet hatten, aber nicht zum Wettkampf antraten. Es mussten etliche Klassen zusammengelegt werden, daher gab es neben den beiden Staats-MS-Klassen nur mehr 13 österr. Meisterschaftsklassen.
Das Wettkampfgebiet war ein komplett neues Gebiet, das noch nie zuvor für OL genutzt wurde; Bernhard Lieber hatte das Gelände im Sommer und Herbst kartiert; kontrolliert wurde diese Karte von Christian Gotthardt aus Spittal/Drau. Wie uns Vereinschef Lieber informierte, hat er auch vor, hier eine Sommer-OL-Karte zu erstellen. Kontakte zu Grundbesitzern, Gemeinden und Alpenverein wurden bereits geknüpft. Das Gebiet der Villacher Alpe ist übrigens eines der beliebtesten Wandergebiete Kärntens im Sommer und eines der beliebtesten Ski-Tourengebiete im Winter. Noch vor einem Jahrzehnt gab es hier oben Skilifte und Skipisten und auch Tendenzen der Ausweitung und somit weiteren Ausbeutung der Natur. Doch in der Zwischenzeit gab es einen intensiven Umdenkprozess, und es wurde das gesamte Areal renaturiert, sämtliche Liftanlagen demontiert und es entstand ein Paradies für den sanften und alternativen Tourismus.
Diese Ski-OL-Spezialkarte im Maßstab 1:7500 mit 5 m Äquidistanz wurde übrigens von Hans Eisl in St.Gilgen gedruckt, und war nach Meinung aller Teilnehmer perfekt lesbar.
Das Loipennetz war zwar optisch gesehen nicht übermäßig dicht, doch aufgrund der Unübersichtlichkeit des Geländes, der vielen Dolinen, der einzelnen Waldstücke und des halboffenen Terrains ergab sich dennoch ein zusätzlicher Schwierigkeitseffekt. Dies war für viele Läufer ziemlich verwirrend, was zur Folge hatte, daß etliche Sekunden, wenn nicht Minuten verloren gingen, was bei einer Sprintdisziplin doch schon laufentscheidend ist.
Fast sensationell waren die Ergebnisse in den beiden Eliteklassen. Blickt man auf die Sieger in den beiden StaatsMS-Klassen so fühlt man sich gleich um fast 20 Jahre zurückversetzt, denn bereits bei der Ski-OL-Staats-MS im Jahr 1989/90 in Windischgarsten standen dieselben Beiden an oberster Stelle am Siegespodest. Die Rede ist von Max & Regina Habenicht.
Die Herren hatten am Dobratsch eine Distanz von 3,1km(Luft)+70Hm+12Posten zurückzulegen. Favorisiert waren natürlich die beiden Dominatoren der letzten beiden Jahre, Stephan Varga und Johann Kugler (beide LZ OMAHA), die auch bei der Langdistanz-MS im Triebental ein Monat zuvor die ersten beiden Plätze belegt hatten. Doch keiner dieser Beiden konnte diesmal einen Podestplatz erringen; es blieb nur der 4. (Varga Stephan) und 5.Platz (Kugler Johann) für die beiden burgenländischen Läufer. Knapp vorbei ist eben im Sprint auch daneben.
Die Gunst der Stunde nutzte Max Habenicht (SU Klagenfurt), der mit seiner Zeit von 16:38 die absolute Tagesbestzeit erzielte und somit den Sprint-Staats-MS-Titel 2007 gewann. Ihm am nächsten kam sein Vereinskollege Dieter Mikula in 17:09, der jedoch in der H35-Klasse startete und natürlich österr. Meister wurde – jedoch in der Staats-MS-Wertung nicht berücksichtigt werden konnte. Daher ging die Silbermedaillie an seinen Klagenfurter Vereinskollegen Markus Buchtele, der 17:11 Minuten benötigte. Die Bronzemedaillie ging – wie auch schon bei der Langdistanz – nach Tirol an David Hechl (NF Kitzbühel) in 17:17, der wiederum nur 6 Sekunden schneller als der Titelverteidiger von 2006 Stephan Varga war.
Die Damen hatten eine Distanz von 2,8km(Luft)+60Hm+12Posten zurückzulegen und auch hier hatte die Langdistanz-Meisterin von Trieben (13.1.) Sonja Zinkl das Nachsehen. Regina Habenicht konnte sich für die Niederlage 1 Monat zuvor revanchieren und gewann mit ihrer Zeit von 17:41 ihren X-ten Staatsmeistertitel. Ihr am nächsten kam ihre Tochter Sara Habenicht in 18:58 (beide SU Klagenfurt). Die Bronzemedaillie ging in 20:24 an Sonja Zinkl (LZ OMAHA); da blieb nur mehr der undankbare 4.Platz für ihre Vereinskollegin Lisi Hochwarter in 20:53.
Somit standen erstmals in der österreichischen OL-Geschichte Mutter und Tochter an den obersten beiden Stellen am Siegespodest. Und es ist fast nur mehr eine Frage der Zeit, bis einmal alle 3 "Habenicht-Mädels" gemeinsam bei einer Ski-OL Einzel-Staats-MS am Podest stehen werden. Wer weiß, vielleicht ist es bereits im nächsten Ski-Winter soweit. Marlene Habenicht dominiert derzeit ja die Klasse D15-17 in Österreich. Vielleicht gibt es da einmal einen Abstecher bei einer Sprint-MS in die Eliteklasse.
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Staatsmeister wie vor 20 Jahren: Max + Regina Habenicht am obersten "Treppchen".
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Titelhamster war bei dieser ÖM natürlich das Gastgeberland Kärnten, die gleich 7 Meistertitel gewinnen konnten (S.Lippitsch H-12, T.Habenicht H13-14, D.Mikula H35-, H.Irk H50-, W.Koch H55-, O.Venhauer H65-, D.Venhauer D55-). Aber auch Wien mit 4 Titeln (D-14 A.Simkovics, D35- S.Veitsberger, D40- G.Finder, H40- F.Hofstätter,) und das Burgenland mit 2 Siegen (G.Mayrhofer H45-, K.Mayrhofer D45-) konnten zufrieden mit der Ausbeute sein.
In der Vereinswertung gab es hier am Dobratsch doch eine kleine Vorentscheidung zugunsten des HSV Wr.Neustadt, wobei die Niederösterreicher nach diesem Wochenende bereits über 300 Punkte Vorsprung auf den schärfsten Verfolger LZ OMAHA aufweisen konnten, was bei den restlichen Bewerben eigentlich kaum mehr aufholbar ist.
Abschließend kann man nochmals betonen, daß Läufe wie dieser für Österreichs Ski-OL zukunftweisend sein können. Aufgrund des Mangels an dichten Loipennetzen mit großen Karten in dicht bewaldeten Gebieten im Tal, könnte es sein, daß es in Hinkunft vermehrt kürzere und mittlere Distanzen in höher gelegenen Langlaufarealen geben wird. Qualitativ hochwertige Spuren verschiedenster Breiten und Belaufbarkeiten, aber dennoch möglichst einfach gehalten, da der Veranstalter nicht überfordert werden sollte. Dazu ein möglichst unübersichtliches, kuppiertes Gelände tragen ihres dazu bei, daß es selektive Ski-OLs gibt. Natürlich muß auch berücksichtigt werden, daß Läufe in größeren Höhen (wie Dobratsch oder Sportgastein) zum überwiegenden Teil in offenem Gebiet stattfinden werden. Dies wird man dann bei den Startintervallen oder in der Wettkampfform entsprechend berücksichtigen müssen. Auch wäre der Einsatz von Mikro-OL-Varianten im Ski-OL eine Möglichkeit. Dies ist aber Zukunftsmusik; hoffen wir lieber, daß im nächsten Winter wieder Schnee bis tief in die Täler liegt und klassischer Ski-OL überall möglich ist.
Ergebnis
Fotos
Karte
Michael Melcher
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WRE-TD Erich Simkovics und ÖFOL-Vizepräsident (für Ski-OL verantwortlich) Hans Georg Gratzer freuen sich über diese besonders gelungene Veranstaltung

in der Höhe ausreichend Schnee, im Tal frühlingshaft und aper

Problem in 1700mSH; der Wind verwehte in der Vorbereitungszeit so manche Spuren, Queren war nur schwer möglich

trotz steiler Anstiege war die Stimmung bestens

abenteuerliche Abfahrten für die Elite-Herren zwischen den Felsen

Wettkampfleiter Bernhard Lieber
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