BSO-Fortbildung "Sporttechnik"
Am Wochenende 18./19.September fand im BSFZ Schielleiten ein Fortbildungswochenende der BSO und des Sportministeriums für Trainer, Instruktoren und Sportfunktionäre statt. Das Thema diesmal: "Sporttechnik". Summa summarum ein Bereich der nicht in allen OL-Disziplinen gleich bedeutsam erscheint.
Die Materialfrage ist beim Fuß-OL wohl von geringerer Bedeutung wie die körperliche Konstitution. Sehr wohl jedoch in den beiden Disziplinen Ski-OL und MTB-O.
Vor allem war dieses Seminar eine Horizonterweiterung in Sachen Materialfragen in anderen Sportarten, wo es wesentlich darauf ankommt: bei anderen Ausdauersportarten -> Rad/Bike, Schwimmen, alle Ski-Sportarten (Alpin, Nordisch), Speedskating & Eisschnellauf, Rudern, Triathlon, etc.
In der OL-nahen Basissportart Ski-Langlauf wurde den ca. 70 Teilnehmern präsentiert, wie tatsächlich und wie intensiv das Ski-Material (auch Alpin) wirklich getestet wird (Feldtests, Windkanal, Simulator, mit und ohne Wachs bzw. mit unterschiedlichen Schliffen, Einfluß von Materialschäden). Materialtests mit und ohne Athleten, welche Erkenntnisse gewonnen werden, und v.a. wie die Ergebnisse zu interpretieren sind.
Genauso Tests am Rad/MTB: z.B. Haltung-Sitzposition, Verhältnis Übersetzung-Steigung, bis hin zur Pedal-Lage und ob Vorfuß- oder Mittelfuß-Tritt ökonomischer zu treten ist.
Dr. Mag.mult. Anton Szabo (Studiengangsleitung Sports Equipment Technology, FH Technikum Wien) erläuterte eindrucksvoll die Aufgaben und die Wirkung seines Instituts in Sachen Technik im Sport / Referat: "Mit der Technik von Blech zu Gold". Dieses Seminar war im Großen und Ganzen eine Vorstellung des FH Technikums "Sports Equipment Technologie" in Wien und dessen Arbeit.
Grundtenor Dr. Szabo: "die Sportverbände mögen sich nicht scheuen, die FH in spezifischen Fragen zu kontaktieren." Auch Erkenntnisse aus diversen Studien stehen Fachverbänden zur Verfügung.
Welche Studien und wissenschaftliche Untersuchungen können von der FH aufgenommen und untersucht werden?
- Jede, bei entsprechender Bezahlung (Auftragsarbeit)
- Chance auf Patentierung durch FH
- Nachhaltigkeit
- Einzigartigkeit im wissenschaftlichen Sinn (um ins int. Rampenlicht zu kommen)
- Publikationsfähigkeit
- für Schulung & Forschung wesentlich neue Basisinformation
- Originalität
Das relativ neue Studium der "Sports Equipment Technologie" hat aus Sicht vieler namhafter Sportwissenschaftler große Zukunftsaussichten. Für interessierte Studenten gibt es zwei grundlegende Voraussetzungen hierfür, da sich das Studium aus 2 wesentlichen Teilbereichen zusammensetzt. Zum Einen die Sportwissenschaft, zum Anderen die Mathematik! Die exakte Kenntnis des menschlichen Skeletts mit seinem Muskelapparat ist genauso von Bedeutung wie die Berechnung von Hebellasten und statischen Verhältnissen. Die Biomechanik macht also den Hauptpart des Studiums aus, wobei der gesamte Bewegungsapparat von Mensch und Tier (ableitbare optimale Bewegungen > Bionik) bis ins kleinste Detail berechnet und beherrscht werden muss, um diesem Körper optimales Material zuschreiben zu können.
Im Hauptreferat: "Strömungsbionik" wurde versucht, Bewegungsabfolgen aus verschiedenen Sportarten den optimierten Bewegungsabfolgen aus dem Tierreich gegenüberzustellen, zu analysieren, zu messen, zu zerlegen, um im Endeffekt Verbesserungen im jeweiligen Sportbereich ableiten zu können. Die Verringerung von Luftwiderstand (z.B.:Rad/Zeitfahren), Minimierung des Strömungswiderstandes (Schwimmsport) oder Optimierung Haft-/Gleit-Reibung (Ski-&Eissport) wurde eindrucksvoll demonstriert.
In den jeweiligen Workshops konnte ein vertiefter Einblick mit Selbstversuchen zu den einzelnen Bereichen gewonnen werden. Hier war es vor allem die sogenannte "Posturographie", die alle Teilnehmer besonders interessierte. Posturohraphie ist die biomedizinische Technik, zur Messung von koordinativen Fähigkeiten. Die Untersuchung der posturalen Feedbackfunktionen lässt Rückschlüsse auf Funktionen der Gehirnansteuerungen, Balance und Ganzkörperkoordination zu. Es werden unter vielen anderen Parametern auch die drei posturalen Feedbackschleifen "visuell, sensomotorisch, vestibulär" untersucht, die motorische Bewegungsabläufe kontrollieren. Veränderungen von posturalen Strategien können Aufschluss über den Trainingszustand und den Automatisierungsgrad der Bewegungsoptimierung geben.
Aufgrund der geringen Teilnehmerzahl war dieses BSO-Seminar bis kurz vor dem Durchführungstermin in Frage gestellt, wurde aber letztendlich dennoch durchgeführt. Schuld daran war wohl der frühe Herbsttermin, mit Anmeldeschluß noch in der Ferien- und Urlaubszeit (so Organisationsleiter Mag. Domes/BSO).
Infomaterial (dzt. Abstracts, später Gesamtzusammenfassung)
Michael Melcher
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