MTBO WRE Veszprem: Sieg für Tobias Breitschädel
Knapp 220km südöstlich von Wien, nahe der mittelungarischen Stadt Veszprem, fanden am 25. und 26.April zwei WRE-Events im Rahmen eines 2-Tage-MTBOs statt. Ort des Wettkampfes war ein aufgelassenes Militärübungsgelände, wo in den 70er- und 80er-Jahren noch die russischen Panzer umhergefahren sind. Heute wird dieses riesige Areal motormäßig nur noch von Enduro- & Motocross-Maschinen (intensivst) genutzt – und natürlich von Moutainbikern.
Ca. 400 Teilnehmer vorwiegend Ungarn, Tschechen und Slowaken zeigten welchen Stellenwert der MTBO in diesen Ländern hat. Inmitten dieses internationalen Klassefeldes eine ca. 30 Fahrer umfassende österreichische Abordnung. Der MTBO-Elitekader nutzte diese Möglichkeit um gute Worldranking-Punkte sammeln und das MTBO-Jugendteam nutzte diese Gelegenheit um international Erfahrung zu sammeln, da ja in Österreich die Anzahl der qualitativ hochwertigen Bewerbe und Trainingsmöglichkeiten leider beschränkt sind.
Für österreichische Verhältnisse ungewöhnlich; man konnte fast überall kreuz und quer durch das Gelände fahren, verboten waren nur landwirtschaftliche Kulturen.
Mit vollem Elan startete das österreichische Herren+Damen-Team in die internationale MTBO-Saison.
Nach einigen "Warm-up"-Events, darunter die ersten beiden MBO-Austria-Cups in Wr.Neustadt, wurde es nun ernst.
Samstag, 25.April 2009: Mitteldistanz
Am ersten Tag stand ein Middle-Distance–Bewerb mit Einzelstart am Programm. Die Herren Elite hatte 11,8km(Luft) bzw.17,7km(optimal) +250Hm+14Posten zu bewältigen.
Sprint-Europameister Tobias Breitschädel gelang ein toller Rennbeginn: bereits nach den ersten Posten ging er in Führung und behielt diese Spitzenposition bis ins Ziel. Sein WRE-Sieg in 46:04 mit ca. 1:20 Vorsprung war in diesem Weltklassefeld doch überraschend deutlich. Den 2.Platz belegte Jan Lauermann (CZE) in 47:25, den 3.Platz errang Beat Schaffner (SUI) in 47:45. Einen tollen 7.Platz erreichte noch Andi Rief mit 49:45 und den 12.Platz Bernhard Schachinger in 51:49. Allein in der H21-E-Klasse waren über 100 Teilnehmer am Start!
Bei den Damen gab es zwar keinen Sieg, dennoch einen ausgezeichneten 4.Platz durch Michi Gigon auf der 9,3km(Luft) / 13,8km (optimal) langen D21-E-Strecke. Der Sieg ging an Christine Schaffner (SUI) in 44:47 vor Hana Bajtosova(SVK) 46:26 und Anna Telyakevych (UKR) 46:41.
Einige tolle Erfolge gab es auch durch das von Klaus Wallas und Toni Haindl bestens betreute ÖFOL-Jugendteam. So konnte Martin Moser in der H18-20-Klasse den 2.Platz belegen. Noch besser lief es für Silvia Petritsch in der D15-17-Klasse: sie siegte recht deutlich und legte somit neuerlich eine ungeheure Talentprobe ab.
Einen weiteren Podestplatz (2.Platz) gab es durch Iain Rochford in der H40-.
Sonntag, 26.April 2009: Langdistanz
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 Les Mans-Start zum Auftakt der Langstrecke
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Am Sonntag fand der Langdistanzbewerb in Form einer Einerstaffel mit Massenstart statt: 3 Schleifen mit mehreren Gabelungen waren zu absolvieren. Sowohl für Zuseher als auch für die Fahrer selbst ein äußerst attraktiver Event. Es war toll zuzusehen wie ca. 100 Elitefahrer gleichzeitig ins Rennen starteten bzw. bei der Zieldurchfahrt auf die nächste Schleife gingen. Schade, dass in Österreich kein Veranstalter eines MTBO-Bewerbes den Mut findet, eine Langstrecke in Form einer Einerstaffel durchzuführen!
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 Massenstart aus der Luft gesehen: Routenwahl zu Posten 1
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Auch am 2.Tag hatte Elite-Betreuer Wolf Eberle Grund zur Freude: nicht nur wegen der neuerlich tollen Leistungen in den Eliteklassen, sondern auch über seinen eigenen Podestplatz.
Insgesamt hatten die H21E 27,5km (Luft)- 38,2km (optimal) + 350Hm mit 23 Posten sowie die D21E 21,9km (Luft) – 30,2km (optimal) +300Hm mit 21 Posten zu absolvieren.
Nur 25 Sekunden am Sieg vorbei fuhr Andi Rief (94:07) bei diesem Bewerb und war somit bester Österreicher. Den Sieg holte sich Lubomir Tomecek(CZE) (93:42) vor Honza Svoboda (CZE) (93:45) und Simon Seger (SUI)(93:49). Vortagssieger Tobias Breitschädel landete diesmal in 96:38 auf Platz 10. Einen tollen 13.Platz gab es noch für den Junior Kevin Haselsberger in 97:31.
Michi Gigon war auch in der Langdistanz vorne dabei, doch fürs Podium reichte es nicht ganz: hinter Hana Bajtosova (SVK / 85:59) und Anna Füzy (HUN / 86:02) wurde es diesmal in 87:11 Platz 5. Lisi Hohenwarter fuhr als zweitbeste Österreicherin in 94:50 auf Platz 14.
Auch dem Jugendteam gelangen wieder einige tolle Platzierungen. Beste war neuerlich Silvia Petritsch mit Platz 2 in der Klasse D15-17. Knapp am Podest vorbei Sascha Brandmüller mit seinem 4.Platz in der H15-17.
Einen überlegenen Tagessieg gab es noch durch Walter Dravetz in der H50. Zweiter wurde in dieser Klasse noch Wolf Eberle.
Was hier in Ungarn wieder unter Beweis gestellt wurde: MTBO ist international eine sehr materialintensive OL-Disziplin. Man konnte dies an beiden Tagen sehr deutlich erkennen, denn kaum jemand aus dem österreichischen Team blieb an einem der beiden Tage ohne Defekt. Vielleicht erscheint dies als ungerechtfertigte Abschreckung für den "OL-Normalverbraucher". Zum Trost: in allen AC-Bewerben zusammen gibt es kaum so viele Defekte wie bei einem solchen internationalen Meeting. Dazu gehören hauptsächlich der obligatorische "Patsch'n", aufgeschlitzte Mäntel, Kettenrisse oder Werfer- bzw. Schaltwerkdefekte.
Bei den nächsten beiden heimischen MTBOs in den Weinbergen von Guntramsdorf und Gumpoldskirchen wird es aufgrund der gut zu befahrenden Wege und Straßen wohl kaum zu einer Materialschlacht kommen, dort geht es eher familienfreundlich zu.
Ergebnisse
Fotos (Haindl)
MTB-O WRE-Liste 2009
Ausschreibung MTB-O AC 3.+4.Lauf
Michael Melcher
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