SkiOL ÖSTM Staffel
30.Dezember 2007 in Wald am Schoberpass
Nach der ÖSTM Mittel im SkiOL am Vortag (siehe Bericht) folgte am Sonntag, dem 30.Dezember 2007, die Staatsmeisterschaft im Staffel-OL.
Beim SkiOL herrscht öfters ein innerer Zwiespalt, vor allem wenn Organisator und Bahnleger ein und dieselbe Person sind. Wie dicht soll ein Staffel-SkiOL-Areal verspurt werden? Soviel Spuren wie nur möglich, dass es äußerst selektiv ist, oder aber so wenig Aufwand wie nur möglich, da das Spuren sehr viel Zeit beansprucht und auch entsprechende Kosten (Benzin) mit sich bringt. Fritz Marth stand wohl zu Beginn der Planungen vor einem ähnlichen inneren Zwist, legte mit Unterstützung des TD Michael Melcher ein sinnvoll optimiertes Spurennetz an, das allen Anforderungen gerecht wurde.
Absolutes Kriterium an diesem Tag war der Wechsel von feinen Posten im dicht verspurten Gelände und versteckten Routenwahlen im "Zwischengelände", dazu mehr Höhenmeter als am Vortag und ein Schuss mehr Mut beim "Downhill". Fritz Marth hatte für die entscheidenden Abschnitte – ähnlich einer Abfahrtsstrecke – passende Namen parat: "großes Labyrinth", "Kreisverkehr" oder "kleines Steilhanglabyrinth" sind nur einige davon. Auch an diesem Tag mussten "Verkehrshindernisse" wie Bundesstraße oder Bahn wieder routenwahlmäßig umlaufen werden.
Insgesamt fanden sich 68 Staffeln (gemeldet 71) mit ca. 150 Läufern zum Start der Staffel-MS'08 ein. Der Staffelbewerb wird in allen Klassen in 2er-Teams gelaufen, einzig in der Herren Elite gibt es 3er-Staffeln. Auf Grund der der schwierigen Geländestruktur konnte diesmal leider nicht nach dem neu beschlossenen Modus {2x2 /bzw. 3x2-H19} gelaufen werden, sondern es wurde auf das alte 2x1-System (2 Läufer mit je einer Bahn) zurückgegriffen.
Exkurs am Rande: ab heuer hat jeder Veranstalter der SkiOL-Staffel die Möglichkeit den Bewerb auch als "2x2er"-Staffel durchzuführen. Vorbild für diese Staffel-Form ist Italien. Der Vorteil: halb so lange Strecken, der Veranstalter muss nur ein halb so langes Spurennetz präparieren und jeder Läufer kommt 2 Mal dran [als 1. und 3. oder 2. und 4.]. Auch die Kombination von Sprint und Staffel ist so als Doppelveranstaltung möglich. Durch den öfteren Wechsel wird die Staffel zuschauerfreundlicher, mediengerechter und auch spannender. Man vergleiche ähnliche Trends beim Biathlon, Nord. Kombination oder Ski-LL: immer kürzer werdende Runden, weil das Präparieren einer 10km-Schleife mehr Aufwand ist als eine 2,5km-Runde, die 4xMal gelaufen wird. Hauptsächlich wegen der großen Umwege bedingt durch die öffentlichen Verkehrsflächen wurde heuer auf diesen Modus leider noch verzichtet, aber der Einsatz im nächsten Jahr ist vorgesehen!
Gleich 14 H19-Staffeln, darunter 3 ausländische Teams aus Tschechien und Ungarn, sowie 10 D19-Staffeln sorgten für ein interessantes Teilnehmerfeld. Bei den Herren wurde ein spannendes Rennen um den Staatsmeistertitel zwischen den burgenländischen Vereinen LZ OMAHA und dem HSV vorhergesehen, bei den Damen ein ebenso heißes Duell zwischen dem LZ OMAHA und der SU Klagenfurt. Die Erwartungen sollten sich erfüllen
Der LZ OMAHA schickte 2 Nationalkaderläufer und einen Spitzen-Senior ins Rennen, der HSV Pinkafeld setzte auf 3 gute SkiOLer, die aber als Fuß-OL-Spezialisten gelten, jedoch im Winter viele Kilometer auf Langlaufskiern zurücklegen. Vom Start weg in Führung ging jedoch das tschechische Team aus Jihlava: Jan Lauermann – Weltklasse SkiOLer – war bereits nach ca. 2km der gesamt 6km + 180Hm + 17 Posten außer Reichweite seiner Konkurrenten und lief ein einsames Rennen. Nach 23:07 kam er mit über 3 Minuten Vorsprung zum ersten Wechsel.
Die Österreicher bildeten ein 3erPaket und arbeiteten gut zusammen: Gernot Kerschbaumer [26:18], Thomas Schuh [26:28] (beide HSV Pinkafeld) und Raphael Mallwger [26:41 / NF Villach] kamen in dieser Reihenfolge zur 1.Übergabe. Thomas Hartberger (28:10 / HSV Wr.Neustadt-2) und Michal Voracek (28:16 / Morave /TCH) folgten 2 Minuten dahinter. Und erst nach über 29 Minuten sollten dann die weiteren Medaillenanwärter vom ASKÖ Henndorf (Tobias Breitschädel / 29:19) und vom LZ OMAHA (Hannes Pacher / 29:22) das Ziel erreichen.
Mitentscheidend für die frühe Aufsplitterung des Feldes war wohl auch die etwas längere Teilstrecke (ca. 1 ½ -2min) der Bahn H19-C gegenüber H19-A und -B.
Bereits beim 2.Läufer änderte sich dieser Zwischenstand gravierend: Barbora Chudikova lief weiter für die Tschechen vorne weg (Teilzeit: 29:25) und konnte auch vom beherzt kämpfenden Thomas Lang (HSV Pinkafeld / TZ: 26:50) nicht eingeholt werden. Dieser übergab – im Kampf um den Meistertitel – seinerseits wiederum mit ca. 1½ min Vorsprung auf den stark aufholenden LZ OMAHA-Läufer. Vorentscheidend war auf der 2.Strecke jedoch ein Zusammenstoß in einer engen Unterführung: bei Gegenverkehr stießen Richard Schuh und Stephan Varga zusammen, 2 weitere Läufer konnten nicht mehr rechtzeigig bremsen und fuhren auf. Glücklicherweise trug bei diesem "Massencrash" niemand ernste Verletzungen davon. Ausgelöst wurde dieser Zwischenfall durch einen unvorsichtigen Läufer (leider unbekannt), der in diesem engen Durchgang zum Kartenlesen stehen blieb und dort auch noch umdrehen wollte! (fast so gefährlich wie ein Geisterfahrer auf einer Autobahn). Stephan Varga konnte nach kurzer Zeit zwar weiterlaufen, verlor aber durch diesen Unfall im Endeffekt wertvolle Zeit, die möglicherweise den Sieg kostete. Seine Teilzeit von 25:12 war zwar die schnellste Zeit eines Österreichers an diesem Tag, doch der Rückstand auf den HSV Pinkafeld war vielleicht gerade um dieses Maß zuviel.
Im Ziel warteten sodann die Zuschauer nur mehr auf das Duell der Schlußläufer Markus Lang (HSV Pinkafeld) gegen Johann Kugler (LZ Omaha). Nach dem Ergebnis vom Vortag hätte diese Staffel erst im Zielsprint entschieden werden sollen, doch der Pinkafelder Schlussläufer hielt einen konstanten 1- Minuten Vorsprung, und ließ seinen Kontrahenten nur ganz geringfügig näherkommen. Ganz zum Schluß sah Johann Kugler dann auch ein, dass er Markus Lang nicht mehr gefährden konnte und lief einen sicheren aber dennoch für ihn enttäuschenden 2.Platz heim, schließlich war man als Titelverteidiger ins Rennen gegangen. Und der HSV Pinkafeld konnte
den 1. österr. SkiOL-Staffel-Meistertitel in der H19 Elite feiern.
Genauso spannend entwickelte sich auch der Kampf um die Bronzemedaille: lange Zeit sah es so aus, als würde die 2.Staffel des HSV Pinkafeld einem sicheren 3.Platz entgegenlaufen, betrug doch der Vorsprung auf den ASKÖ Henndorf bereits mehr als 4 Minuten. Martin Pongratz (HSV Pinkafeld-2 / TZ:29:03) hatte gegenüber Wolfgang Kampel (ASKÖ Henndorf / TZ: 30:53) noch zusätzlich 1¾ Minuten zu den bereits bestehenden 3 Minuten Vorsprung nach dem Startläufer herausgeholt. Doch keiner rechnete mit der tollen Aufholjagd von Schlussläufer Felix Breitschädel [TZ: 25:48]. Er hatte sich am Vortag geschont und verzichtete damit möglicherweise auf eine ÖSTM-Medaille bei der SkiOL-Middle, die im mit einer solchen tollen Leistung zuzutrauen gewesen wäre. Markus Kössler (Schlussläufer HSV Pinkafeld II / TZ:30:35) hingegen waren die Strapazen vom anstrengenden Rennen am Vortag noch deutlich anzumerken. Auch schien sein Ski nicht optimal zu sein, und so verlor er Sekunde um Sekunde. Felix in der Rolle des "Jägers" bekam immer wieder Sichtkontakt zu Markus und spürte, dass er immer näher kam. Beim letzten Posten war es dann soweit: gleichzeitig ging man auf die ca. 400m lange Zielgerade und dort setzte sich dann Felix Breitschädel durch und sicherte dem ASKÖ Henndorf die Bronzene in der Staatsmeisterschaft. Damit blieb leider nur Blech für Markus Kössler und seine Staffel HSV Pinkafeld II.
Platz 5 in der nationalen Wertung erreichte der HSV OL Wr.Neustadt 1 in der Aufstellung Florian Arthofer, Roland Fesselhofer und Pierre Kaltenbacher. Hier hat man möglicherweise durch eine unglückliche Aufstellung eine bessere Platzierung vergeben: mit Thomas Hartberger in diesem Team hätte man sicherlich auch um die Medaillen "mitgefightet". Nicht zu vergessen ist die überlegene Tagesbestzeit des tschechischen Vereins OK Jihlava.
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Auch die Damenstaffel verlief äußerst spannend und endete schließlich mit einer kleinen Überraschung. 4,9-5,0km mit 14 Posten bei ca. 140Hm war die Streckenlänge der D19-Klasse. Von Beginn an setzten sich Lana Hruskova (Morava / TCH) und Elisabeth Hochwarter (LZ OMAHA-1) deutlich vom Feld ab. Marlene Habenicht machte gleich beim 1.Posten einen 1½ min-Fehler und benötigte mehr als die Hälfte des Rennens, um wieder Anschluss an die beiden vermeintlichen Ersten zu finden. Was jedoch zu diesem Zeitpunkt noch niemand ahnte: durch einen falsch gestempelte 1.Posten war die LZ-OMAHA-1-Staffel bereits aus dem Rennen. Nach 27:32 min kam die führende Tschechin als Erstes zur Übergabe knapp gefolgt von Marlene Habenicht (27:32). Auf den letzten 3-4 Posten verließen Elisabeth Hochwarter die Kräfte und sie kam nach 28:35 als nächstes zum Wechsel. Danach dauerte es fast 4 Minuten bis die nächsten beiden Staffeln ins Ziel kamen: Uschi Kerschbaumer (LZ OMAHA-2 / 32:21) und Gerhild Pacher (LZ OMAHA-3 / 32:25). Durch den Umstand der späteren Disqualifikation von LZ OMAHA-1 blieben auch die nächstfolgenden Staffeln vom HSV Pinkafeld mit Startläuferin Sabine Fuchs (35:32) und HSV OL Wr.Neustadt mit Eva Ponweiser (36:14) noch im Rennen um die Medaillen.
Unterdessen fochten die beiden Schlussläuferinnen ein hartes Duell aus: Sara Habenicht gegen Sonja Zinkl. Sonja Zinkl konnte den 1min-Rückstand bis zur Hälfte des Rennens Sekunde um Sekunde reduzieren, beim 9. von 14. Posten war man gleich auf, doch dann entschied eine bessere Route zugunsten der Klagenfurterin. Der dadurch gewonnene 20 Sekunden Vorsprung wurde von Sara Habenicht dann bis ins Ziel gehalten (TZ: 24:12), somit Staatsmeistertitel für den SU Klagenfurt. Sonja Zinkl und dem LZ Omaha gingen trotz der schnellsten Teilzeit von 24:12 durch die Disqualifikation der Startläuferin leer aus.
Dafür sprangen ihre Vereinskolleginnen Uschi Kerschbaumer und ihre Schwester Julia Varga in die Bresche und die Beide sicherten dem LZ OMAHA allerdings bereits mit großem Rückstand die Silbermedaille. Dafür gab es um den 3.Platz – genauso wie bei den Herren – ein packendes Duell, das erst kurz vor dem Ziel entschieden wurde: Anita Seeböck (HSV Wr.Neustadt / TZ:34:40) holte gegenüber Andrea Kugler (LZ-OMAHA-3 / TZ:38:58) fast 4 Minuten Rückstand auf, überholte ihre Gegnerin auf dem Weg zum vorletzten Posten und sicherte sich die Bronzene. Daher auch hier nur Blech für die 2.Vereinsstaffel des LZ OMAHA.
Der LZ OMAHA gewann dafür noch die Staffeln in den Klassen H-14 und D15-18, die Sportunion Klagenfurt sicherte sich die Klassen H15-18 und H40 und Österreichische Seniorenmeistertitel gab es noch für den HSV Klagenfurt (H50-) sowie für den OLC Wienerwald (D40-).
Bei der abschließenden Siegerehrung bedankte sich die Gemeinde Wald für das Engagement vom Wettkampfleiter Fritz Marth und dem Sektionsleiter des SKV OLG Deutsch Kaltenbrunn Gerald Ruckenbauer und man hofft hier natürlich, dass man möglichst bald wiederkommt.
Bericht ÖSTM Mittel & Austria Cup 3.Lauf
Ergebnis ÖSTM Staffel
Fotos
Karte ÖSTM Staffel Damen Elite
Karte ÖSTM Staffel H19-B
Karte ÖSTM Staffel H19-C
Karte ÖSTM Staffel H15
Austria Cup Vereinswertung
Michael Melcher
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 morgenlicher Frost (-14°C) in Wald
 Das Führungstrio der Startstrecke auf dem Weg zum vorletzten Posten: Mallweger, Kerschbaumer, Schuh
 die Steilheit im "kleinen Labyrinth" ist offensichtlich
 Schlußläufer Markus Lang auf dem Weg zum
Staffelsieg
 Der Gegenverkehr blieb leider nicht immer ohne Folgen
 Richard Schuh mit seinen Goldjungs
Fotos von Michael Melcher, Richard Schuh und Fesselhofer
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