SkiOL ÖSTM Mittel & 3.Austria Cup: Heiße Gefechte trotz grimmiger Kälte
29.Dezember 2007 in Wald am Schoberpass
Einen nahezu perfekten sportlichen Jahresabschluß 2007 konnten Österreichs SkiOL-Fans im Herzen der Steiermark feiern. Am 29.+30.12. fand in Wald am Schoberpass, quasi an einer wichtigen österreichischen Wasserscheide zwischen Palten- und Liesingtal zwei SkiOLs statt, die alle Teilnehmer mehr als zufrieden stellten. Das die Steiermark vom Organisatorischen her sehr beliebt ist, zeigt sich daran, dass Fritz Marth und seine treuen Helfer aus dem Südburgenland bereits zum wiederholten Mal in diese schneesichere Gegend kamen. Der SKV Deutsch Kaltenbrunn hatte bereits im Jahr 2004 – genau an derselben Stelle in Wald a. S. – die damalige österreichische Sprint-MS organisiert. Aufgrund des damaligen großen Erfolges und des tollen Zuspruchs von Seiten des Bürgermeisters und der Gemeinde Wald am Schoberpass hatte Fritz Marth versprochen, wiederzukommen. Dieses Versprechen wurde - nachdem die bereits für 2007 geplante Veranstaltung kurzfristig wegen eines extremen Warmwettereinbruchs abgesagt werden musste - nun eindrucksvoll eingelöst.
So war auch der neue Kartenteil "Treglwang", der nur für die Staffel verwendet wurde, bereits im letzten Jahr fertig und man konnte nun auf ein fast fertiges Produkt zurückgreifen. Auch das geplante Spurennetz und ein Teil der Bahnen waren daher seit längerem existent, wenn auch nur auf Papier bzw. auf dem OCAD-File.
Vor allem beim diesjährigen Staffellauf konnte Fritz Marth & Gerald Ruckenbauer einerseits auf jahrelange Organisationserfahrung und andererseits auf ein eingespieltes Team an Helfern zurückgreifen. Bereits zum dritten Mal hintereinander [nach 2006 in Altenmarkt und 2007 im Triebental] wurde die SkiOL-Staffel-MS mit nahezu perfektem Timing und exaktem Ablauf abgewickelt. Wesentlich zum Erfolg dieses SkiOL-Weekends beigetragen hat auch BOLV-Präsident Eugen Kainrath, durch seine Hilfe bei der Zeitnehmung und Auswertung. Zum wiederholten Male stellte er unter Beweis, dass er in Sachen "Sportident" und "Krämer"-Software die unumstrittene Nummer Eins im ÖFOL ist.
Für die samstägige Mitteldistanz-Meisterschaft - gleichzeitig 3.Austria-Cup - wurde der bereits bekannte Südteil der Karte verwendet. Neu erschlossene Geländeteile sowie zusätzliche Spuren und eine detailreichere Karte mit anderem Maßstab (1:12500) machten v.a. die Elitebahnen zur würdigen Staats-MS. Viele Posten auf engem Raum, sowie überkreuzte Bahnen trugen zusätzlich noch Einiges zur Schwierigkeitssteigerung bei. Und das, obwohl das Gelände und die Karte auf den ersten Blick, alles andere als schwierig erscheint.
Fritz Marth als Bahnleger verbrauchte viele Arbeitsstunden beim "Herumtüfteln", auf der Suche nach der möglichst optimalen Bahn. Dass es sehr selektiv gewesen sein muss, zeigt die Tatsache, dass von den gestarteten 180 Läufern über 20% (exakt 20 Läufer) disqualifiziert werden mussten (falscher Posten, Aufgabe). Mit diesen 180 Startern (195 Meldungen) kommt man dem Rekordteilnehmerfeld aus dem Jahre 2006 schon sehr nahe (21.01.06 Innerrosenau mit 201 Startern, davon jedoch 90 Ausländer / Deutsche+Österr. MS).
Das Wettkampfzentrum war das Gasthaus Gruber, dass am Samstag wegen eines Totenmahls leider nur eingeschränkt zur Verfügung stand. Start und Ziel befand sich an beiden Tagen auf einem weiten Feld vor der Gaststätte. Besonderheit dieser Gegend war, das in diesen Wintermonaten nur wenig Sonne auf die südliche Talhälfte (Wettkampfgelände) fällt und es daher im Dezember und Jänner zumeist saukalt ist.
Um 11 Uhr kommt die Sonne zwischen den ca. 2000m hoch gelegenen steil aufragenden Berggipfeln hervor, um 13 Uhr ist sie dann auch schon wieder verschwunden und es wird schattig und frostig. Das bedeutete vor allem für den samstägigen 3.AC: "sehr warm anziehen". Die Temperaturen stiegen den ganzen Nachmittag nicht über minus -8°C, gegen 17.00Uhr hatte es schon wieder die gewohnten -11°C und über Nacht fiel das Thermometer bis auf -14°C.
Bedingt durch die Kälte waren die Spuren daher ziemlich stumpf und relativ langsam. Ein gut gewachster Ski war sicherlich ein bedeutender Vorteil bei diesem SkiOL. Ein weiteres Kriterium dieses Wochenendes waren die Sperrgebiete, die oft nur großräumig umlaufen werden konnten. Vor allem die Schoberpass-Bundesstraße und die ÖBB-Eisenbahntrasse der Selzthal-Linie verlaufen Nord-Süd-mäßig durch die ganze Karte. Fünf gekennzeichnete und erlaubte Übergänge ermöglichten das Queren dieser Verkehrslinien. Diese Sperrgebiete wurden übrigens rigoros überwacht. Bahnleger Fritz Marth baute diesen Aspekt in seine Bahnplanungen mit ein und es entstanden dadurch noch zusätzlich interessante Routenwahlen.
Meisterschaftsklassen waren bei diesem Event nur die Herren/Damen 18-34-Elite-Kategorien. Erstmals (und auch nur beim SkiOL-Middle-Bewerb) wurden die Junioren (18-20 Jahre) in die Staats-MS-Wertung integriert. Für die Junioren ging es an diesem Wochenende - nach den ersten beiden Bewerben in Eisenerz - auch noch um die Qualifikation für die Junioren-SkiOL-WM.
Die ÖSTM-Strecke der Herren hatte eine Länge von 8,6km Luftlinie + 120Hm + 23 Posten. Die Optimalstrecke betrug etwa 11,5km. Mit fast 30 Meldungen und über 25 Startern in der Herren Elite kämpften so viele Läufer wie nie zuvor um Podestplätze. Auch war man gespannt, wie das Duell SkiOLer gegen Fuß-OL-Spezialisten enden würde.
Johann Kugler (LZ OMAHA) hatte an diesem Tag wohl die besten Karten. Bereits ab dem 3.Posten übernahm er die Führung und gab sie bis zum Schluß nicht mehr ab. Einzig Max Habenicht (SU Klagenfurt) und auch Markus Lang (HSV Pinkafeld) hielten lange Zeit sehr gut mit. Titelverteidiger Stephan Varga (LZ OMAHA) machte bereits am Anfang einige kleinere Fehler, lief somit von Beginn an der Bestzeit hinterher, kämpfte sich aber stetig nach vor. Und es sollte noch für eine Medaille reichen.
Gold ging an diesem Tag mit einem einigermaßen gesicherten Vorsprung von ca.1 ¾ min an Johann Kugler [35:43]. Der Kärntner Max Habenicht erreichte mit einem konstanten Lauf Platz 2 in 37:31,und die Bronzemedaillie ging nach einem fulminanten Finish noch an den Burgenländer Stephan Varga in 37:36. Leer gingen an diesem Tag die bravourös kämpfenden Fuß-OL-Spezalisten vom HSV Pinkafeld aus. Markus Lang errang mit 38:53 den undankbaren 4. Platz; nur 1 Sekunde dahinter Gernot Kerschbaumer (38:54) auf den 5.Platz. Pierre Kaltenbacher (HSV Wr.Neustadt) – sonst aufgrund der Streckenlängen immer in der H21Kurz startend – schaffte mit 39:48 noch den ausgezeichneten 6.Platz. Thomas Lang und Martin Pongratz vervollständigten noch die mannschaftliche Stärke des HSV Pinkafeld, doch dies sollte sich erst am kommenden Tag in der Staffel deutlicher auswirken.
Bester Junior war an diesem Tag der Steirer Niko Krauland (SU Seckau / 41:42) vor Helmut Gremmel (HSV Pinkafeld / 42:44) und dem Kärntner Raphael Mallweger (NF Villach / 43:05). Alle drei haben sich dadurch für die SkiOL Junioren-WM in Bulgarien, aber auch für die SkiOL-EM in der Schweiz bestens empfohlen. Die entgültige Aufstellung wird nach dem SkiOL-Wochenende in Faistenau bekanntgegeben. Diesmal leider nicht dabei, der beste Junior der ersten beiden SkiOLs in Eisenerz, Erik Simkovics, der sich ebenfalls für die SkiOL-WM qualifizieren sollte.
Die Damen hatten eine Streckenlänge von 6,9km mit ca. 100Hm + 17 Posten zurückzulegen.
Internationalen Flair bekam dieser Event durch die starke tschechische Läuferin Barbora Chudikova. Sie und die derzeit beste heimische SkiOLerin Sonja Zinkl (LZ OMAHA) wechselten sich in der Führung mehrmals ab. Schlussendlich erzielte die Tschechin dann aber doch mit 32:53 die Tagesbestzeit. Staatsmeisterin wurde jedoch mit 29 Sekunden Rückstand Sonja Zinkl in 33:22; Regina Habenicht und Tochter Sara Habenicht (beide SU Klagenfurt) waren zwar von Anfang an mit vorne dabei, konnten aber nie ernsthaft ins Duell der beiden Allerschnellsten eingreifen. So erlief Regina in 34:38 eine sichere silberne Medaille (Tageswertung 3.) und Sara in 35:40 die Bronzene (TW 4.). Sara war damit auch überlegen Schnellste aller Juniorinnen. Den 5.Platz in der Tageswertung, mit bereits erheblichen Rückstand erlief die normalerweise stärkere Tschechin Lenka Hruskova in 41:30, noch vor Elisabeth Hochwarter (LZ OMAHA) (42:18) die damit 4. in der StaatsMS-Wertung wurde.
Von den weiteren weiblichen Aspirantinnen für die Junioren-WM startete Marlene Habenicht in der D15-17-Jugendklasse und gewann dort natürlich überlegen. Auch die 2.plazierte Michaela Kugler empfahl sich für höhere Aufgaben. Ihre Konkurrentinnen im Kampf um "Leiberl" Julia Varga gab krankheitsbedingt auf, Eva-Maria Farkas war überhaupt nicht am Start.
Bei den Burschen in der H15-17-Klasse empfahl sich Tobias Habenicht mit seinem überlegenen Sieg für internationale Aufgaben im Jugendteam. Auch die dahinter liegenden Markus Obermüller, Simon Kugler und Martin Richter haben noch Chancen ins Team zu rutschen.
Beim 3.Lauf zum Austria-Cup konnten 7 Läufer(innen) ihren bereits 3.Sieg feiern und setzten sich somit deutlich in der Cup-Zwischenwertung ab: Tina Wilfinger (D-14), Sonja Venhauer (D Kurz), Renate Krauland (D35-), Karin Irk (D45-), Traude Fesselhofer (D55-), Otto Venhauer (H65-) und Curt Maier (H55-).
Eine wichtige Vorentscheidung wird am kommenden Wochenende bei den beiden SkiOL-Bewerben in Faistenau fallen. Ein spannender Dreikampf steht auch im Vereinscup noch bevor. Nach den bisherigen 4 Bewerben führt der HSV OL Wr.Neustadt in gewohnter Weise vor dem LZ OMAHA und dem HSV Pinkafeld.
Bericht ÖSTM Staffel
Ergebnis ÖSTM Mittel & 3.Austria Cup
Fotos
Karte ÖSTM Mittel Damen Elite
Karte ÖSTM Mittel Herren Elite
Austria Cup Zwischenwertung
Michael Melcher
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