SkiOL ÖSTM/ÖM Sprint: Kriterium des letzten Schnees im Mürztal
Mürzzuschlag am 7.Februar 2009
Am Samstag, dem 7.Februar, fand auf einer kleinen Hochebene über dem Mürztal die österreichische Sprint-MS 2009 statt. Das Wettkampfareal liegt genau über dem Ganzsteintunnel der "Semmeringautobahn", ca. 3km südöstlich von Mürzzuschlag in der Gemeinde Ganz.
Diese Sprint-MS war die kurioseste ÖSTM/ÖM seit langem und sorgte in vielerlei Hinsicht für Überraschungen. Von der Qualität her fügte sich dieser Event an das hohe Niveau der vorangegangenen nationalen Meisterschaften nahtlos an.
Dieser SkiOL-Bewerb war lange Zeit unbesetzt geblieben und konnte erst zu Neujahr endgültig fixiert werden. Dankenswerterweise hatten sich die Naturfreunde Steiermark rund um Gerfried Hoch bereit erklärt, diesen Event zu übernehmen. Das OK-Team mit Gerfried Hoch als Wettkampfleiter, seinem Stellvertreter Thomas Mühlbacher und dem Bahnleger Gottfried Lang war Garant für einen selektiven Bewerb. Bereits in der vergangenen SkiOL-Saison hatte man in Eisenerz einen super 2-Tage-Ski-OL organisiert. Für das dichte Spurennetz in diesem doch sehr kleinen Wettkampfgebiet sorgten die erfahrenen Ski-OLer Sepp Kammerhofer und Manfred Spandl.
Unsicher war man zuerst, ob man es schaffen könne, neben dem Einzelbewerb auch einen Staffelbewerb zu organisieren. Dank der Zusage vom Auswerte-Spezialisten Eugen Kainrath die gesamte Zeitnehmung zu übernehmen, nahm man diese Herausforderung an und rettete somit die ÖFOL SkiOL-Saison.
Als Wettkampfort standen vorerst mehrere Gebiete zur Auswahl. Allerdings sollte die Nähe zum Vereinshauptsitz im Mürztaler Ort Veitsch gewahrt bleiben. Hier legte man natürlich oberste Priorität auf das hiesige Langlaufgebiet "Ganz-Steinbauer" mit seiner nur ca.8km langen Standardloipe. Dieses Spurennetz sollte dann entsprechend den Anforderungen für die Disziplin Sprint an den geeigneten Stellen (nicht überall) verdichtet werden.
Als Ersatzort wurde auch die noch nie verwendete Karte "Teichalm" ausgekundschaftet. Nachdem bis zum SkiOL-Weekend auf der Postalm noch keinen Schnee im Wettkampfgebiet lag, begann man sich intensiver mit der Verlegung ins Ersatzgebiet anzufreunden. Auch wurden bereits Kontakte mit verantwortlichen Personen auf der Teichalm hergestellt und entsprechende Genehmigungen eingeholt. Es wurde quasi parallel geplant, was natürlich zeitaufwendig und auch kostenintensiv war.
Auch am Langlaufzentrum St.Jakob im Walde zeigte man Interesse. Dort ist aber nach der SkiOL-Veranstaltung vor ca. 10 Jahren kein SkiOL mehr erwünscht, nachdem damals ein unbekannter SkiOLer einen Winter-Wanderer niedergeführt hatte und unerkannt entkommen konnte.
Letztendlich – als man sich bereits mit einer Verlegung auf die Teichalm abgefunden hatte, fing es ca. 10 Tage vor dem Event im Mürztal leicht zu schneien an und bis zum Sonntag, dem 1.Februar, kamen an die 30cm Neuschnee zusammen. Erleichtert konnte man eine Woche vor dem Event mit der Präperierung der Spuren beginnen. Am "Reissbrett" war zu diesem Zeitpunkt bereits alles fix und fertig geplant. Allerdings lagen in den wenigen Waldgebieten zu wenig Schnee bzw. waren die meisten Waldwege durch Holzarbeiten unpassierbar. Daher konnte man ausschließlich offene Flächen gefahrlos präparieren und belaufen.
Bis Mitte der Vor-Wettkampfwoche schien es keinerlei Schneeprobleme zu geben. Aus der Erfahrung her war es für alle Mitorganisatoren und Helfer schier unmöglich, dass die weiße Pracht in so kurzer Zeit verschwinden könne. Was niemand glaubte, wurde jedoch leider wahr. Schuld ist einfach die nicht einschätzbare und einkalkulierbare Kraft der Natur!
Bereits am Donnerstag fing es an, sehr warm zu werden. Freitag bei der letzten Präparierungsfahrt und bei der anschließenden Spurkontrolle schien trotz frühlingshafter Temperaturen um 10°C noch keine Gefahr für Loipen und den gesamten 2-Tage-Bewerb zu bestehen.
Auch Samstag früh beim Postensetzen und Kontrollieren waren alle Spuren – Dank der tiefen Temperaturen in der Nacht – noch einigermaßen gefroren und durchaus schnell zu belaufen!
Pünktlich zur Mittagszeit setzte jedoch überraschend heftiger Föhnsturm ein und es wurde von Minute zu Minute wärmer und wärmer. Dunkle Regenwolken bauten sich in der Ferne auf und wurden durch den Wind bedrohlich nahe herangetrieben. Allerdings sollte es bis zum Abend noch trocken bleiben.
So trat auch der kuriose Fall ein, dass die vorderen Startnummern bevorteiligt waren, da die Spuren noch besser und ein wenig härter waren. Je länger das Rennen dauerte, desto weicher und sulziger wurde der Schnee. Trotz der kurzen Streckenlängen merkte man dies deutlich an den Laufzeiten. Da mehrere Klassen dieselbe Bahn absolvierten, fällt es hier bereits sehr schwer, die auf derselben Bahn erzielten Zeiten miteinander zu vergleichen. Auch wurde z.B. noch während des Rennens permanent Schnee an den kritischen Stellen der Loipen eingeschaufelt, um allen Läufern gute Bedingungen zu bieten.
Innerhalb der einzelnen Startgruppen gab es annähernd gleiche Verhältnisse, weswegen man doch von fairen Bedingungen für die einzelnen Kategorien sprechen kann. Auch waren die Sieger- und Durchschnittszeiten durch diesen Warmwettereinbruch meist weit über der Sprint-Norm, was jedoch von keinem einzigen Läufer bemängelt wurde, hatte man doch größtes Verständnis für die schwierige Situation der Veranstalter. So wurde beispielsweise die Damen-Elitebahn am Vortag bei schnellen Bedingungen getestet und man war um ca. 8 Minuten schneller als die Tagesbestzeit am Samstag nachmittag.
Insgesamt traten 126 LäuferInnen zu diesem Sprintbewerb an, leider waren kaum Läufer aus Oberösterreich, Salzburg oder Tirol am Start. Zum regulären Meldeschluß 10 Tage vorher waren gerade einmal 80 Meldungen beim Veranstalter eingetroffen, erst durch die Verlängerung der Meldefrist bis Mittwoch vor dem Bewerb konnten noch über 40 Nach- und Spätmeldungen ergattert werden.
Die längste Bahn dieser Sprint-MS betrug 3,9km+105Hm mit 14Posten. Erst die H40,- dann H35-, H18-20 und schließlich die H21 Elite bewältigten alle in dieser Reihenfolge diese Strecke. Den besten Ski und auch die richtigen Entscheidungen und auch die besten Beine hatte an diesem Tag Johann Kugler (LZ OMAHA). Mit seiner Tagesbestzeit von 22:20 war er um 1:20 schneller als sein Vereinskollege Stephan Varga, der sich die Silbermedaille sicherte. Die Bronzene geht – wie bereits eine Woche zuvor bei der Langdistanz-MS – an Pierre Kaltenbacher (HSV OL Wr.Neustadt) in 24:49. Wieder einmal blieb nur der undankbare 4.Platz für Raphael Mallweger (NF Villach) in 26:46.
Die drittschnellste Zeit in der Tageswertung erzielte Dieter Mikula (SU Klagenfurt) mit 24:47min. Das bedeutete den Sieg in der H35-Klasse aber keine Staatsmeisterschaftsmedaille. Im Vergleich deutlich zurück blieben in der Tageswertung die Sieger der H40- Michael Stockmayer (HSV OL Wr.Neustadt / 26:53) und der Juniorenklasse Thomas Schuh (HSV Pinkafeld / 27:30). In der Juniorenklasse gab es auch die knappste Entscheidung dieses Tages, denn nur 5 Sekunden trennten den zweitplatzierten Pinkafelder Helmut Gremmel vom Titel.
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Kurios fiel die Titelentscheidung in der Damen-Eliteklasse (3,0km – 90Hm –13Posten) aus. Denn sowohl die Favoritin Sonja Zinkl als auch die von ihr eingeholte Vereinskollegin Elisabeth Hochwarter stempelten zum Schluß des Rennens gemeinsam einen falschen Posten und mussten disqualifiziert werden. Somit holte sich Eva Ponweiser überraschenderweise ihren ersten langverdienten Staatsmeistertitel im SkiOL. Ihre Zeit von 26:58 war zwar nicht die allerschnellste Zeit in der Tagesreihung, allerdings sagt die ÖFOL-Wettlaufordnung: "wer Staatsmeister werden will, muß auch in der höchsten Leistungsklasse H- bzw. D-21 Elite starten!". Vielen LäufernInnen fehlt dazu der Mut, daher können sie derzeit auch keine Staatsmeistermedaillen erringen.
Ebenso eine Überraschung wie die Siegerin war auch die Vergabe der weiteren Podestplätze.
Marina Skern (NF Wien) sicherte sich die Silbermedaille und Fuß-OL-Spezialistin Stephanie Killmann (TV Fürstenfeld) holte sich Bronze in der Eliteklasse.
Die schnellste Zeit in der Tagesreihung, auch bedingt durch die frühere Startzeit, lief die Siegerin in der D40-Klasse Renate Krauland (SU Seckau) mit 26:29. Ihr Vorsprung auf die Zweitplazierte in ihrer Klasse Ursula Egger-Novak (HSV Baden / 26:56) betrug gerade 27 Sekunden. Die schnellste Juniorin Gisa Linhart (HSV OL Wr.Neustadt) blieb mit ihrer Zeit von 29:55 in der Tagesreihung etwas hinter der schnellsten D35-Läuferin Bati Tobler (HSV OL Wr.Neustadt / 27:40).
Einen Doppelsieg für die Familie Kugler gab es auch in den beiden 15-17-Kategorien. Während Simon Kugler (LZ Omaha / 16:33) überraschend knapp Tobias Habenicht (SU Klagenfurt / 17:18) besiegte, gewann seine Schwester Michaela Kugler (LZ Omaha / 17:50] deutlicher vor Anna Simkovics (OLC Wienerwald / 21:46). Die Jugendläufer waren allerdings noch ziemlich müde von den anstrengenden Wettkämpfen eine Woche zuvor bei der Jugend-EM im schwedischen Grönklitt.
Nachdem gegen 15.00Uhr auch die letzten Teilnehmer das Ziel erreicht hatten, waren einige Spuren im Gelände durch die hohen Temperaturen bereits unbelaufbar geworden. Vor allem am südseitig gelegenen Sonnenhang waren fast alle Spuren weggeronnen. Daher begann man noch während der Siegerehrung mit dem Absammeln der kritischen Posten und dem Umplanen der sonntägigen Staffelbahnen. Dank Gerfried Hochs unermüdlichen Einsatz konnten die umgeplanten Staffelbahnen noch in der Nacht neu gedruckt werden.
Absage SkiOL Staffel-MS am 8.2: "ein Alptraum wurde Wirklichkeit"
Ein Alptraum für jeden Veranstalter wurde am Sonntag, dem 8.Februar, leider wahr! Unmittelbar nach der Siegerehrung der Sprint-MS am Samstag abend, begann es zu regnen. Dieser Regen hielt die ganze Nacht an. Bereits vor Sonnenaufgang war man wieder im Gelände unterwegs, um die Auswirkungen des Dauerregens zu inspizieren. Auch war der Veranstalter bemüht, den Bewerb möglichst über die Bühne bringen zu können. Die SI-Stationen wurden vorprogrammiert und die Posten wurden vorsorglich gesetzt. Doch dies sollte alles nichts mehr nützen. Ein Wettkampfgericht musste zusammentreten, um über die Durchführbarkeit des Bewerbes zu entscheiden. Sowohl die Veranstalter G.Hoch, T.Mühlbacher, G.Lang als auch der TD Michael Melcher zusammen mit dem Juryvorsitzenden Wolfgang Pötsch in Vertretung des erkrankten Präsidenten ebenso wie der Auswertechef Eugen Kainrath machten einen Lokalaugenschein im Gelände. Gegen 8:00 Uhr früh fiel dann nach telefonischer Rücksprache mit dem SkiOL-Referenten Hans Georg Gratzer und dem ÖFOL-Präsidenten Erich Simkovics der Entschluß, diesen Bewerb kurzfristig abzusagen.
Telefonisch wurden so viele Vereine wie nur möglich von dieser Absage informiert. Leider konnten nicht alle Läufer kontaktiert werden, da nicht alle per Handy erreichbar waren. Daher soll es v.a. für SkiOLs in Zukunft eine verpflichtende Angabe eines "Schneetelefons" auf Seiten des Veranstalters geben, wo sich die SkiOLer jederzeit informieren können. Auch soll pro Verein eine bis zwei Handynummern bei der Anmeldung angegeben werden, wo im Falle eines solchen "Worst Case" sofort Informationen ausgetauscht werden können.
Ein Nachholen des Staffelbewerbes noch in dieser Wintersaison erscheint nicht als zielführend, ist doch der Staffelbewerb an einen Austria-Cup Einzelbewerb gebunden. Nur so können ausreichend Teilnehmer für einen Veranstalter garantiert werden. Da jedoch der Austria Cup 2009 bereits mit der Sprint-MS zgl. 6.Lauf des Austria Cups abgeschlossen wurde, müsste die Staffel als "isolierter" Bewerb durchgeführt werden. Wahrscheinlich würde dann in etlichen Klassen gar keine Meisterschaft mangels Starter zustande kommen. Daher lautet der Entschluß der SkiOL-Kommission, die Staffel-MS zu Beginn des kommenden Winters nachzuholen. Die Naturfreunde Steiermark haben sich noch am Wettkampftag bereit erklärt, diesen Staffelbewerb im kommenden Dezember im Rahmen eines SkiOL-Openings irgendwo in der "Höhe" nachzutragen.
Ergebnis
Splits
Karte Damen Elite
Karte Herren Elite
Fotos
Austria-Cup Endwertung
Michael Melcher
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