SkiOL 3-Länder-Event in Ulrichsberg
31.Jänner/ 1.Februar 2009
Ein tolles SkiOL-Fest durften am Samstag, dem 31.Jänner, und Sonntag, dem 1.Februar, über 400 Starter aus insgesamt 5 Ländern (AUT, TCH, DEU, SUI und HUN) feiern. Neben den SkiOL World Masters Anfang Jänner auf der Postalm war dies das zweite internationale SkiOL-Highlight des Jahres in Österreich.
Dieses Weekend schuf im österreichischen SkiOL wieder einmal neue Dimensionen: erst einmal zuvor waren über 400 Teilnehmer bei einem SkiOL auf österreichischen Boden am Start. Und zwar wenige Wochen vorher auf der Postalm hatte man mit 430 Teilnehmern schon die bisherige Rekordmarke von 203 TN (2006 – Innerrosenau -> DM+ÖM) übertroffen.
Allerdings gab es hier und jetzt strenggenommen 3 unabhängige Wettkämpfe. Zum Einen die tschechischen Bewerbe, zum Anderen die Austria Cups sowie die Deutschen Meisterschaften: d.h. es liefen parallel bzw. zeitversetzt 3 nationale Meisterschaften. Jedes Land mit eigenem Organisationsbeitrag und mit eigener Wettlaufordnung, mit anderer Nullzeit, mit anderem nationalen Wettbewerbsleiter, eigenem TD + Jury und auch unterschiedlichem Nenngeld. Nur die Bahnlegung wurde gemeinschaftlich abgestimmt. Hauptverantwortlich für die Bahnen war – in bewährter Manier – Johannes Schenk, die Kontrolle übernahm Wolfgang Pötsch und Wettkampfleiter des Gesamtbewerbes war wieder einmal Alois Mair bestens unterstützt durch seine Vereinskollegen von den Naturfreunden Linz.
Bereits das Ski-OL-Opening auf der Tauplitzalm wurde von diesem Team mustergültig organisiert, also konnte man sich hier wieder ähnliches erwarten. Für die große Anzahl an erwartenden Läufern musste man sich jedoch enorm verstärken, um für den Ski-OLer-Ansturm gewappnet zu sein. Es entsprang dadurch eine länderübergreifende Kooperation zum tschechischen OL-Verein KCK Krumlov. Chef des tschechischen Spurkommandos war Jan Fláser, der mit Kollegen permanent mit dem Ski-Doo im Gelände unterwegs war.
Die ganze Vor-Wettkampf-Woche war man dabei, dieses einzigartige Loipennetz von über 100km (!) LL-Spuren in den Wald zu zaubern. Dank an das Stift Schlägl – Großgrundbesitzer in dieser Gegend – die das Fahren mit Ski-Doos im gesamten Areal gestattete.
Ein großes Dankeschön ergeht auch an Karl Lex, der diese Wettkampfkarte zur Verfügung stellte. Noch nie hat hier nach den Weltcupbewerben im Jahr 2000 ein nationaler OL-Bewerb stattgefunden. Eigentlich sehr schade, werden sich viele Läufer im Nachhinein denken. Ist doch dieses Langlaufgebiet in Schöneben eines der selektivsten geschlossenen Waldgebiete in Österreich, die wir SkiOLer mit Ski-Doos befahren dürfen. Weiters fällt auf, dass bei den beiden Weltcupbewerben im Jahre 2000 zwar ein flächenmäßig größeres Areal, dieses aber wesentlich weniger dicht als jetzt verspurt wurde. Es gäbe hier somit auch noch Gebietsreserven, da flächenmäßig nur ca. 2/3 der ursprünglichen Karte verwendet wurde.
Das Spurennetz war - wie bereits erwähnt – sensationell: noch nie gab es bei einer Österreichischen Meisterschaft in einem Waldgebiet ein derart dichtes Spurennetz. Und dieses Spurennetz wurde an beiden Tagen restlos ausgenutzt, denn diese Langdistanz-MS sollte wirklich sehr lang werden, sie hatte schon Dimensionen einer Ultralang-MS.
Dennoch gab es trotz der teilweisen Siegerzeitüberschreitungen keinerlei negative Stimmen. Fast alle Läufer(innen) waren trotz ihrer hohen Laufzeiten zufrieden, v.a. waren alle glücklich, diese Extremleistung unbeschadet geschafft zu haben. Bahnleger Johannes Schenk zeigt hier all sein Können als erfahrener SkiOL-Bahnleger, und ihm gelang es auch perfekt, die Charakteristika einer Middle-Distanz (am Samstag) und einer Lang-Distanz (Sonntag) hervorzuheben.
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 Start vor dem ultramodernen Wettkampfzentrum
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Am Samstag, dem 31.Jänner, fand am Nachmittag zuerst der Bewerb über die Mitteldistanz statt. Aber auch hier war man bereits deutlich länger unterwegs als bei anderen nationalen Middle-Bewerben.
Charakteristisch war an diesem Tag, dass man kaum die breiten Hauptspuren benutzen musste. Der Großteil dieses Laufes spielte sich auf schmalen Ski-Doo-Spuren ab. Und das nicht nur in der Ebene, wo man mit Doppelstockschub gut weiter kam, sondern auch im steilen Terrain, wo technisch sauberes Laufen sehr gefragt war. Nicht wenige Tschechen sah man hier im klassischen Stil Laufen, und es war sicher nicht die schlechteste Idee.
Auch konnte man phasenweise sehr gut durchs Gelände queren, man musste nur wissen, wo eine geeignete Stelle war. Solche Abschneider konnten jedoch auch irgendwo in einer Sackgasse, d.h. im Tiefschnee enden. Man musste also auch O-technisch sehr sicher sein, um nicht bei einer der vielen nebeneinander verlaufenden Spuren Parallelfehler zu machen. Auch war der Blick auf den Kompass von Bedeutung, um nicht die Richtung komplett zu verlieren. Von manchem Läufer(in) hörte man sogar, dass sie sich orientierungslos im Kreis bewegten und somit all ihre Hoffnungen begraben mussten. (So auch der Schreiber dieses Berichts / ein erfahrener Ski-OLer – wie man so glaubt)
Alles in Allem: das ganze Wochenende war eine extreme SkiOL-technische Herausforderung!
Es waren also die besten Voraussetzungen gegeben das hier nur die Besten gewinnen konnten! Und jeder der eine ÖM-Medaille gewinnen sollte, hatte diese wahrlich im "Schweiße seines Angesichts" wohlauf verdient.
Spannend verlief – wie immer – das Rennen in der H21 Elite: 8,1km + 200 Höhenmeter + 20Posten.
Stephan Varga (52:57) war wieder einmal vor Johann Kugler (54:27, beide LZ OMAHA) erfolgreich. Überraschend Dritter wurde Vasile Zete (NF Wien) mit einer guten Zeit von 58:52. Schade, dass er kaum bei den Austria-Cups am Start ist, das würde die heimische Konkurrenz enorm beleben. Ähnliches gilt für den Viertplatzierten Pierre Kaltenbacher (59:17, HSV OL Wr.Neustadt), der in den vorigen Bewerben aus Trainingsmangel wegen seiner anspruchsvollen beruflichen Tätigkeit stets in der HKurz gestartet ist, ab dem Wochenende in Ulrichsberg war er dann aber äußerst erfolgreich in der Herren Elite unterwegs.
Zum Vergleich mit unseren Deutschen Freunden: Sieger bei den Herren – auf derselben Strecke – wurde Bernd Kohlschmidt (SV Dresden) in 46:24.
In der heimischen Damen-Eliteklasse bot sich an diesem Wochenende ein äußerst tristes Bild. Nur 2 Damen waren am Start. So musste vor allem. am Sonntag die DE-Klasse mit der D18-20-Klasse zusammengelegt werden, um überhaupt eine Österreichisch Staatsmeisterschaft zustande zu bekommen!
Hauptgrund für den enormen Damenmangel an diesem Wochenende: der Großteil unseres SkiOL-Nachwuchses (v.a. Familien Habenicht, Kugler, Simkovics, Pacher) waren in Schwedischen Grönklitt bei der Junioren-WM + Jugend-EM engagiert. Circa 15 heimische Ski-OLer(innen) konnten dadurch von Haus aus nicht dabei sein. Daher waren auch die Meisterschaften über die Langdistanz für die Kategorien der Jugend- und Junioren bereits 2 Wochen zuvor auf der Postalm durchgeführt worden!
Sonja Zinkl (LZ OMAHA) gewann die 6,0km + 170Hm + 16Posten lange Strecke in 44:53 überlegen vor Eva Ponweiser (HSV OL Wr.Neustadt).
In der Nacht auf Sonntag gab es wiederum einige Zentimeter Neuschneezuwachs. Das bedeutete aber gleichzeitig, dass es in der Nacht nicht allzu kalt war und die Wachsbedingungen bzw. die Skiwahl am Sonntagmorgen wurde dadurch einfacher. Dennoch war ein perfekt laufender Ski bei der Langdistanz-Meisterschaft von großem Vorteil. Vor allem waren im Vergleich zu Samstag etliche lange Routenwahlen mit mächtigen Anstiegen ein entscheidendes Kriterium.
18,5km mit 550Hm + 26 Posten waren die Bahndaten der H21E-Klasse. Und wiederum war sowohl der beste Tscheche Jiri Bouchal (77:52) und auch der Deutsche Meister Bernd Kohlschmidt (105:24) schneller als der neue österreichische Staatsmeister auf der Langdistanz Stephan Varga (106:25). Zweiter wurde – wie schon in der gesamten AC-Saison zuvor – Vereinskollege Johann Kugler (beide LZ OMAHA) in 108:41. Eine ca. 2-minütige Suchaktion bei einem fehlenden bzw. falsch gesetzten Posten in einem dichten Loipenlabyrinth hatte möglicherweise den Ausschlag gegeben. (Aber Protest gegen einen Vereinskollegen legt man eben nicht gerne ein!) Die Bronzemedaille gewann überraschend Pierre Kaltenbacher )HSV OL Wr.Neustadt) in 120:14 und nur 10 Sekunden vor dem unglücklichen Viertplatzierten Raphael Mallweger (NF Villach). Dennoch kann man sagen, dass bei beiden Läufern noch viel an Potential für die nächsten Jahre vorhanden ist.
Da die Damen Elite mit den Juniorinnen zusammengelegt wurde, musste auch Rücksicht auf die Schwächeren genommen werden (Beschluß ÖFOL-Vorstand). So wurde auch die Strecke von 12,5km auf knapp 10km verkürzt. Daher war hier auch kein internationaler Vergleich mit Tschechien und Deutschland möglich.
Staatsmeisterin wurde – wie erwartet – Sonja Zinkl (LZ OMAHA) in 55:22 vor Eva Ponweiser (87:59) und Gisa Linhart (beide HSV OL Wr.Neustadt), die somit ihre erste Staatsmeisterschaftsmedaille in der Damen-Eliteklasse erkämpfte.
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 Siegerehrung Staatsmeisterschaft
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Sowohl Stephan Varga [HE], als Sonja Zinkl [DE] konnten sich mit ihren Siegen bereits vor dem letzten SkiOL-Wochenende in Mürzzuschlag vorzeitig den Gesamtsieg des Austria-Cups sichern.
Äußerst interessant verliefen die Meisterschaftswettkämpfe in den Seniorenklassen.
So war z.B. der Sieger der H40- Michael Stockmayer in 109:46 für 17,2km+400Hm um ca. 1 Minute schneller als der favorisierte Dieter Mikula (streckengleicher Sieger in der H35-).
Überraschend auch der Sieg von Sigi Opetnik (HSV Bleiburg) in der H45- oder auch von Sepp Kammerhofer (NF Steiermark). Hingegen gab es logische Favoritensiege in der H55 durch Sepp Hones (HSV Ried), in der H60 durch Wolfgang Koch (OLCU Viktring) oder in der H65 durch Curt Maier (HSV Klagenfurt).
Während bei den Herren-Senioren das Interesse stets groß ist, musste bei den Damen-Seniorinnen etliche Klassen – mangels Starterinnen – zusammengelegt werden. Überraschend siegte Tünde Allwinger (Leibnitzer AC) in der D35-, Traude Fesselhofer (HSV Wr. Neustadt) schlug ihre jüngere Kolleginnen in der D45- und Dietlinde Venhauer (OLCU Viktring) gewann die D60-.
Ergebnis
Karte AC05 Damen Elite
Karte AC05 Herren Elite 1.Teil
Karte AC05 Herren Elite 2.Teil
Fotos
Michael Melcher
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