MTB-O EM & JWOC Langdistanz: Silber für unsere Damen, Bronze für die Junioren!
Hillerode (DEN) vom 22.-28.Juni 2009
Am Samstag, dem 27.Juni, fand ca. 20km nordwestlich von Kopenhagen traditionellerweise zum Abschluß der Europameisterschaft der Staffel-Bewerb statt. Für Österreichs MTBO-Team sollte es ein "zwiespältiger" Tag werden.
Zum Einen holten unsere Damen Lisi Hohenwarter, Sonja Zinkl und Michaela Gigon Silber, zum Anderen wurden unsere Herren auf dem Weg zu einer Sensation durch einen falschen Posten disqualifiziert. Und noch während dieser Bericht geschrieben wurde, verbesserte sich unser Herren-Juniorenteam vom 5.Platz (nach der Zieleinfahrt) auf den Bronzemedaillenplatz!
Diese Staffelentscheidung fand in einem typischen Kopenhagener Vorort statt: im Wald gab es sehr viele schnell zu befahrenen Wege. Die Herren 21- hatten 15km Luftlinie (ca.19km Optimal) mit nicht sonderlich vielen Höhenmetern (ca. 100Hm) + 30 Posten zu absolvieren. Für die Damen 21 waren 11km (14km Optimal) mit 80 HM (26 Po.) vorbereitet. Die Bahnen waren so angelegt, dass jeder Fahrer mehrmals in der Start-Ziel-Arena vorbeikam, d.h. es gab einen Zuschauerposten der 2x angefahren werden musste.
Bei den Damen übernahm von Beginn weg Hana Bajtosova für die Slowakei die Führung. Sie übergab nach knapp 50 Minuten vor Anna Füzy (Ungarn) und der sensationell fahrenden Italienerin Laura Scaravonati. Die favorisierten Däninnen folgten auf Platz 4. Die österreichische Starterin Lisi Hohenwarter folgte mit knapp 3:40 Rückstand auf Platz 7, nochmals 2 Minuten dahinter die späteren Siegerstaffel aus Finnland.
Die zweite Fahrerin der Finnen, Marika Hara, setzte sich dann auf ihrer Strecke nach 1h46min an die Spitze. Knapp 1 Minute dahinter die stark aufholenden Tschechinnen mit Hana La Carbonara, Eine weitere ½ Minute dahinter kam bereits Sonja Zinkl als drittplazierte gemeinsam mit der Dänin Line Pedersen zur Übergabe. Wieder einmal sollte es an Michi Gigon liegen, eine Medaille für Österreich zu sichern. Es stellte sich die Frage: "würde sie es schaffen, die 1 ½ Minuten Rückstand auf die führenden Finninnen wettzumachen?"
Bis zur letzten Zwischenzeit (2.Zuschauerposten) kam Michi bis auf 20 Sekunden an die Finnin heran, doch diese kämpfte bis zum Umfallen und rettete die Führung ins Ziel. Somit geht der Europameistertitel in der Staffel bei den Damen an Finnland. Bereits 1½ min hinter den Österreicherinnen kamen dann die Däninnen auf den Bronzeplatz. Silber geht jedoch an unser Damentrio Lisi Hohenwarter, Sonja Zinkl und Michi Gigon.
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 Zinkl, Gigon, Hohenwarter
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Der zweite Jubelpunkt an diesem Tag passierte nicht an der Ziellinie (Zieleinfahrt der Besten um ca. 13.00 Uhr), sondern erst um ca. 16.00Uhr nachmittags (also erst 3 Stunden später). Unser Juniorenteam in der Aufstellung Martin Moser, Gert Wallas und Kevin Haselsberger wurde nach Protest und Jurysitzungen die Bronzemedaille zuerkannt.
Eigentlich war Kevin Haselsberger nach fulminanter Aufholjagd als 5.Platzierter über die Ziellinie gerollt und alle waren froh über einen ausgezeichneten Diplomplatz bei der Junioren-WM. Doch plötzlich kam die Meldung eines "Marshalls" (Kontrollor) aus dem Wald, dass der tschechische Schlussläufer quer durch den Wald abgekürzt hätte und die auf Platz 2 liegende tschechische Staffel musste daher disqualifiziert werden. Der IOF-TD Wolf Eberle hatte hier alle Hände voll zu tun, besichtigte mit der Jury und Läufern das Terrain und entschied danach entsprechend den IOF-MBO-Regeln. Auch ein Gegenprotest des tschechischen Teams blieb erfolglos. Somit waren unsere Junioren bereits auf den 4.Platz vorgerückt und das schwedische Team wäre auf den Bronzeplatz vorgerückt!
Doch kurz vor der Siegerehrung kam dann eine erstaunliche Meldung ans Wettkampfgericht, das von sonderlicher Größe zeugte! Das schwedische Juniorenteam nahm sich selbst aus der Wertung, da auch ein schwedischer Fahrer unbeabsichtigt eine verboten Abkürzung fuhr. Auch er nahm dieselbe Querung wie der tschechische Fahrer, der zuvor disqualifiziert wurde. (Nicht jeder Läufer hätte sich im Anbetracht, - einer gewonnenen Medaillie – und nicht erwischt worden zu sein, selbst aus der Wertung genommen). Dennoch, unsere Burschen haben sich diese Medaillie redlich erkämpft.
Martin Moser als Startfahrer kam – nach einigen kleinen Fehlern - im Hauptfeld auf Platz 8 zur Übergabe. Gert Wallas – ein verlässlicher und nervenstarker Staffelfahrer – machte noch einen Platz gut und übergab als Siebenter. Der "frischgebackene" Juniorenchampion Kevin Haselsberger machte noch zwei weitere Plätze gut und kam als Fünfter ins Ziel. Das daraus doch noch eine Medaille wurde freut natürlich alle.
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 Moser, Wallas, Haselsberger
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Weniger erfolgreich unsere Elite-Herren. Tobias Breitschädel als Startfahrer bewies wieder einmal, dass er ein Weltklasse-MBOler ist und er übergab auf hoffnungsvoller zweiter Position knapp hinter der führenden dänischen Mannschaft.
Andi Rief fuhr ebenfalls ein Spitzenrennen, war permanent am Drücker und hatte das dänische Führungsduo sowie den dahinter liegenden polnischen Fahrer immer im Blickfeld. Doch beim Auslesen dann leider die Meldung: "Mispunched", falschen Posten gestempelt!
Bernhard Schachinger als Schlussfahrer, der bereits im Rennen war und von der Disqualifikation anfangs nichts mitbekam, kämpfte im Gelände brav weiter und kam an der 5.Stelle liegend ins Ziel. Natürlich war dannach die Enttäuschung groß, doch die Gewissheit, vorne dabei sein zu können, sollte für die kommende WM in Israel Motivation genug sein.
Auch unsere weiblichen Juniorinnen in der Aufstellung Tamara Haindl, Eva Primus und Silvia Petritsch wurden leider wegen Fehlstempelung aus der Wertung genommen.
Erstmals WM-Luft schnuppern durften auch unsere besten drei H15-17-Läufer: Sascha Brandmüller, Bernhard Finder und Markus Seppele. Sie durften bei der JWOC in der zweiten österreichischen Junioren-Staffel (eine Klasse höher) an den Start gehen, da man es nicht schaffte einen EYOC-Staffelbewerb (nur Einzelbewerbe standen am Programm) zu organisieren.
Aus organisatorischer Sicht war diese Europameisterschaft + Juniorenweltmeisterschaft nicht sonderlich herausragend. Hätte es nicht unseren erfahrenen IOF-TD Wolf Eberle gegeben, wahrscheinlich wären diese Wettkämpfe im Chaos versunken! Karten- und Bahnen waren durchwegs in Ordnung, doch auch aus sportlicher Sicht zeigten sich die dänischen Veranstalter nicht von ihrer Ruhmesseite! Zwar bejubelte man am Donnerstag auf der Langdistanz einen dänischen Champion, doch dass ca. 3 Monate zuvor im WM-Gebiet ein dänischer MBO-Bewerb durchgeführt wurde, dies wollte man allen Nationen verheimlichen. Als der österreichische Teamchef Iain Rochford die Veranstalter bei einer Mannschaftsführersitzung darauf ansprach und sogar eine solche "wilde Karte" organisieren konnte, kam man in Argumentationsnotstand.
Die Zeit zum Feiern ist für die meisten unserer erfolgreichen MBO-ler beschränkt, da man sich ab sofort auf die kommende WM in Israel vorbereiten muß.
In Summe war dies mit 6 EM- (1xGold / 3xSilber / 2xBronze) + 2 JWOC-Medaillen wohl die erfolgreichsten Titelkämpfe. Österreich liegt im Medaillienspiegel hinter Dänemark und Russland ganz vorne!
Österreich ist in der Zwischenzeit zu einer wahren MBO-Großmacht aufgestiegen. Alle Nationen haben großen Respekt vor dem Einsatz unseren Fahrer! Leider vermisst man diesen Respekt vor so tollen Leistungen und solchen Einsatz bei so manchem ÖFOL-Funktionär!
Homepage inkl. Ergebnis und Karten
Michael Melcher
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