SkiOL ÖSTM Sprint & 4.Austria Cup: In der Kürze liegt die Würze
12.Jänner 2008 in Faistenau
Am Samstag 12.Jänner fand im Salzburger Fremdenverkehrsort Faistenau die diesjährige SkiOL Meisterschaften über die Sprintdistanz statt. Exakt 161 Meldungen gab es für diesen höchst interessanten Bewerb. Aufgewertet wurde dieser Lauf durch die Teilnahme von Wettkämpfern aus Litauen, Ungarn, Deutschland und der USA, die sich bereits auf der Anreise zur kommenden Europameisterschaft im SkiOL in der Schweiz befanden und noch einen selektiven SkiOL-Event in ihre Vorbereitung einbauen wollten.
Als Wettkampfkarte wurde die im vorletzten Jahr für die Junioren-WM im SkiOL hergestellte aber leider nie gebrauchte SkiO-Karte "Faistenau" verwendet. Die erweiterte Karte ist zwar doppelt so groß wie die diesmal verwendete, doch verläuft quer durch die Karte eine stark befahrene Bundesstraße, weswegen nur der westlichste Kartenteil verwendet wurde. Dieser Kartenteil ist eine stark kuppierte aber großteils offene Fläche rund ums Ortszentrum von Faistenau.
Der veranstaltende Verein ASKÖ Henndorf bot den Teilnehmern eine tolle Infrastruktur: Wettkampfzentrum war die hiesige Volksschule, Start und Ziel befand sich gleich hinter der Schule am Sportplatz. Dieser Sportplatz ist im Winter zum Einstiegszentrum für alle Langlaufloipen umfunktioniert worden und ist somit prädestiniert für einen derartigen Event. Besonders hervorhebenswert: es gab vis a vis des Parkplatzes und somit außerhalb des Wettkampfgebiets eine über 1km-lange Aufwärmrunde mit der Möglichkeit zum Schi-Test, die bei den Läufer sehr gefragt war. Gerade bei einem derart kurzem Meisterschafts-Event ist es besonders notwendig, wirklich gut aufgewärmt ins Rennen gehen zu können! Und bei etlichen SkiOLs fehlt leider öfters diese umfassende Aufwärmmöglichkeit.
Als Wettkampfleiter fungierte souverän Christian Breitschädel, der allerdings erst kurzfristig nach Weihnachten einspringen musste, nachdem der ursprüngliche OK-Chef abhanden kam. Eva Breitschädel war in ihrer ruhigen, überlegten Art der "Jolly-Joker" der Henndorfer im Hintergrund der Veranstaltung. Für eine perfekte Auswertung – basierend auf jahrelanger Chicken-Challenge Erfahrung – sorgte Leo Müller. Nicht zu vergessen Wolfgang Pötsch, der als offizieller ÖFOL-TD für die Einhaltung der WO sorgte. Der tschechische Kartenzeichner Martin Lejsek, der das Gelände am besten von allen kannte, agierte gemäß Ausschreibung offiziell erstmals auch als Bahnleger eines SkiOL-Austriacups.
Die heurige Sprint-MS war sicherlich die Kürzeste in der bisherigen Geschichte der Disziplin Sprint. Es war aber gleichzeitig auch eine der selektivsten Meisterschaften ganz nach dem Motto: "in der Kürze liegt die Würze". Im Schnitt lagen die Siegerzeiten bei den bisherigen Sprints zwischen 15-18 Minuten (H + D). Etwa 13 Minuten bei den Herren und ca. 11:30 bei den Damen ist sicherlich rekordverdächtig! Allerdings gehen die niedrigen Laufzeiten völlig in Ordnung, da vor allem die Charakteristik eines Sprintbewerbes - viele Posten im dicht verspurten Gelände, schnelle Entscheidungen, mehrere Richtungsänderungen - exzellent erfüllt wurde. Der große Maßstab 1:7.500 (AE:5m) sorgte dafür, dass Karte und Bahn trotz der oftmaligen Überkreuzungen und Richtungsänderungen sehr übersichtlich und gut lesbar war. Einheitlicher Kommentar der meisten Läufer: "einmal pro Saison ist ein derart kurzer Lauf sehr interessant und sicher zu befürworten, aber bitte nicht als Einzelveranstaltung!"
Der Hauptgrund für die so kurzen Laufzeiten bei dieser Meisterschaft war allerdings das Wetter und das liegt bekanntlich nicht mehr im Einflußbereich eines bemühten Veranstalters: die Langlaufloipen waren in der Nacht angefroren, teilweise hart aber nass. Es gab daher schnellere Spuren als ursprünglich angenommen und man war natürlich noch schneller, wenn man auf das richtige Wachs und auf die richtige Ski-Struktur gesetzt hatte.
Entscheidendes Kriterium bei dieser Sprint-MS war dann auch, wer am Schnellsten die vorherrschenden Bedingungen im Gelände einzuschätzen und auszunutzen wusste! Denn im ganzen Wettkampfgelände lagen zwischen 20-30cm Altschnee, der die Läufer "aller Gewichtsklassen" perfekt trug und nirgendwo einbrach. Und wer seine Routen am schnellsten auf diese optimalen Bedingungen zum Querlaufen anpasste und sich nicht an die gespurten Langlauf-Loipen hielt, der konnte sich an diesem Tag sehr weit vorne platzieren! Dieser Umstand sorgte dann in der Ergebnisliste auch für die eine oder andere ganz große Überraschung!
Auch waren aufgrund des diffusen Lichts und des ganz leichten Nieselregens im Gelände die Loipen nur schwer erkennbar und man verlor nur unnötige Zeit, um Spuren und Routenwahlen zu lesen. Die beste Variante war meist "Kompass und Diretissima". Im Postenraum selbst benötigte man dann auch noch eine Portion Glück bzw. ein gutes Raumgefühl, denn zumeist standen 2-3 Posten auf engstem Raum beieinander (ca. 50m) und alle in Sichtweite. Man sah daher so manchen Läufer, der zu all diesen Posten hinlief, um auf gut Glück seinen Posten zu erwischen. Dies kostete zwar nur 10-15 Sekunden, doch gerade beim Sprint-Bewerb können diese entscheidend sein! Bei einer doppelt so langen Laufzeit oder bei den längeren SkiOL-Disziplin Middle oder Lang wären manche Fehler kompensierbar gewesen, doch bei einem Sprint ist dies nahezu unmöglich. Und gerade das macht den Reiz dieser Disziplin aus!
Hauptaugenmerk wurde natürlich auf die beiden Staatsmeisterklassen der Herren- und Damen-Elite gelegt. Die Herrenstrecke hatte eine Länge von ca.3,4km mit 130Hm und 13 Posten. Äußerst interessant ist der Wettkampfverlauf via "Splitalyzer" nachzuverfolgen. Die derzeit vier besten heimischen SkiOLer (Kugler, Varga, Hechl, Habenicht) wechselten sich mehrfach an der Spitze und in den Medaillenrängen ab.
So führte Stefan Varga vom Start bis Posten 2, Max Habenicht beim Posten 3, und danach gab es zusammen mit Johann Kugler eine ständig wechselndes Führungsduo. Ab Posten 10 übernahm Johann Kugler aber zum letzten Mal die Führung und gab sie dann bis ins Ziel auch nicht mehr ab, während Max Habenicht auf den 3.Platz zurückfiel. Gefährlich nahe kam ihm beim 11. Posten nur noch David Hechl, der im ganzen Rennen zumeist an der 3.Stelle gelegen war und gegen Schluß des Rennens immer besser wurde.
Die analystische Frage ist aber nicht, wo wer gewonnen hat, sondern wer wo entscheidende Sekunden liegengelassen hat:
- Stephan Varga verlor das Rennen bereits zwischen Posten 2 und 3, denn ein 1-Minuten Fehler ist bei einem Sprint eindeutig nicht mehr aufzuholen. Zwischen Posten 9 und 11 verlor er noch einmal ca. 30 Sekunden, seine Zeit von 14:10 reichte damit dieses Mal nur mehr für "Blech"
- Max Habenicht lief ein solides Rennes und hatte lange Zeit die Führung inne. Der steile Anstieg (40Hm) von Posten 9 zu 10 kostete ihm aber ca. 25-30 Sekunden gegenüber den drei Anderen. Seine Laufzeit von 13:52 reichte im Endeffekt zur bronzenen Medaille.
- David Hechl konnte sich mit den örtlichen Bedingungen nicht so schnell "anfreunden" wie seine Konkurrenten und verlor am Weg zu Posten.1 entscheidende 25-30 Sekunden. Er holte aber stetig auf und wurde zum Schluß immer stärker. Sein Lauf mit einer Zeit von 13:33 wurde mit Silber belohnt.
- Johann Kugler machte hingegen nur einen einzigen 15-20 Sekunden-Fehler von Posten 6 nach 7, war sonst solide unterwegs und zeigte keine Schwächen an diesem Tag: Gold in 13:10!
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 Simkovics, Hechl, Kugler, Habenicht
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In der Damenklasse ging es im Kampf um die Medaillien leider nicht so spannend zu wie bei den Herren. Obwohl die Streckenlänge mit ca. 2,6km mit 90Hm und 12 Posten und einer Siegerzeit von 11½ Minuten doch etwas kürzer war als bei den Herren, waren die Zeitdifferenzen weitaus höher. Nur bis zur Hälfte des Rennens waren Regina Habenicht und Sonja Zinkl etwa gleich auf, dann aber setzte sich Regina Habenicht deutlich ab und gewann mit einer Laufzeit von 11:35 vor Sonja mit 12:30. Dritte in der Staatsmeisterschaft der Damen wurde Michaela Gigon (LZ: 13:49), die lange Zeit nur knapp langsamer als Sonja Zinkl war. Erst ein Orientierungsfehler mit Sturz knapp vor dem vorletzten Posten, bei dem Michaela eine Menge Schnee "zu Schlucken bekam" und in dessen Folge sie einige Sekunden benommen war und auch kaum Luft bekam, kostete sie beinahe eine Minute an Zeit. Trotzdem reichte es noch für Bronze.
Allerdings war dies nicht die drittschnellste Zeit in der Tageswertung: Marlene Habenicht war um ganze 5 Sekunden schneller (13:44). Damit sicherte sie sich allerdings den Titel in der D15-17-Klasse. Ihre stärker eingeschätzte Schwester Sara verhaute an diesem Tag ihren Lauf total, denn mit insgesamt 3 Minuten Fehler gewann sie in der D18-20-Klasse auch nur Silber. Siegerin bei den Juniorinnen wurde somit völlig überraschend Elisa Elstner in 15:37.
Weitere Sprintmeistertitel bei den Damen holten sich: Tina Wilfinger (D-14), Renate Krauland (D35-), Maria Hnousek (D40-), Elisabeth Fuchs (D45-), Traude Fesselhofer (D55-) und Dietlinde Venhauer (D60-).
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 Breitschädel, Zinkl, Habenicht, Gigon, Simkovics
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Während bei den Damen die Jugendlichen (15-17) und Juniorinnen (18-20) dieselbe Bahn wie die Elite hatten und somit eine gute Vergleichsmöglichkeit bestand, hatte der männliche Elite-Nachwuchs eine komplett andere Bahn. Dies war wegen der größeren Teilnehmeranzahl in diesen beiden Nachwuchsklassen und dem unbedingt nötigen Startintervall von 2 Minuten pro Klasse notwendig. Auch mussten wegen der Junioren-WM-Qualifikation die 15-17 und 18-20-Klassen unbedingt zusammengelegt werden. Wären diese beiden Herrenklasse nun auch die gleiche Bahn wie die Elite gelaufen, so hätte die Startprozedur an die 2 Stunden betragen. Dies wollte man dem Veranstalter natürlich nicht zumuten.
Im Vergleich dieser beiden Nachwuchs-Elite-Klassen hatte natürlich der Sieger der H18-20 Raphael Mallweger mit seiner Laufzeit von 10:13 die Nase vorne, doch Tobias Habenicht, Sieger der H15-17 war mit seiner Zeit von 10:33 nur geringfügig langsamer. Der 2. und 3.-Platzierte der H18-20 Niko Krauland und Helmut Gremmel lagen mit ihren Zeiten ca.1 Minute zurück.
Bei der anschließenden Siegerehrung wurde dann vom Kaderverantwortlichen Max Habenicht das Team für die JWOC und EYOC vom 12.-19.2. in Bulgarien vorgestellt: 3 Burschen und 4 Mädchen werden Österreichs Farben vertreten: Raphael Mallweger, Niko Krauland sowie Markus Obermüller, sowie Sara Und Marlene Habenicht, Julia Varga und Michaela Kugler. Leider mussten einige Läufer, die sich qualifiziert hätten, aus diversen schulischen oder beruflichen Gründen absagen. Kurios aber wahr, auch Angehörige des Heeres-Sport-Leistungszentrums dürfen nicht zu dieser offiziellen IOF Junioren-SkiOL-WM fahren. Und das obwohl sie sich eindeutig qualifiziert hätten und sie Hoffnungsträger des österreichischen SkiOLs sind.
Weitere österreichische Meister bei den Herren wurden: Rafael Dobnik (H-12), Adrian Wickert (H-14), Dieter Mikula (H35-), Manfred Stockmayer (H40-), Peter Nebel (H45-), Josef Hones (H50-), Georg Hechl (H55-), Curt Maier (H60-) und Otto Venhauer.
Am Sonntag folgte bei besseren Wetterverhältnissen noch der 5.Lauf des Austria Cups. Dem ASKÖ Henndorf und seinem Team sei ein großes Danke ausgesprochen für dieses tolle Wettkampfwochenende.
Ergebnis
Fotos
Chronik Staatsmeister
Austria Cup Zwischenwertung
Michael Melcher
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 Das Wetter am Samstag spielte nicht ganz mit
 Querlaufen war diesmal entscheidend!
 Johann Kugler
 Max Habenicht
 Sonja Zinkl
 Michaela Gigon
 Das Team des ASKÖ Henndorf
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