SkiOL-Wochenende in Mürzzuschlag: Zinkl und Kugler holen sich den Titel-Hattrick
Der Wettergott hatte diesmal Erbarmen mit den Naturfreunden Steiermark. Daher konnte man - von der Wetterseite gesehen - diesen Bewerb wohl im letzten Moment noch über die Bühne bringen. 2 Tage später wäre der Schnee wohl weg gewesen.
Am 27. + 28.Februar fand in Mürzzuschlag-Ganz, dem beliebte Ski-LL-Gebiet oberhalb des Ganzsteintunnels an der Mürztal-Schnellstraße auf der steirischen Seite des Semmerings, die ÖSTM bzw. ÖM Sprint im SkiOL für alle Klassen statt. Gastgeber waren – so wie im vergangenen Jahr – wieder die Naturfreunde Steiermark. Auch das Wettkampfzentrum im GH Steinbauer war beinahe schon eine Tradition.
Manfred Spandl fungierte erstmals als Wettkampfleiter, der den leider erkrankten StOLV-Präsidenten Gerfried Hoch bestens vertreten konnte. Als äußerst kompetenter TD stand Wolf Eberle zur Seite. Für eine perfekte Auswertung sorgte Eugen Kainrath, für die Bahnen waren Michael Melcher (7.AC+ÖM Sprint) sowie Gottfried Lang (8.AC / long) verantwortlich.
Die letztes Jahr verwendete Karte wurde für die heurigen SkiOL-Bewerbe von Gerfried Hoch überarbeitet sowie nach Norden ins Auersbachtal erweitert. Dorthin führten dann die Routen der sonntägigen Langdistanz.
Insgesamt lagen für die ÖM Sprint an die 120 Nennungen aus 3 Ländern (AUT, SLO und HUN) vor. Damit gelang den NF Steiermark etwas, was die Organisatoren der 6 vorangehenden und 2 nachfolgenden heurigen SkiOL-ACs leider nicht schafften: MOBILISIERUNG v.a. der ostösterreichischen SkiOLer so gut es innerhalb eines Monats eben ging (Terminfixierung + Ausschreibung Ende Jänner). Die zentrale Lage zu den wichtigsten OL-Zentren (und heimischen Vereinen) trug das übrige dazu bei. Terminlich war dieser Bewerb eher nicht so günstig gelegen, gesandwicht zwischen ÖM Middle (eine Woche zuvor in Paluzza/Italien) und ÖM Staffel (eine Woche danach in Villach). Aufgrund des "Übersättigungsfaktors" dürften diesmal wohl die beiden anderen Veranstalter das Nachsehen gehabt haben.
Am Samstag, dem 27. Februar, fand auf dem Plateau in Ganz, die diesjährige ÖM SkiOL-Sprint statt.
Um ähnliche Bahnen wie bei der vorjährigen Sprint-MS zu vermeiden, wagte es der Bahnleger, den Start ca. 2km Aufwärmstrecke nach Osten zu verschieben. Dadurch konnte ein dicht verspurtes Gebiet genutzt werden, das im letzten Jahr z.T. nur der Elite vorbehalten war. Neben Routenwahlen gab es etliche Richtungsänderungen und schnelle Entscheidungen und v.a. nahe beieinander liegende staffelähnliche Posten. Dies war durchaus notwendig, da ca. 90% des Wettkampfgeländes offen und auch weit einblickbar war. Daher wurden auch größere Startintervalle gewählt (mind. 3 Min), um das Nachlaufen (auf Sicht) zu verhindern. Die Bahnen wiesen Streckenlängen zwischen 2km (H/D-14) und 4km (H21E) auf. Die durchschnittlichen Laufzeiten sollten um die 20 Minuten liegen. Durch das frühlingshafte Wetter mit weichen, langsamen, sulzigen Loipen, lagen die Siegerzeiten um ca. 5min über dem Plan des Bahnlegers.
4,0km Luftlinie (ca.5km Optimalroute) mit 190Hm + 16 Posten hatten die Herren in der Eliteklasse zurückzulegen. Wie auch in den vorangehenden Einzel-Staatsmeisterschaftsbewerben (Long + Middle) hatte auch im Sprint Johann Kugler (LZ OMAHA) die Nase vorne, und er holte sich den 3 Meistertitel "en-suite" in einer Saison! Insgesamt war dies bereits sein 19(!) Einzel-Staatsmeisterschafts-Titel (seit 1998). Seine Siegerzeit, 21:05 bedeutete ca. 1 ¾ min Vorsprung auf seinen Vereinskollegen Stephan Varga (22:43) und dem aus der "SkiOL-Pension" zurückgekehrten Markus Buchtele (SU Klagenfurt / 22:55). Für Pierre KALTENBACHER (HSV OL Wr.Neustadt) blieb in 24:30 nur der undankbare 4.Platz übrig.
Auch bei den Damen holte sich die MTBO-Staffel-Weltmeisterin Sonja Zinkl (LZ OMAHA) bereits den 3. Einzel-Titel in diesem Winter (20:06). Auch für Sonja Zinkl war dies in Summe bereits der 14.SkiOL-Einzel-Titel (seit 2004). (siehe SkiOL Chronik Staatsmeister). Sie musste diesmal jedoch härter kämpfen als in den Rennen zuvor. Marlene Habenicht (SU Klagenfurt) setzte ihr auf der 3,5km langen Strecke (+150Hm+14 Posten) ziemlich zu. Mit der Zeit von 21:50 holte sich die Klagenfurterin Staatsmeisterschafts-Silber. Mit einem deutlichen Abstand folgte Michaela Gigon (OLT Transdanubien) in 25:11 auf Platz 3. Fuß-OL-Spezialistin Ursula Kadan – erstmals für den HSV Wr.Neustadt startend – folgte auf Platz 4.
|
 Sonja Zinkl und Johann Kugler
|
Bemerkenswertes Detail am Rande: diese Sprint-MS entpuppte sich in weiterer Folge zu wahren "Kugler"-Festspielen! Alle gestarteten 6 Familienmitglieder liefen in ihren Klassen aufs Podest. Neben Johanns Sieg in der Elite, gewann auch Ehefrau Andrea die D35-, Tochter Michaela die D18-20, Sohn Simon die H15-17; dazu noch Vizemeistertitel durch Sohn Tobias in der H-12 und Tochter Sabine in der D18. Eine bislang einzigartige Familienbilanz!
Gleichzeitig mit der ÖM Sprint fand an diesem Tag auch die steirische Landesmeisterschaft im SkiOL statt. Sowohl bei den Herren als auch bei den Damen ging der Sieg an den Leibnitzer AC, beide steirische Landesmeister starteten in der 35-Altersklasse. Sieger bei den Herren Bernd Ruff, bei den Damen Birgit Holz.
In der Nacht auf Sonntag fiel das Thermometer unter Null Grad. Daher konnten die stark aufgeweichten Spuren kräftig anfrieren und das Rennen für Sonntag war gesichert. Dennoch verbrachten die Helfer des Veranstaltervereins frühmorgens einige Stunden damit, an den gefährdetsten Stellen Schnee einzuschaufeln.
So war es beim Langdistanzrennen nicht unbedingt notwendig, sich an die angelegten Spuren zu halten. Man konnte überall quer laufen und kam somit viel schneller als geplant voran. Es entwickelte sich ein äußerst schnelles Rennen, was allen Teilnehmern sehr gefiel.
Im fast allen Kategorien fiel bei diesem 8.Austria-Cup bereits die Entscheidung im Gesamt-Cup, sodass der letzte noch ausständige AC in Villach nur noch Draufgabe war, was einen Start für die Meisten nicht mehr unbedingt notwendig machte. Auch im ÖFOL-Vereinscup fiel durch das Nichtstarten der meisten LZ OMAHA-Läufer(innen) eine wichtige Vorentscheidung.
Eine durchaus gravierende Auswirkung des Fernbleibens der Burgenländer, hatte dies auf das Herren-Eliterennen. Auf der 10km langen Strecke (Luftlinie), gespickt mit 350Hm und 15 Posten, sollte zum ersten Mal in dieser Saison ein Läufer eines anderen Vereins gewinnen. Pierre Kaltenbacher (HSV Wr.Neustadt / 50:09) und Erik Simkovics (OLC Wienerwald / 50:24) lieferten sich ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen, das der Niederösterreicher mit knappen Vorsprung von nur 15 Sekunden für sich entscheiden konnte. Den 3.Platz erkämpfte sich der Slowene David Rihtaric (OK Polaris) in 56:25.
Die Damen hatten 7,3km mit 250Hm und 8 Posten zurückzulegen, auch einige zünftige Abfahrten, darunter eine Skipiste war darunter. Ebenfalls durften einige steile Anstiege nicht fehlen. Durch die gut tragende Schneeoberfläche konnte man jedoch in den Abfahrten gut lenken und hatte auch viel Platz zum Bremsen. Sonja Zinkl holte sich einen weiteren AC-Tagessieg und somit auch den Gesamtsieg im SkiOL-Austria-Cup 2010 (ebenso wie Johann KUGLER bei den Herren). Mit ihrer Zeit von 44:38 hatte sie ca. 3 Min Vorsprung auf Michaela Gigon (OLT Transdanubien / 47:31). Als Drittplazierte kam Ursula Kadan (HSV Wr.Neustadt) auf das Podest.
Bei der Samstag abendlichen Diskussionsrunde zum Thema "SkiOL - Quo vadis", fand sich eine kleine aber dafür hochkarätige Expertenrunde ein. Es war ein erstes Abtasten in einem wohl nötigen, längerfristigen und mehrstufigen Erneuerungsprozess. Verschiedene Standpunkte wurden erläutert, ernste Probleme wurden auf den Tisch gebracht, aber noch lange nicht gelöst. Aber: das Diskussionsklima war äußerst seriös und fruchtbringend. Man darf auf eine erfolgreiche SkiOL-Saison 2010/11 hoffen!
Ergebnisse
Fotos
Chronik SkiOL Staatsmeister
Zwischenwertung Austria Cup
Karte ÖSTM Sprint Damen Elite
Karte ÖSTM SprintHerren Elite
Michael Melcher
|
|
 Offenens Gelände und viele Querspuren machten den Lauf nicht einfach
 Marlene Habenicht lief im Sprint knapp am Sieg vorbei
 Mancher wagte auch eine Routenwahl zu Fuß quer durchs Dickickt
 ÖFOL-Präsident Erik Adenstedt bei der Herausforderung Ski-OL
 Blick über das weithin einsehbare Wettkampfgelände
 Wettkampfleiter Manfred Spandl, Präsident Erik Adenstedt, Ski-OL-Referent HansGeorg Gratzer, NF Steiermark-Chef Thomas Mühlbacher
|