MTB-O Weltcup: Doppelsieg für Michaela Gigon
Danzig (Polen) vom 4.-6. Juni 2010
Zwei der drei Rennen der Weltcuprunde in Polen sind gefahren und das österreichische Team konnte überzeugen. Die fünffache Weltmeisterin Michaela Gigon holte sich bei beiden Einzelrennen den Sieg. Die größere Überraschung lieferten aber die Herren: Tobias Breitschädel fuhr bei der Mitteldistanz auf einen ausgezeichneten dritten Platz hinter dem Russen Anton Foliforov und dem Dänen Erik Skovgaard Knudsen. Andi Rief schaffte mit einem neunten Platz endlich die ersehnte Top-10 Platzierung. Kevin Haselsberger und Christof Haingartner landeten nur zwei Sekunden voneinander getrennt auf dem 19. und 20. Platz.
Die Langstrecke am Freitag, den 4. Juni war eine, die sich ihren Namen verdiente: 104 Minuten Siegerzeit bei den Damen und 116 Minuten bei den Herren. Das Wetter war für die meisten Teilnehmer nach dem verregneten Frühjahr ungewohnt warm und trocken. Kein Gatsch im Wald und mit einem sauberen Rad aus dem Wald zu kommen war die angenehme Seite, dass einigen Fahrern das Wasser ausging die unangenehme. Unmengen von herumliegenden Ästen machten dem Material zu schaffen. Der Absatz von Schaltwerken in den Danziger Radgeschäften schnellte an diesem Tag in ungeahnte Höhen. Die Höhenmeter waren nach dem Motto "Wenn wir die Wahrheit hinschreiben, kommt keiner" angegeben und man musste ungefähr mit dem Doppelten von dem was in der Läuferinfo stand rechnen. Abgesehen von der Menge waren die Steigungen äußerst hart zu erkämpfen. Schieben und Tragen war auf den steilen Wegen angesagt um dafür wieder mit lässigen Downhills belohnt zu werden. Querfahren war erlaubt, was ungewohnte Routenwahlmöglichkeiten eröffnete. Fehlerfrei blieb in dem schwierigen Wald niemand. Vor allem in Sachen Routenwahlen gab es wohl kaum einen, der alle optimal erwischte. Auch nicht Michaela Gigon, die zwei gute Routen übersah, aber dafür sonst fehlerfrei blieb und damit siegte. Nach über 100 Minuten Fahrzeit lagen die ersten fünf Damen innerhalb von 63 Sekunden. Christine Schaffner aus der Schweiz kam Michaela am nächsten und die heuer sehr starke Tschechin Martina Tichovska holte sich den dritten Platz am Podium.
Für die Herren lief es bei der Langstrecke nicht ganz so gut. Andi Rief musste nach Zerstörung des Schaltwerks beim zehnten Posten aufgeben und konnte sich für die Mitteldistanz schonen. Kevin Haselsberger, der etwas verkühlt antrat, beendete sein Rennen schon nach dem achten Posten. Tobias Breitschädel war mit seinem 13. Platz nicht ganz zufrieden. Christof Haingartner erreichte bei seinem Weltcupdebut einen guten 29. Platz.
|
 Siegerehrung Langdistanz
|
Für die Mittelstrecke am Samstag, den 5. Juni hatte man auch wieder ein optimales Gelände ausgewählt. Ein dichtes Wegenetz, viele Posten und etwas humanere Steigungen erwartete die Teilnehmer. Als Michaela Gigon am Start die Karte erblickte, dachte sie: "Das ist mein Wald". Da ihre Beine nach der Langstrecke nicht mehr allzu viel hergaben, wusste sie, dass die das Rennen durch fehlerfreies Orientieren entscheiden musste. Das gelang ihr auch fast perfekt und sie siegte mit über einer Minute Vorsprung auf die zwei Finninen Ingrid Stengard und Marika Hara.
Auch für Tobias Breitschädel war klar, dass er bei diesem Rennen nur mit dem Kopf und nicht mit den Beinen gewinnen konnte. Er musste zwar zwei anderen den Vortritt lassen, freute sich aber sehr über seine erste Podiumsplatzierung beim Weltcup. Andi Rief konnte mit einem guten Rennen und einem neunten Platz nach einer bisher eher enttäuschenden Weltcupsaison endlich seine erste Top-10-Platzierung einfahren. Kevin Haselsberger fühlte sich wieder etwas fitter als am Vortag und profitierte davon, nicht die ganze Langstrecke in den Beinen zu haben und beendete das Rennen als 19. Nur zwei Sekunden dahinter landete Weltcupneuling Christof Haingartner. Gert Wallas, noch Junior versuchte sich auch zum ersten Mal am Weltcup und wurde 52.
|
 Platz 3 für Tobias Breitschaedel
|
Am Sonntag findet die Mixed-Staffel statt, die zum Staffelweltcup zählt. Mindestens eine Dame muss in jedem Team dabei sein. Tobias Breitschädel wird die Startstrecke fahren, Michaela Gigon die zweite und Andi Rief die Schlussstrecke. Nachdem die Staffel im gleichen Wald wie die Mittelstrecke stattfindet, sind die Hoffnungen auf eine gute Platzierung recht hoch.
Parallel zum Weltcup werden die Mastersweltmeisterschaften ausgetragen. In einem 3-Tage MTBO mit Jagdstart am dritten Tag werden die Seniorenweltmeister ermittelt. Medaillenchancen haben noch Dietmar Dörfler in der H40-, Wolf Eberle und Curt Maier in der H60-.
Homepage Weltcup Polen
Karte Langdistanz
Bericht Staffel
Michaela Gigon
|