MTBO-Masters in Polen: Österreicher im Spitzenfeld
Danzig (Polen) vom 4.-6. Juni 2010
Nachdem im letzten Jahr in Dänemark die ersten MTBO-European-Masters stattgefunden haben, fanden heuer in Danzig/Gdansk parallel zu den MTBO-Weltcupbewerben auch die erste MTBO-Masters-WM statt.
In Summe aller Veranstaltungen (Elite + Nachwuchs + Masters) hatte Österreich eines der umfangreichsten Teams in Polen. Fast 30 Österreicher reisten auf verschiedenen Wegen an die polnische Ostseeküste.
Trotz der Hochwassersituation in Polen bekam man überhaupt nichts davon mit, im Gegenteil sämtliche Bewerbe fanden bei schönstem Wetter statt. Auch im Wald war es – bis auf vereinzelte Stellen – staubtrocken.
Die Bewerbe waren zwar an den Welt- und Jugend- & Junioren-Cup angepasst und fanden parallel dazu statt, allerdings waren die Disziplinen nicht ident. Insgesamt umfasste das World-Masters-Programm 4 Einzel-Events: den World-Masters-Sprint, die Ultralong, die Middle-Distanz und – wie im Biathlon – die Verfolgung (Langdistanz). Bei den abendlichen Siegerehrungen wurden jeweils Medaillen und Diplome an die Disziplinensieger und Platzierten vergeben. Der große "World-Masters"-Titel wurde dann auf Grund einer 3-Tage-Lauf-Wertung der Bewerbe Middle, Ultra und Verfolgung vergeben.
Österreichs beste Senioren waren auch hier in Polen stets mit vorne dabei: es gab im Endeffekte einige kleine Disziplinen-Medaillen sowie eine große WMOC-Medaille. Leider waren keine Österreichische Damen am Start, sie hätten sicher gute Chancen gehabt.
Zu den Bewerben im Detail
Der Sprint fand am 3.6. in einem belebten Park- und Erholungsareal ähnlich der Donauinsel direkt an der Ostseeküste statt. Kriterium: "den roten Faden" beim Kartenlesen nicht verlieren. Schnelle, richtige Entscheidungen gemixt mit hohem Tempo ist nicht jedermanns Sache. Am Besten, man merkt sich gleich die halbe Strecke auswendig.
Wolf Eberle schaffte in der H60- als Zweitplatzierter gleich zu Beginn einen Podestplatz. Die meisten Österreicher schonten sich jedoch für den am nächsten Tag stattfindenden Ultralong-Bewerb. Für Viele die Königsdisziplin.
Dieser Ultralong-Bewerb fand nördlich von Danzig in einem Wienerwaldähnlichen, sehr steilen Gebiet statt. Sehr viele Höhenmeter, sowie viele versteckte Routenwahlen waren an diesem Tag typisch. Trotz der enormen Höhenmeter setzten sich diejenigen durch, die am Sparsamsten mit dem Höhenmeterfressen umgingen. Die Fahrzeiten lagen für die Meisten jenseits der 90 bis 100-Minutenmarke.
Und wieder waren die H60-Fahrer die erfolgreichsten. Curt Maier kletterte mit einer fast fehlerfreien Fahrt als Zweiter auf das Siegespodest. Wolf Eberle als 5. erzielte ebenfalls noch einen Diplomplatz. Einen weiteren Diplomplatz ergatterte noch Iain Rochford in der H50- als Fünfter.
Am Samstag, dem 5.6., fand in einem flachhügeligen Erholungsgebiet mit vielen Wanderern und Spaziergängern die Middle-Distanz statt. Die Siegerzeiten lagen in fast allen Klassen zwischen um die 45 Minuten. Österreichs Senioren lag dieser Event am Besten.
In der H40- zeigte Dietmar Dörfler seine Klasse als langjähriger Nationalteamfahrer und sicherte sich die Bronzemedaille in diesem "langgezogenen Sprint". Knapp an einer Medaille vorbei – aber mit guten Chancen für die Gesamtwertung – wurde Iain Rochford Vierter in der H50-. Und in der H60 stieg Wolf Eberle als Dritter in der H60- zum zweiten Mal auf das Podest.
Alle diese Österreicher hatten beim abschließenden Verfolgungsrennen noch sehr gute Chancen sowohl auf eine Medaille in der Einzeldisziplin als auch in der Gesamtwertung. Doch leider kommt es oft anders als man denkt. So wurden am letzten Tag gleich 3 Österreicher Opfer eines falsch gesetzten Postens und des Nichtbeachtens der Postennummer. Die Posten waren wie bei einer Staffel sehr nahe beieinander gesetzt, da ja zur gleichen Zeit die Staffelläufe der Elite bzw. JEC + EYOC stattfanden.
So blieb es einzig Dietmar Dörfler vorbehalten, am Schlusstag 2x auf das heiß ersehnte "Stockerl" zu steigen. Dritter in der Verfolgungswertung sowie die Bronzemedaille in der Gesamtwertung der Senioren-Weltmeisterschaft in der H40-. Es siegte überlegen der finnische Ex-Champion Mika Tervala (er gewann auch alle Einzelwertungen) vor dem Esten Alar Viitamaa.
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 Siegerehrung H40-
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In der H50- wurde Iain Rochford aufgrund eines falsch gestempelten Postens leider disqualifiziert. Dennoch bestieg ein ÖFOL-Austria-Cup-Sieger das Siegespodest! Tamas Janko aus Ungarn, in Österreich für den HSV Pinkafeld startend, sicherte sich die Silbermedaille in der Gesamtwertung hinter dem Deutschen Harald Maennel, der auch im Ski-OL zu den weltbesten Senioren zählt.
Tamas Janko gewann übrigens auch die Teildisziplinen Sprint und Middle.
Tragödie auch in der H60-: sowohl Curt Maier als auch Wolf Eberle, als Zweiter bzw. Vierter der Zwischenwertung ins Rennen gegangen, verstempelten, wurden in Folge disqualifiziert und verspielten somit ihre Chancen auf einen Podestplatz in der Gesamtwertung.
Der Ärger über die Ausfälle war jedoch bald verflogen, da man sich im gesamten Österreichischen Lager mit den tollen Staffelleistungen der Elite (3.Platz Weltcup-Mixstaffel) sowie Jugend (4.Platz Nationenwertung) mitfreute.
Alle die heuer dabei waren, sind begeistert von der Vielfalt die MTB-O so bietet und haben sich geschworen: nächstes Jahr sind wir wieder dabei! Und zwar vom 17.-21.Juni 2011 in Dalarna/Schweden. Dort finden die nächsten MTBO-World-Masters zusammen mit einem Elite-World-Cup statt.
Fotos
Homepage Weltcup Polen
Bericht Jugend- und Junioren-Cup
Michael Melcher
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