HSLZ-11: Schweizer OL–Experten zu Besuch in Seebenstein
Nach Jahren guter Kontakte gelang es dem Trainer des Heeresleistungssportzentrums Seebenstein, Richard Schuh, zwei Schweizer Experten ihres Faches nach Österreich zu holen, um an einem Trainersymposium in Wien teilzunehmen. Der Schweizer Herren-Nationaltrainer und früherer Weltmeister Thomas Bührer und der Sportarzt des Schweizer OL-Verbandes, Peter Züst, nahmen gerne die Einladung an, für 3 Tage zu einem Erfahrungsaustausch nach Österreich zu kommen.
Im Rahmen ihres Aufenthaltes nützten sie die Möglichkeiten, die Trainingsgegebenheiten im Bundesheer Ausbildungszentrum in Seebenstein, wo unter anderen Gernot Kerschbaumer trainiert, näher kennen zu lernen. Um ein so realitätsnahes Bild wie möglich zu erhalten, besichtigten sie so manche Testlaufstrecke und zeigten sich beeindruckt von den tollen Laufmöglichkeiten, die es gleich rund ums Heeresleistungssportzentrum gibt. Ein gemütliches Relaxen im Regenerationsbereich mit Whirlpool und Sauna durfte natürlich im Programm auch nicht fehlen.
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Beim Trainersymposium am Mittwoch Nachmittag an der Sportuniversität Wien standen Vorträge vom österreichischen Nationaltrainer Agoston Dosek, dem Trainingsbetreuer des Heeresleistungssportzentrum Manfred Zeilinger sowie von Thomas Bührer auf der Agenda.
Nach der Begrüßung durch Richard Schuh und einführenden Worten vom Präsidenten des Österreichischen Fachverbandes für Orientierungslauf Erich Simkovics berichtete Agoston Dosek zunächst über die Trainingsinhalte der abgelaufenen Saison, wie gezielt auf die speziellen Gegebenheiten bei EM und WM hintrainiert wurde, bevor er auf die Trainingsvorbereitungen und lokalen Gegebenheiten der WM 2009 in Miskolc näher einging.
Anschließend sprach Manfred Zeilinger, der seit Jahren auch im Langlauf und Biathlon als Ausdauerexperte tätig ist, über die wichtigsten Punkte um ideale Leistungsvoraussetzungen zu schaffen. Vor allem hob er die Bedeutung der Entwicklung sportartenübergreifender Fähigkeiten bis zum 15. Lebensjahr hervor.
Zum Abschluss referierte Thomas Bührer vor dem interessierten Fachpublikum über die Kunst "Im entscheidenden Moment das Richtige tun". Gekonnt brachte er den Zuhörern die fundamentalen Punkte und Erkenntnisse seiner Diplomarbeit näher. Hier wurde allen Teilnehmern bewusst, welch wichtigen Teil der mentale Bereich im Spitzensport generell und im OL im Besonderen einnimmt. Besonders interessiert folgten die anwesenden Leistungssportler den Ausführungen über die angewandten Methoden der Schweizer Topläufer.
In so mancher Abend- und Tagesstunde wurden zwischen den österreichischen Betreuern Richard Schuh, Manfred Zeilinger und Markus Kössler sowie den beiden Schweizer Gästen die aktuellen sportwissenschaftlichen Erkenntnisse näher diskutiert und auch über mögliche zukünftige Kooperationen gesprochen, die bereits im nächsten Jahr intensiviert werden sollen.
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Beim Erfahrungsaustausch: Dr. Peter Züst, Thomas Bührer, Richard Schuh, Manfred Zeilinger und Markus Kössler (v.li.n.re)
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Nach interessanten Einblicken ins Trainingssystem vom Heeresleistungssportzentrum Seebenstein und den Fachvorträgen in Wien zogen die beiden Schweizer Experten Bilanz.
Thomas Bührer zeigte sich von den lokalen Möglichkeiten beeindruckt, weil für den OL eine hervorragend geeignete Umgebung vorhanden ist. Die ständige Betreuung der Athleten durch die Trainer und den Trainingskoordinator läuft seiner Meinung nach gut organisiert ab. Auch in Belangen der sportwissenschaftlichen Möglichkeiten sieht Bührer durchwegs positive Tendenzen. Dass alle Athleten dazu noch günstig im Haus verkostet werden können, ist für ihn keine Selbstverständlichkeit. Die Koexistenz des OLs mit anderen Sportarten kann durchaus befruchtend wirken.
Dr. Peter Züst zog ebenfalls eine positive Bilanz über das Trainingssystem wie es in Seebenstein vorherrscht. Er hob die Aufmerksamkeit, die der Leistungsdiagnostik geschenkt wird, hervor und würde einen derartigen Stützpunkt auch gerne in der Schweiz sehen, denn das Potential das im ständigen Gruppentraining steckt darf nicht unterschätzt werden. Da eine gute Einbettung in den OL-Verband vorliegt sollten auch andere gute Athleten vom Trainingssystem profitieren. Begrüßenswert ist seiner Meinung nach auch die gegebene Trainingsabwechslung.
Mit Sportgruß
Richard Schuh
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