MTB-O: Saisonauftakt 2009 – 5th Grandola Trophy Portugal
Mitte Jänner begann die heurige MTB-O Saison im Süden von Portugal mit 2 World Ranking Events in Grandola und Melides, etwa 130km südlich von Lissabon. Vom österreichischen Team machte sich Kevin Haselsberger und Andreas Rief auf den Weg nach Portugal, um die ersten Weltranglistenpunkte der Saison zu sammeln.
Die internationale Beteiligung war zwar nicht sehr groß, aber mit Simon Seger (Schweiz) und Victor Korchagin (Russland) recht gut. Nicht zu vergessen die Portugiesen, allen voran Daniel Marques, die in ihren Heimrennen immer für Top-Platzierungen gut sind. Bei den Damen dominierten vor allem die beiden Russinnen Ksenia Chernykh und Nadiya Mikryukova die Ergebnislisten. Susana Pontes (Portugal) und Karolina Mickeviciute (Litauen) komplettierten das Teilnehmerfeld der Damen in den vorderen Rängen.
An beiden Wettkampftagen standen bei den Herren Langdistanz Rennen über 30km mit Siegerzeiten knapp unter 2 Stunden am Programm. Für die Damen war die Strecke mit etwa 75-90 Minuten und 20km etwas kürzer. An beiden Tagen galt es ordentlich Höhenmeter (etwa 800-900 für die Herren und 500 für die Damen) in steilem Gelände zu überwinden und zahlreiche Flüsse zu queren. Von Letzterem konnte man sich schon im Model-Event überzeugen, aber aus Bequemlichkeit wurde hier noch auf oberschenkeltiefe und kalte Bachquerungen verzichtet. Allem vorweg muss man die Portugiesen für die gute Organisation und das sehr anspruchsvolle Gelände loben. Die Karten überzeugten mit hohem Standard und nur wenigen Fehlern, die aber eher auf überraschende Forstarbeiten zurückzuführen waren. Das Landschaftsbild wird in dieser Region von übersichtlichen Korkeichenwäldern geprägt, nur in den engen Tälern wachsen undurchdringliche Dornenbüsche, die alle Versuche abzukürzen (Tragen ist erlaubt) von vornherein ausschließen. Aus diesem Grund tat man auch gut daran die gepunkteten Wege zu meiden.
Der erste Wettkampftag in Grandola war durch dichtes Wegenetz und sehr hügeliges Gelände geprägt. Es gab keine sehr langen Anstiege, aber umso mehr steile und fast nicht befahrbare Rampen. Der Wunsch trockene Füße zu bewahren wurde gleich auf dem Weg zum 2. Posten zu nichte gemacht, auf der Idealroute lagen 5 Bachquerungen mit oberschenkeltiefen Wasser. Fehlerfrei durch diese Gelände zu kommen war fast nicht möglich, selbst der Sieger Victor Korchagin berichtete von zwei 5-Minuten Fehlern. Andreas Rief konnte mit nur 4 Sekunden Abstand den 2. Platz erreichen, aber auch sein Rennen war von einigen Fehlern geprägt. Der 3. Platzierte Simon Seger nahm eine falsche Abzweigung und kam mit fast 9 Minuten Rückstand ins Ziel. Kevin Haselsberger machte einige schwere Routenwahlfehler, konnte aber ebenso mit sehr guten Zwischenzeiten aufwarten, die mehr versprechen lassen. Bei den Damen wurde das Rennen von Ksenia Chernykh dominiert, welche mit 10 Minuten Vorsprung auf Nadja Mikryukova gewann. Dahinter erreichten Susana Pontes den 3. und Karolina Mickeviciute den 4. Rang.
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Siegerehrung Herren Elite
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Am Sonntag war das Wegenetz deutlich weniger dicht und auch das Gelände machte einen flacheren Eindruck. Leider war dies eine Täuschung, im Gegensatz zum Vortag waren die Anstiege diesmal lang und hoch, aber auch ebenso steil. Einige Hügel konnte man mit Müh und Not nur schiebend bewältigen. Bei den Herren konnte sich an diesem Tag Simon mit 20 Sekunden Vorsprung vor Victor durchsetzen. Diesmal war das Rennen von einigen entscheidenden Routenwahlen geprägt, die über Sieg und Niederlage entschieden. Andreas machte einige Routenwahlfehler, musste aber auch einer Erkältung Tribut zollen und wurde diesmal nur 8., konnte aber in der Gesamtwertung den 2. Rang behalten. Dritter wurde an diesem Tag der Spanier Juan Jose Vazquez mit nur knapp 45 Sekunden Abstand zu Victor. Kevin erreichte den guten 7. Platz, dies vor allem beachtenswert, da er sich bereits am 5. Posten einen schleichenden Platten einfuhr und die letzten beiden Posten zu Fuß bewältigte. Bei ihm hat wie schon so oft, wiedermal der Defektteufel zugeschlagen. Alles in allem war es ein Wunder, dass es nicht mehr Defekte gab, die Bachquerungen und Dornenbüsche setzten den Bikes doch ziemlich zu. Bei den Damen wiederholte sich das Ergebnis vom Vortag mit den beiden Russinnen an der Spitze.
Es waren mit Abstand die besten Wettkämpfe die wir in Portugal gesehen haben. Man kann nur hoffen, dass es bei der WM 2010 ähnlich gut läuft.
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Kartenausschnitt
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Daneben gibt es aber auch noch einige Details abseits des Orientierungssports zu berichten, am besten übertitelt mit: Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben. Die Anreise gestaltete sich für die meisten Teilnehmer ja noch unproblematisch, aber damit hatte es sich auch. Die Heimreise wurde dann mehr zum Problem. Die erste schlechte Nachricht erreicht Karolina per SMS aus der Heimat, ihrer Fluglinie ist pleite, alle Flüge gecancelt. Weiter ging es dann mit Kevin und Andreas. Andreas bekam nach dem Wettkampf hohes Fieber und durfte trotzdem die ganze Nacht am kalten Flughafen in Lissabon verbringen, weil die Maschine enorme Verspätung hatte und erst um 4 Uhr früh startete. Kevin traf es aber noch schlimmer, beim Check-In wurde ihm mitgeteilt, er habe den Rückflug für den 19. Februar (!) gebucht, somit keine Chance das Flugzeug zu ergattern, da das Ticketoffice schon geschlossen hatte. Somit genoss er ein unfreiwillig verlängertes Trainingslager in Portugal und wartete auf den nächsten Flug.
Ergebnis WRE-Event
Fotos
Homepage Andi Rief
Andi Rief
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 Andi Rief und Simon Seeger
 Siegerehrung Damen
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