MTB-O Weltcup: 3. Platz für Österreich in der Mixed-Staffel
Danzig (Polen) vom 4.-6. Juni 2010
Die Weltcupstaffeln werden heuer alle bis auf die WM als Mixed-Staffeln ausgetragen. Das heißt, dass in jedem Team mindestens eine Dame mitfahren muss. Lange wurde teamintern herumgetüftelt, an welcher Stelle die Dame fahren soll. Österreich entschied sich schlussendlich dafür, Tobias Breitschädel an den Start zu stellen. Michaela Gigon fuhr die zweite Strecke und Andi Rief die Schlussstrecke. Alle drei hatten bei der Mitteldistanz im selben Wald am Vortag Top-10 Ergebnisse eingefahren, also waren die Erwartungen hoch.
Beim Le Mans-Start konnte Tobias Breitschädel seine Routine mehrerer Staffelstarts ausspielen und reihte sich hinter den beiden tschechischen Staffeln auf Rang 2 ein. Einer kurzen Unsicherheit beim ersten Posten (fehlender Zaun im Postenraum) folgte eine tolle Aufholjagd bis er wieder Kontakt zur Spitze des Feldes herstellen konnte. Längere Gabelposten konnten jedoch mit einem fehlerfreien Schlussteil und hohem Tempo kompensiert werden. An dritter Stelle liegend erreichte Breitschädel das Zielstadion und schickte die neue Weltcupführende auf die zweite Strecke.
Michaela Gigon fuhr den ersten Teil der Bahn mit Russland und Polen im Nacken, lag nach einigen Gabelungen und etwa der halben Strecke hinter der Dänin Rikke Kornvig an zweiter Stelle. Kornvig tauschte nach einem Defekt das Rad mit einem Masters-Fahrer, den sie zufällig traf und wurde deswegen disqualifiziert. Michaela wurde kurz vor dem Ziel noch von Jan Lauerman aus Tschechien überholt und übergab mit etwa 20 Sekunden Rückstand auf Andi Rief.
Die meisten Teams hatten ihre Dame an die erste oder zweite Stelle gesetzt, so dass am Schluss lauter Männer um den Sieg kämpften. Andi Rief konnte sich nach einer kurzen Gabel beim ersten Posten in Führung setzen, war aber aufgrund der hohen Geschwindigkeit im Mittelteil so blau, dass er einige Fehler einstreute. Jaroslav Rygl, vom tschechischen "Pensionistenteam" (Altersdurchschnitt 36 Jahre) und Jussi Laurila aus Finnland überholten und ließen sich die ersten beiden Plätze nicht mehr nehmen. Kurz nach dem Zuschauerposten musste Rief auch Marek Pospíšek vom tschechischen "Babyteam" ziehen lassen. Nachdem für die Weltcupwertung aber nur jeweils das beste Team jeder Nation zählt, darf Österreich sich über den dritten Platz freuen.
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Den dümmsten Fehler unter den Staffelfahrern machte jedoch der Russe Anton Foliforov, der als Schlussfahrer den falschen Zieleinlauf nahm, umdrehen musste und dadurch einen Platz verlor. Dieser Fehler passierte jedoch auch vielen Senioren, die bei den Weltmeisterschaften der Masters im Jagdstart um Medaillen kämpften.
Von den österreichischen Medaillenhoffnungen schaffte es schlussendlich nur Dietmar Dörfler in der H40- auf das Podest. Von einem fünften Platz als Ausgangsposition nach zwei Tagen machte er sich auf die Jagd und ergatterte Bronze.
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Michaela Gigon
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