EOC: Qualifikation Langdistanz
7. Europameisterschaft im OL vom 25.Mai-2.Juni 2008 in Ventspils (Lettland)
Am zweiten Wettkampftag der Europameisterschaften in Ventspils, Lettland, wurden die Teilnehmer auf die Langdistanz-Qualifikation geschickt. Dasselbe Spiel wie im Sprint, die besten 17 aus jedem der drei Vorläufe sind im Finale.
Entlang der Ostseeküste hatten die AthletenInnen mit schwierigen Bedingungen zu kämpfen. Die Heidelbeersträucher erinnerten stark an skandinavisches Terrain. Technisch herausfordernd war vor allem das Lesen und richtige Zuordnen von Senken und Hügeln. Auch mit Lupe war es nicht immer Leicht das Kartenbild im Maßstab 1:15.000 zu "entziffern". Deswegen war es wichtig schon im Vorhinein die Route festzulegen, zu strukturieren, alles mitlesen wäre ohnehin kaum möglich gewesen, und schon das richtige Bild vom Postenraum im Kopf vorzubereiten. Viele Posten waren nämlich im Dickicht gesetzt, wo die Sicht eingeschränkt war. Etwas erleichtern konnte man sich die Aufgabe durch Ausnützen der Wege, die sich immer wieder als Umlaufroute oder Auffanglinie anboten.
Anders als beim Model Event waren diesmal auch die Sümpfe nass und teilweise sehr tief.
Wie beim Sprint ging es sehr sehr knapp zu. 10% Rückstand waren in manchem Vorlauf schon zu viel. Bei den Herren lagen die Siegerzeiten für die ca. 11km langen Strecken um 55min, Platz 17 um 59 bis 60 Minuten.
Österreich kann bei den Männern mit einer Ausbeute von 2 aus 4 sehr zufrieden sein. Felix Breitschädel (ASKÖ Henndorf) und Gernot Kerschbaumer (HSV Pinkafeld) konnten sich ein A-Finalticket sichern. Felix plante äußerst genau und schnappte sich gerade noch den 17. Platz. Kerschi landete zwar auf Platz 14, aber nur 30 Sekunden langsamer und er wäre aber nicht mehr dabei gewesen. Markus und Thomas Lang (beide HSV Pinkafeld) unterliefen zu viele Fehler und scheiterten leider abermals am A-Finaleinzug.
Die Damen hatten ca 6,5km zu bewältigen. Mit Siegerzeiten um die 40 Minuten lagen diese wie bei den Herren um fünf Minuten unter den erwarteten. Unsere Damen kämpften vom Start bis ins Ziel, leider schlichen sich aber auch Fehler ein. Da man sich bei dieser sehr starken Konkurrenz keine Fehler erlauben darf blieb Karin Leonhardt (TV Fürstenfeld) und Thea Lillehov (SU Klagenfurt) leider auch das A-Finale verwehrt.
Unsere Läufer meinten zu ihren Leistungen über die Langdistanz-Qualifikation:
Karin Leonhardt: "Mein Rennen heute begann ich sehr motiviert - das Gelände sah schon sehr schön aus und machte richtig Freude aufs Laufen. Schon als ich die Karte bekam und die am Weg zum ersten Posten die Streckenanlage anschaute, ahnte ich dass ein sehr schwieriges Rennen auf mich zukommen würde, da sich fast die gesamte Bahn über das Dühnengelände erstreckte. Bis auf eine kleine Unsicherheit beim zweiten Posten gelang es mir eigentlich ganz gut ins Rennen zu kommen und bis Posten 7 (von 15) war ich auch eigentlich recht zufrieden mit meinem Laufrythmus. Danach merkte ich auch im Kopf dass ich deutlich müder wurde und ich machte beim 8., 9. und 11. Posten zwei Routenwahl- und einen Richtungsfehler die mich ca. jeweils 1 min kosteten. Am Schluss ging es dann noch einmal ganz gut bis ich zum vorletzten Posten kam und - mit dem Kopf schon im Ziel - einen
Paralellfehler bei einer Kuppe im Dickicht machte, was mir noch einmal 1,5min kostete - sehr ärgerlich. Zufrieden war ich damit, dass ich in diesem schweren sehr skandinavischen Gelände bei keinem Posten mehr als 2 min auf die Siegerzeit verlor jedoch zeigten die vielen kleinen Fehler, dass ich in so schwierigem Gelände noch zu wenig Erfahrung und Können mitbringe um technisch mit den besseren mithalten zu können. Ohne meine Fehler wäre es sogar fürs A-Finale knapp geworden, obwohl der Abstand bei den Damen vom 1. zum 17. Platz in meinem Heat nur bei 6min lag, womit ich eigentlich zufrieden bin, weil ich den Abstand zur Spitze im Gegensatz zu den letzten Läufen in ählichem Gelände wirklich verbessern konnte."
Thea Lillehov: "Tja, vorher sehr nervös, unterwegs so ziemlich die Nerven weggeschmissen. Am Weg von 1-2 zu wenig geschaut und ins "Grüne" hineingekommen. Erst am
Weg habe ich mich aufgefangen, dann war viel Zeit weg. Aber, hab es dann geschafft, Kopf
mehr oder weniger ruhig zu halten, bis ich bei Posten 9 nochmals eine
Suchaktion startete. Die dauerte zwar nicht so lange, aber jetzt war ich
wirklich gestresst und prompt habe ich bei den nächsten Posten einen Riesenfehler
gemacht. Ich passierte "meine" Mulde 3 mal ohne den Posten zu
sehen, bin den Posten von 4 Seiten angelaufen und habe den Posten erst nach 6 min
Suchzeit gefunden. Mit solchen Aktionen verdient man auch keinen Platz im
A-Finale. Die Beine waren sehr gut, also lag es daran, dass ich meine
Nerven nicht unter Kontrolle hatte. Sehr schade, dass mir das bei meiner
Lieblingsdisziplin nicht gelingen wollte."
Felix Breitschädel: "Ich bin mit meinem Lauf sehr zufrieden. Beim gestrigen Model-Event habe ich mir mein Konzept zurecht gelegt – das konnte ich den ganzen Lauf auch durchziehen. Wege ausnutzen, Postenraum schon vorher im Kopf haben, genügend Zeit zum Kartenlesen nehmen und dann offensiv rennen. Das hat funktioniert. Ohne Lupe wären die feinen Geländeformen sicher nicht im Laufen zu entschlüsseln gewesen. Heute die Pflicht, morgen dann die Kür. Freu mich schon ;)"
Gernot Kerschbaumer: "Nach den beiden gestrigen Sprintläufen fühlte ich mich wieder halbwegs erholt und konnte ein gutes Tempo anschlagen. Die lange Teilstrecke zum ersten Posten kam zwar etwas überraschend, aber vielmehr als schnell gerade laufen war nicht gefragt. In der Hügel- und Senkenlandschaft blieb ich leider nicht fehlerfrei, weil ich des öfteren die Karte falsch interpretierte. Gegen Ende profitierte ich von Daniel Hubmann, der auf mich aufgelaufen war. Dass es wiederum fürs A-Finale reichte, that’s great."
Markus Lang: "Am Anfang viel es mir relativ schwer in meinen Lauf zu finden. Ich hatte zu den ersten drei Posten ein paar kleinere Fehler. Nach etwas Eingewöhnungszeit, auf das für eine Klassikdistanz doch sehr detailierte Gebiet, fand ich mich relativ gut zurecht. Zum 10. Posten brachte mich ein Richtungsfehler aus meinem Konzept und ich verlor wertvolle Zeit. Die nächsten Posten waren wieder einigermaßen OK bis schlussendlich beim 17. Posten das "Große Suchen" losging. Ich habe etwas zu ungenau die Karte gelesen und dadurch nicht bemerkt, dass mein Posten viel tiefer war als ich ihn vermutete und machte dadurch einige extra Schleifen. Alles in allem war es ein sehr missglückter Versuch das ersehnte A-Finale zu erreichen."
Karte Herren-Quali
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Mit Sportgruß aus Ventspils
Richard Schuh
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 Felix Breitschädel
 Gernot Kerschbaumer
 Kartenausschnitt Herren Quali Lang
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