SkiOL-Wochenende in Sopron: eine Nachlese
Am 30. + 31.Jänner fanden zwei kurzfristig angesetzte SkiOL-AC-Bewerbe nur wenige Kilometer hinter der ungarischen Grenze statt. Wettkampfort war das Ödenburger Gebirge, dass vom OL-Verein in Sopron bereits umfassend kartiert ist! Alle OL-Disziplinen (MTBO, Fuß-OL und SkiOL) werden hier regelmäßig ausgetragen. Seit einigen Jahren befindet sich hier ein neues Ski-Langlaufgebiet im Aufbau; (hauptsächlich klassische Diagonalspuren). Dank der hügeligen Lage auf ca. 550 m Seehöhe ist die Möglichkeit zum einfachen Ski-Langlaufen in solchen Wintern mit ausreichend Schnee doch öfters gegeben! Vom höchsten Punkt aus hat man übrigens auch einen wunderbaren Ausblick weit über den Neusiedlersee, bei guter Fernsicht auch tief in die österreichischen Alpen hinein aber auch weit in die ungarische Ebene hinaus.
Weit entfernt in dieser ungarischen Ebene - nämlich ca. 200km weiter östlich in der Nähe von Veszprem - hätten diese beiden SkiOLs eigentlich ursprünglich stattfinden sollen. In einem kurzfristigen "Gewaltakt" konnten die ungarischen Veranstalter bewogen werden, diese beiden ungarischen Meisterschaftsbewerbe an den Westrand Ungarns zu verlegen. Großer Dank gebührt hier vor allem 3 Personen: Viktor Hites (neuer SkiOL-Koordinator des ungarischen Verbandes), Tamas Janko (HSV Pinkafeld / HSE Szentendre - wichtiger SkiOL/MTBO-"Botschafter" zwischen Ungarn und Österreich), sowie Hans-Georg Gratzer (ÖFOL-SkiOL-Referent).
Letztendlich stand dann nur 5 Tage vor den Wettkämpfen endgültig fest, dass es 2 zusätzliche AC-Bewerbe sehr nahe der österreichischen Grenze geben würde. (Luftlinie waren es vom WK-Zentrum dann auch keine 500m mehr!). Für die meisten österreichischen SkiOLer war dies dann berechtigterweise wohl zu kurzfristig. Schließlich starteten an diesem Wochenende auch die östlichen Bundesländer in die Semesterferien (W+NÖ), was immer viel Reiseverkehr bedeutet. Es gab daher auch fast keine Teilnehmer aus dem Süden und Westen Österreichs.
Wer jedoch annimmt, dass dieser ungarische SkiOL-Event, mit Kooperationsversuch ÖFOL, in aller Kürze aus dem Boden gestampft wurde, der irrt gewaltig! Bereits im November des letzten Jahres gab es einen Anbahnungsversuch von Seiten der ungarischen SkiOL-Verantwortlichen an den ÖFOL! Anscheinend lies man im ÖFOL diese 2 Monate nutzlos vorbeistreichen, um dann in letzter Sekunde auf dieses Kooperationsangebot doch noch einzugehen. Kurzum: man hätte sich hier viel Stress ersparen können, und vor allem bei rechtzeitigen Verhandlungen, doch wesentlich mehr österreichische Teilnehmer ansprechen können!
So waren dann schließlich nur ca. 40-45 Österreicher und 35 Ungarn am Start, aber diese konnten 2 selektive SkiOLs miterleben. Im Vergleich zu den ca. 65-70 Österreichern beim SkiOL in Kals ein neuer Tiefpunkt in der ÖFOL-Teilnehmerstatistik!
Einzigartig war, dass der ganze Lauf in bewaldetem Terrain durchgeführt wurde. Die Schneemengen waren zwar nicht enorm, aber es reichte aus, damit man überall laufen konnte. Allerdings war es wohl ratsam, nicht die besten und neuesten Ski zu verwenden. Man sah auch viele Läufer mit Nowax- oder Schuppen-Ski klassisch laufen und dies war mitunter nicht die schlechteste Variante!
Am ersten Tag (Samstag 30.1.) gab es eine Kurzdistanz mit wenig Rotenwahlen aber schnellen Entscheidungen. Dieser Bewerb zählte als 3.Lauf zum Austria Cup und war gleichzeitig auch ungarische Sprint-MS. Am zweiten Tag (Sonntag 31.1.) wurde der 4.Austria Cup als eine Mittel-bis-Langdistanz gleichzeitig als auch ungarische Middle-MS ausgetragen. Hier sah man etliche Läufer auch mit den Skiern in der Hand einige Hundert Meter durch einige tiefe Gräben kriechen. Mitunter schien dies eine geeignete Routenwahl zu sein, um sich einen Umweg von ca. 1 km zu ersparen.
Durchaus interessant, die Vergleiche der besten österreichischen und ungarischen Eliteläufer(innen).
So siegte bei den Damen an beiden Tagen Sonja Zinkl (LZ OMAHA), was auch für den Austria-Cup bereits eine Vorentscheidung war! Beim samstägigen Sprint in 22:56 für 3,6km+160Hm vor Michaela Gigon (OLT Transdanubien) in 27:01 und der Juniorin Michaela Kugler (LZ OMAHA) in 28:41. Siegerin der ungarischen MS wurde hingegen Agnes Simon (ETC) in 23:42.
Bei den Herren ging der samstägige Sprint [4,6km + 200Hm] in 24:10 an Johann Kugler vor Stephan Varga (beide LZ OMAHA) in 25:28. Dritter wurde Pierre Kaltenbacher (HSV Wr.Neustadt) in 27:22. Die zweitbeste österreichische Zeit lief jedoch der H35-Sieger Michi Stockmayer in 25:26. Ungarischer Champion im Sprint wurde hingegen Balazs Gond in 24:32 vor seinem Bruder Gergely Gond in 27:20 (beide Vasas). Dritter bei den Ungarn Ex-Nationalteamtrainer Agoston Dosek (27:24).
Die Mittel-Distanz der Herren am Sonntag hatte eine Luftlinie von 8,7km mit ca. 350HM bei 11 Po. aufzuweisen, die der Damen 6,3km mit 250HM. Auch an diesem Tag war Johann Kugler in 59:21 Sieger des Austria-Cups, auch bei den Herren könnte dies bereits mitentscheidend in der Gesamtwertung sein. Zweitschnellster Österreicher auch an diesem Tag: Michael Stockmayer in 60:58 noch vor dem zweiten in der H21E Pierre Kaltenbacher (72:19). Der Tagessieg ging bei diesem Bewerb jedoch an den Ungarischen Meister Balasz Gond in 59:08, der vor Agoston Dosek gewinnen konnte (63:52).
Anders das Bild bei den Damen. Hier konnte Sonja Zinkl auch an diesem Tag mit knappem Vorsprung den Tagessieg erringen. Ihre Zeit von 46:31 war um über eine Minute schneller als die Siegerzeit bei der ungarischen Damen-MS (47:43), wiederum durch Agnes Simon. Die zweitbeste Österreicherin an diesem Tag war die Juniorin Michaela Kugler in 50:58, noch um einiges vor Michaela Gigon, die 53:38 benötigte.
Einige Wertungsklassen konnten mangels Teilnehmer an diesem Weekend gar nicht einmal gewertet werden. Aber auch in der Zwischenwertung des Austria-Cups nach 4 Bewerben gibt es einen historischen Tiefstand.
Zum Vergleich: gewertete Läufer nach 4 AC SkiOL-Events: 2009 - 170 Teilnehmer, 2008-228 Teilnehmer, 2007 - 176 Teilnehmer. Man muss über 10 Jahre zurückgehen, damit man ähnlich wenige Starter im SkiOL-Cup findet. Im heurigen Jahr 2010 lautet die schockierende Bilanz: 88 TN (=gewertete AC-Teilnehmer nach 4 Bewerben)! In der D-14-Klasse gab es bislang keine einzige gewertete Läuferin!
Den Schneemangel (Dezember + Jänner) als Ausrede herzunehmen, wäre für die verantwortlichen Funktionäre recht billig, trifft aber keineswegs zu! Schneearme Winter gab es auch in der Vergangenheit schon! Da konnte man allerdings durch einen überlegteren, rechtzeitig erstellten Terminkalender mit entsprechenden Ersatzterminen die Läufer an den SkiOL binden. Und vor allem funktionierte das, was man in der heurigen Saison zur Gänze vermisst: rechtzeitige Information und Kommunikation, um die SkiOL-Freaks zu mobilisieren!
Man wird in Zukunft vieles tun müssen, v.a. Professionalität zeigen, um den SkiOL in Österreich wieder in geordnete Bahnen zu bringen! Da nützen auch die zusätzlichen 3 SkiOL-Wochenenden Ende Februar - Anfang März recht wenig bzw. sind nur der ominöse "Tropfen auf dem heißen Stein". Jüngste Gerüchte aus dem ÖFOL, das Wertungssystem während der laufenden Wettkampfsaison ändern zu wollen, klingen wie eine Mischung aus bösem Halloweenstreich und schlechtem Faschingsscherz.
Ergebnisse
Zwischenwertung Austria Cup
Karte Damen Elite Samstag
Karte Herren Elite Sonntag
Fotos
Michael Melcher
|