Trainersymposium mit Bührer, Dosek und Zeilinger
An der Sportuniversität Wien fand sich am Nachmittag des 19. Novembers 2008 eine kleine aber feine Runde ein, um über Geschehnisse und Entwicklungen im Orientierungslauf zu referieren. Für den Österreichischen Fachverband für Orientierungslauf hatte der Kommissionsvorsitzende für Elite und Junioren Richard Schuh hoch qualifizierte Referenten gewinnen können.
Österreichs Nationaltrainer Agoston Dosek, Trainingsberater im Heeresleistungssportzentrum Seebenstein Manfred Zeilinger und der Schweizer Herren-Nationaltrainer Thomas Bührer referierten über Teilbereiche ihres Fachwissens.
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Richard Schuh, Manfred Zeilinger, Hans Georg Gratzer, Erich Simkovics, Agoston Dosek, Thomas Bührer, Markus Kössler, Peter Züst (v.li.n.re)
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Den Begrüßungsworten von Richard Schuh folgten einführende Worte vom Präsidenten des ÖFOLs Erich Simkovics, der gerne mehr TrainerInnen zu diesem Forum willkommen geheißen hätte.
Als erster Referent gab Agoston Dosek zunächst einen Rückblick über die Trainingsmethoden und Trainingsinhalte im österreichischen Nationalteam in der abgelaufenen Saison, wie gezielt auf die lokalen Gegebenheiten bei EM und WM hingearbeitet wurde. Weiters berichtete er von der bevorstehenden WM 2009 in Miskolc, wo er jahrelang in seiner aktiven Karriere trainiert hatte und die Wälder kennt wie kaum ein anderer. Jede Disziplin wurde genau analysiert und die besonderen technischen Erfordernisse näher erläutert.
Im Anschluss ergriff Manfred Zeilinger, seit vielen Jahren Ausdauerexperte im Schilanglauf und Biathlon, das Wort und berichtete über wünschenswerte Strukturen im Ausdauersport um die richtigen Leistungsvoraussetzungen zu schaffen. Er meinte, dass trotz besseren Wissens, die Spezialisierung auf eine Sportart zu früh erfolge und nicht wie empfohlen erst ab einem Alter von 15 Jahren. Bis dahin sollte vor allem auf ein breites, sportartenübergreifendes Training Wert gelegt werden, wo viele motorische Fähigkeiten erlernt werden. Da es zwischen den einzelnen Ausdauersportarten viele Parallelen gibt, waren die Ausflüge in die Welt des Schilanglaufs bzw. Biathlon aufschlussreich. Zeilingers Umlegungen auf den Orientierungslaufsport waren gut nachvollziehbar. Für ihn stellt vor allem die hohe Wettkampfdichte eine besondere Herausforderung in der Trainingsplanung dar, auf die er aber auch athletenspezifisch Antworten lieferte.
Große Freude bereitete dem österreichische Publikum der Besuch der Schweizer Gäste Thomas Bührer und des Schweizer Sportarzt Dr. Peter Züst, der schon seit Jahren als sportmedizinischer Mitarbeiter im SOLV tätig ist.
Thomas Bührer präsentierte die fundamentalen Punkte und Erkenntnisse seiner Diplomarbeit, deren Titel "Im entscheidenden Moment das Richtige tun" lautet. Gekonnt schilderte er die Verknüpfungen zwischen Sportpsychologie und Orientierungstechnik und zeigte auf, welche Möglichkeiten bestünden bzw. im Schweizer Team angewendet werden, um im mentalen Bereich besser bzw. stabiler zu werden. Vor allem das System der "Drehbücher" weckte großes Interesse unter den anwesenden Personen.
Weitere Schwerpunkte waren:
- Wie schnell darf man laufen, damit der Kopf noch mitkommt?
- Um im OL besser zu werden, muss man OL trainieren (Anteil OL am Gesamttraining)
- bewusst ablaufende Vorgänge können durch Training beschleunigt werden
- spezifische Fertigkeiten bedürfen spezifischem Training
- neue Aktivitäten dürfen zwecks Gehirnforderung nicht vernachlässigt werden
- wenn man mit der Einstellung in den Wettkampf geht "man darf keine Fehler machen", ist jegliches Fehlerkonzept nur schwer umsetzbar
- Lenkung von Emotionen
Für Österreichs OL Sport haben derartige Vorträge eine hohe Bedeutung, weil der Informationsaustausch mit anderen Nationen intensiviert werden kann und dadurch aktuelle internationale Ansätze mit ins Training eingebaut werden können. Im konkreten Fall gelang es auch eine engere Kooperation mit den Schweizern zu vereinbaren, von der sich beide Seiten Synergieeffekte erhoffen.
Ein abschließendes Dankeschön gilt nochmals allen Referenten und TeilnehmerInnen. Bleibt nur zu hoffen, dass bei einer Wiederholung solch interessanter Vorträge mit Fachreferenten aus dem In- und Ausland mehr Trainer und Interessierte teilnehmen, um dem OL-Sport in Österreich einen professionelleren Stempel aufzudrücken.
Mit Sportgruß
Richard Schuh
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 ÖFOL-Präsident Erich Simkovics
 Nationaltrainer Agoston Dosek
 Ausdauerexperte Manfred Zeilinger
 OL-Weltmeister Thomas Bührer
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