Ski-OL-Weekend in Sportgastein
17./18.Februar 2007
An die 120 Teilnehmer durften am 17.+18.2. im Loipennetz der Junioren-WM + Jugend-EM im Wintersportzentrum rund um Bad Gastein ein traumhaftes Ski-OL Abschlusswochenende verbringen. Umringt von 3000m hohen Berggipfeln wie Schareck, Sonnblick oder Ankogel bot sich den Läufern eine traumhafte Bilderbuchkulisse.
Organisator dieses Events war diesmal kein ÖFOL-Verein sondern eine ARGE Ski-OL unter der Leitung von Wolfgang Pötsch. Etliche Vereine wie NF Linz, LKI Innsbruck, HSV Graz, SU Schöckl oder ASKÖ Henndorf waren am Gelingen dieser beiden Ski-OLs wesentlich beteiligt. Als TD fungierte Wolf Eberle, der die Strapazen von WM-Kontrolle und Austria-Cup-Kontrolle trotz kürzlich gebrochener Schulter auf sich nahm, und mit der Ski-OL-Erfahrung vieler Jahrzehnte blendend erledigte. Für die Auswertung konnte kurzfristigst Alois Mair gewonnen werden, nachdem das ursprünglich geplante Auswerteteam K.O. ging. Auch ÖFOL-Größen wie Hans Georg Gratzer und Erich Simkovics boten ihre Hilfe an, und halfen tatkräftigst mit. Mit im OK-Team auch Ex-Eisschnellaufverbandspräsident Herman Filipic und auch Wulf Scherbichler beide aus Graz. Nicht zu vergessen – das "Zünglein An Der Waage" – Hans Eisl's Druckerei. Bei beiden AC-Bewerben wurden die Wettkampfkarten im ca. 130km-entfernten St.Gilgen noch in der Morgendämmerung gedruckt (ebenso wie die Woche zuvor bei den WM-Bewerben) und dann in Windeseile zum Wettkampfort transportiert.
All jenen Protagonisten gebührt der Dank aller Ski-OLer, nach einer solch stressigen Ski-OL-WM-Woche auch noch einen Nachnutzen für den heimischen OL-Sport ziehen zu wollen. Ein besonderer Dank ergeht jedoch an Wolfgang Pötsch selber, der trotz Schlafmangels in der WM-Woche auch noch Zeit fand, diese beiden Events auf die Beine zu stellen. Die Bahn für die ÖSTM Middle-Distance konnte erst einen Tag zuvor – noch während des WM-Staffelaufes – fertiggestellt werden und auch die sonntägige Jugend-Sprint-MS wurde erst am Tag davor fixiert. Diese Situation war auch für den TD keine leichte Angelegenheit, doch mit entsprechender Routine wurde dies gemeistert.
Dankenswerter Weise wurde auch die WM-Karte "Sportgastein" vom ASKÖ Henndorf-Chef Christian Breitschädel zur Verfügung gestellt. Leider war das OK-Team des ASKÖ Henndorf von der WM-Woche derart ausgelaugt, daß man keine weitere Hilfe anbieten konnte. Auch Teilnehmer von Salzburger-Vereinen waren an diesem Wochenende leider Mangelware. Schade. Jeder der hier nicht mit dabei war, hat wahrlich was Großartiges versäumt.
Selbst wenn einige Dinge improvisiert werden mussten und man im OK-Team äußerst flexibel agierte, so nahmen dies alle Teilnehmer äußerst ruhig und gelassen dahin, es gab bis auf einen altbekannten, unverbesserlichen Nörgler überhaupt keine Beschwerden.
Auch die Tatsache, daß die Auslesestationen im Hotel vergessen wurden, war nicht sonderlich kritikwürdig. Es wurden einfach die SI-Chips am Samstag abgenommen, am Abend ausgelesen und am nächsten Tag vor dem Rennen wieder ausgegeben. So gab es am Samstag auch leider noch keine Ergebnisse; doch die Teilnehmer störte dies in Anbetracht der tollen Atmosphäre recht wenig. Man hatte immer das lockere, legere Gefühl bei einem riesengroßen FUN-Bewerb zu sein.
Trotz all dieser Lockerheit, war an diesen beiden Tagen auch noch ein wichtiges Meisterschaftswochenende. Schließlich wurden am Samstag 17.2. in den Eliteklassen noch die Staatsmeistertitel über die Middle-Distanz vergeben. Die allgemeine Schneeknappheit in den Alpen bewirkte auch, dass hier auf die heimischen Ski-OLer große ausländische Konkurrenz wartete. Starke Läufer und Nationalteams aus der Schweiz, Tschechien und aus Deutschland holten sich hier den letzten Schliff, vor der am 25.2. in Moskau beginnenden Weltmeisterschaft.
Zugleich mit der ÖSTM Middle-Distance fand im Hochtal von Sportgastein auf etwa 1600mSH zugleich auch der 4.Austria-Cup statt. Ursprünglich hätte diese ÖMS ja von den NF Steiermark in Eisenerz stattfinden sollen, doch permanente Schneeknappheit und Konkurrenzveranstaltungen des mächtigen ÖSV (Nord. Kombination + Biathlon) machten dort eine Durchführung unmöglich.
Die Streckenlänge der ÖSTM Middle bei den Herren betrug etwa 5,3km (Luft) +140Hm. Die Tagesbestzeit erzielte hier der Tscheche Ondraj Vodrazka in 19:21, immerhin einer der weltbesten Ski-OLer, der bei der WM 2005 in Finnland auf der Middle-Distance den 4.Platz belegte. Die 2.beste Zeit erzielte der derzeit beste Schweizer Boris Fischer in 19:43, doch bereits die 3.schnellste Zeit erzielte ein Österreicher, der sich damit den Staatsmeistertitel in 20:23 holte. Die Rede ist von Stephan Varga (LZ OMAHA). Knapp dahinter folgte auf den Plätzen 4.-7 mit Jan Lauerman, Milan Venhoda und Jiri Bouchal eine tschechische Riege von Läufern. An der 7.Stelle folgte dann der neue österr. Vizemeister Johann Kugler vom LZ OMAHA in 21:31. Um die Bronzemedaillie in der österreichischen Meisterschaft ritterten an diesem Tag 2 ehemalige erfolgreiche WM-Starter, nämlich Max Habenicht (SU Klagenfurt) und Michael Pirklbauer (NF Linz), wobei der Klagenfurter mit einer Zeit von 22:19 um 11 Sekunden die Nase vorne hatte.
Die Damen hatten eine Distanz von 4,4km (Luft) + 100Hm und 9 Posten zurückzulegen. Auch hier war die Qualität des Teilnehmerfeldes sehr hoch, denn auch hier waren quasi die besten mitteleuropäischen Damen am Start. Vor allem aber galt es die Schweizerin Yvonne Gantenbein, die bei der letzten WM in Finnland bei jedem Rennen unter den Top 20 war, zu schlagen. Regina Habenicht (SU Klagenfurt) gelang dies beim samstägigen Rennen doch in recht eindrucksvoller Weise. Mit einer Zeit von 24:58 erzielte sie mit respektablen Vorsprung Tagesbestzeit, denn ihre fast 50 Sekunden Vorsprung auf die Schweizer Favoritin Yvonne Gantenbein (25:49) waren auf dieser kurzen Strecke doch deutlich genug. Den 3.Platz belegte die Tschechin Zuzana Stehova in 26:16; und hinter den WM-erfahrenen Läuferinnen Lenka Hruskova /CZE (26:31) und Regula Mühlmann /SUI (28:26) belegte die beste österreichische Juniorin Sara Habenicht in 28:59 den 6.Tagesrang und holte sich damit den österr. Vizemeistertitel. Dritte in der österr. Meisterschaft wurde in 30:25 die LZ OMAHA-Läuferin Sonja Zinkl.
Starke Konkurrenz für die heimischen Nachwuchsläufer gab es natürlich auch in den Jugend- und Juniorenklassen; v.a die Schweizer Burschen hinterließen einen äußerst starken Eindruck und bewiesen dies sowohl in der H15-17, als auch in der H18-20 durch überlegene Klassensiege. Einzig Marlene Habenicht in der D15-17 konnte dem "Swiss-Junior-Team" Paroli bieten und gewann ihre Kategorie.
Am Sonntag 18.2. fand zum Abschluß der Bewerbe in Sportgastein der Nachtrag der ÖM Sprint für die Jugend- und Juniorenklassen statt. Die Streckenlängen betrugen zwischen 2,5 - 3,5 km, gespickt mit etwa 60-80Hm.
Die D15-17-Klasse wurde wiederum von Marlene Habenicht (SU Klgft) dominiert, die vor Eva-Maria Farkas (HSV Pinkafeld) und Verena Aschacher (HSV Wr.Neustadt) gewinnen konnte. In der D18-20-Klasse konnte hingegen Sara Habenicht vor Gisa Linhart (HSV Wr. Neustadt) gewinnen.
Während die Damenklassen von den SU Klagenfurt-Läuferinnen dominiert wurden, so kommt der beste männliche Nachwuchs vom HSV Pinkafeld, denn beide Klassen wurden von Burgenländern gewonnen, wobei gleich 4 der 6 Medaillien ins Burgenland gingen. In der H15-17 konnte Helmut Gremmel vor Robert Merl (ASKÖ Henndorf) und Martin Richter gewinnen. In der H18-20 konnte sich Thomas Lang den Titel vor Raphael Mallweger (NF Villach) und Thomas Schuh sichern.
In den Eliteklassen gab es an diesem Tag nur ausländische Sieger. So platzierten sich in der Herren-Eliteklasse (3,6km+100Hm) 6 Ausländer vor dem besten Österreicher Johann Kugler, der mit seiner Zeit von 19:05 die 7.schnellste Laufzeit erreichte. Knapp dahinter an der 10.Stelle, als 2.bester heimischer Läufer Stephan Varga in 19:34. Nur eine Sekunde langsamer war Michael Pirklbauer (19:35), der damit heuer seine beste Platzierung erreichte. Sieger wurde wie am Vortag Ondrej Vodrazka in 17:09, der 30 Sekunden Vorsprung auf seinen Landsmann Jan Lauerman (17:39) herauslaufen konnte. Boris Fischer verhinderte mit seinem 3.Platz (18:42) gerade noch um 2 Sekunden einen tschechischen Dreifacherfolg.
Bei den Damen revanchierte sich – wenn auch denkbar knapp – die Tschechin Zuzana Stehnova für die am Vortag erlittene Niederlage. Ihre Siegerzeit für die 2,9km (Luft) + 75Hm betrug 15:06. Dies war nur 1 Sekunde schneller als die 2.platzierte Schweizerin Yvonne Gantenbein (15:07). Weitere 3 Sekunden dahinter rangiert die Siegerin vom Vortag Regina Habenicht an der 3.Stelle (15:10). Hier war wohl ein Sturz auf einer rasanten Querabfahrt ausschlaggebend, denn hier ließ Regina gut 20 Sekunden liegen, während ihre Konkurrentinnen auf dieser Abfahrt ohne Sturz durchkamen. Die zweitbeste Österreicherin Sonja Zinkl landete diesmal an der 4.Stelle (15:44). Sie war diesmal um 11 Sekunden schneller als Sara Habenicht (15:55), die jedoch an diesem Tag in der D15-18 startete (aber dieselbe Bahn hatte).
Voller Zufriedenheit verließen alle in- und ausländischen Ski-OLer den Ort des Geschehens, Alle attestierten dem Veranstalterteam tolle Arbeit; aber vor allem wurde der Wunsch deponiert, dass man in einem der nächsten Jahre wieder gerne hierher kommen würde.
Ein Wunsch wurde allerdings noch heftiger geäußert. Nämlich darauf zu Schauen, daß die hergestellten aber nicht verwendeten Ski-OL-Karten der JWOC nicht in der Schublade verstauben sollten, sondern daß in den nächsten paar Jahren ebenso tolle nationale Ski-OLs (mit internationaler Beteiligung) stattfinden mögen.
D.h. eine sinnvolle Nachnutzung der WM-Karten ist also der oberste Wunsch der heimischen Ski-OLer.
Es wäre wohl eine Schande für unseren Sport, wenn es nicht gelingen sollte, die restlichen 4 nicht verwendeten Ski-OL-WM-Karten (Postalm, Abtenau, Faistenau, Thalgau) in den kommenden Jahren ausreichend zu nutzen (genügend Schnee vorausgesetzt).
Ansonsten hätten wir weitere "Geister"karten wie etwa die Ski-OL-Karten: "Egglalm", "Huttererböden" oder "Vorderstoder", die für die SkiOL-WM ´98 aufgenommen und verwendet wurden, aber der OL-Öffentlichkeit nie zugute gekommen sind. Es wurde dort nie ein nationaler Event durchgeführt, somit gab es nie einen sinnvollen Nachnutzen dieser Karten; die meisten Ski-OLer kennen diese Karten nicht einmal.
Dieses neuerliche "Horrorszenario" sollte jedoch durch entsprechende Ski-OL-Bewerbe in den nächsten Jahren in diesen neuen Gebieten verhindert werden.
Viele Ski-OLer freuen sich bereits auf tolle Bewerbe in einem dieser neuen Gebieten und hoffen auf einen schneereichen Winter 2007/08
Ergebnisse
Fotos
Karte ÖSTM Mittel Herren Elite
Karte ÖSTM Mittel Damen Elite
Karte ÖM Sprint Herren-17
Karte ÖM Sprint Damen-17
Michael Melcher
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