Junioreneuropacup - Österreich mitten in der Weltspitze
Der Junioreneuropacup (JEC) ist für die Altersgruppe der 17-20-jährigen neben Jugendeuropameisterschaft (EYOC) bzw. Juniorenweltmeisterschaften (JWOC) der wichtigste internationale Bewerb. Charakteristisch dafür ist, dass mit Ausnahme einiger weniger Gründungsnationen wie Deutschland, Belgien und Österreich nur die Spitzennationen mit jeweils 6 Läuferinnen pro Altersklasse an diesem Bewerb teilnehmen.
Nachdem vergangenes Jahr durch zwei Parallelveranstaltungen das Teilnehmerfeld deutlich ausgedünnt war, waren heuer durch die Rückkehr auf den ursprünglichen Herbsttermin wieder alle Nationen mit ihren A-Teams am Start. Und die Österreicher/-innen, die noch vor einigen Jahren von Ausnahmen abgesehen, meist nur im hinteren Drittel platziert waren, konnten erstmals auf breiter Ebene auch im Juniorenbereich den Anschluss an die Weltspitze schaffen.
Doch alles der Reihe nach: Austragungsort war von Fr, 23. - So, 25. Oktober die sächsische Schweiz südlich von Dresden in Deutschland. Das anspruchsvolle Sandsteinfelsgebiet um den Katzstein, in dem auch schon 2004 ein Weltcupbewerb der Eliteklassen ausgetragen wurde, bot technisch und läuferisch sehr anspruchsvolle Wettkämpfe, in denen sich unser Team von Bewerb zu Bewerb steigern konnte.
Am Freitag im Sprintbewerb, der als gemischter Park-/Waldsprint ausgetragen wurde, konnten vor allem Helmut Gremmel und Erik Simkovics als 10. und 11. in der H20 und Robert Merl als 12. in der H18 überzeugen. Viele andere konnten zwar physisch mithalten, vergaben aber durch Fehler im technisch anspruchsvollen Anfangsteil mit einem Labyrinth an Böschungen und Terrassen besser Platzierungen.
So gingen wir dann mit verhaltenem Optimismus in den Langdistanzbewerb, der uns erstmals in die Felslabyrinthe führte. Technisch und läuferisch wurden die Läufer/-innen voll gefordert, so hatten beispielsweise die männlichen Junioren 10,0 km mit 470mHU zu absolvieren. Die Klasse des Teilnehmerfeldes zeigt sich daran, dass die Weltklasse-Eliteläufer Petr Losman und Christian Teich auf dieser Strecke im Rahmenbewerb am Nachmittag rund vier Minuten Rückstand auf den JEC-Sieger Matthias Kyburz aus der Schweiz hatten.
Sehr gut liefen unsere jungen Mädchen in der D18: die erst sechzehnjährige Anja Arbter wurde 12., Julia Bauer trotz eines 4,5-Minutenfehlers noch 15. und auch Laura Ramstein als 20. lies das halbe Schweizerteam hinter sich. Sensationell wieder Jugendeuropameister Robert Merl: als Sechster errang er ein Einzeldiplom und zeigte, dass er in seiner Altersklasse zur absoluten Weltspitze gehört. Und das trotz Verkühlung und seit 3 1/2 Wochen wegen der Bundesheergrundausbildung stark eingeschränktem Training. Gut auch noch Erich Simkovics als 16. (H20), Simon Arbter als 21. (H18) und Henrik Sulz als 23. (H20).
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 Siegerehrung H18: 6.Platz Robert Merl (re.außen)
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Der Höhepunkt aus österreichischer Sicht war aber ohne Zweifel der Staffelbewerb:
Bei den Mädchen stellten wir zwar das jüngste Team (Julia Bauer 17 Jahre alt, Laura Ramstein 17, und Anja Arbter 16), trotzdem kämpften die Österreicherinnen gleich nach dem Spitzenpaket tapfer und wurden schließlich 13. und in der Nationenwertung 6.
Geradezu sensationell aber das Burschenteam: Erik Simkovics kam mit nur wenigen Sekunden Rückstand als 4. von der Startstrecke zurück, Helmut Gremmel kämpfte trotz leichter Knöchelblessur in der Spitzengruppe mit (9. nach zwei Teilstrecken mit weniger als einer Minute Rückstand) und Robert Merl zeigte auf der Schlussstrecke einmal mehr, was für ein starker Staffelläufer er ist. Er führte das österreichische Team auf den hervorragenden 5. Rang hinter Dänemark, Schweiz, Norwegen und Großbritannien, aber vor starken Teams wie Tschechien und Russland.
Und so konnten wir uns am Schlusstag noch den siebenten Platz in der Nationenwertung (vor der Heimnation Deutschland) sichern. Und hätten wir in der D20, wo nur die tapfer kämpfende aber noch leicht rekonvaleszente Ulla Mayrhofer am Start war, ein volles Team stellen können, wären auch schon heuer Russland und Großbritannien hinter uns geblieben. Aber der Junioreneuropacup 2010 (24.-26. September in Schottland) kommt bestimmt.
JEC-Homepage
Bericht Erik Simkovics
Günter Kradischnig
im Namen des Betreuerteams (Markus Kössler, Franz Nagele, Kerstin Petz und Günter Kradischnig)
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