WOC Sprint: 2 Österreicher im Finale – 2 Mal Gold für Schweiz
Trondheim (Norwegen) vom 8.-15.August 2010
Die ersten Medaillen der 27. Orientierungslauf Weltmeisterschaften in Trondheim sind vergeben. Nach der Qualifikation am Vormittag setzten sich im Finale im Zentrum von Trondheim bei den Damen Simone Niggli und bei den Herren Matthias Müller durch. Es dürfte sich um die denkbar knappste Entscheidung der OL-Geschichte handeln. Aber der Reihe nach.
Die Qualifikationsläufe mit einer Siegerzeit von ungefähr 15 Minuten wurden in Trondheims Freilichtmuseum ausgetragen. Schnelle Routenwahlentscheidungen und genaues Orientieren in den Waldpassagen waren der Schlüssel zum Erfolg. Um ins Finale zu kommen bedurfte es einen Platz unter den ersten 15 in einem der drei Vorläufe. Mit zwei Finalplätzen gelang dem österreichischen Team ein guter Start in die WM. Felix Breitschädel (ASKÖ Henndorf) und Gernot Kerschbaumer (HSV Pinkafeld) qualifizierten sich als jeweils 14. Markus Lang (HSV Pinkafeld) landete auf Rang 20.
Bei den Damen hätte Ursula Kadan (TV Fürstenfeld) knapp das Finale erreichen können, überlief aber einen Posten und wurde folglich disqualifiziert. Karin Leonhardt (TV Fürstenfeld) und Thea Lillhov (SU Klagenfurt) belegten die Plätze 23 bzw. 24 ihres Vorlaufs.
Bereits vier Stunden später eröffneten die Damen die Finalläufe. Gestartet am Hauptplatz ging es über den Fluss Nidelv steil hinauf zur Festung. Die nächsten Posten führten durch den angrenzenden Park, bevor es durchs Siedlungsgebiet wieder hinunter zur Innenstadt ging. Das gesamte Wettkampfgelände wurde von Tausenden Zusehern gesäumt, wodurch für eine tolle Stimmung gesorgt war. Die mehrfache Weltmeisterin Simone Niggli aus der Schweiz konnte sich am Ende mit 0,7 Sekunden vor der vorjährigen schwedischen Weltmeisterin Helena Jansson durchsetzen und ihren 16. WM Titel feiern. Nur 5,9 Sekunden hinter der Goldmedaille holte Marianne Andersen Bronze und somit die erste Medaille für das Veranstalterland Norwegen.
Im Herrenbewerb gingen Felix Breitschädel bzw. Gernot Kerschbaumer als 4. bzw. 6. ins Rennen. Das gesamte Starterfeld erwies sich wie zu erwarten als extrem stark und dicht. Felix gelang bis auf wenige Unsicherheiten ein gutes Rennen und holte mit dem 40. Endplatz einen Weltcuppunkt. Kerschi zeigte von Anfang an sehr gute Zwischenzeiten und durfte sich für wenige Minuten über die Bestzeit im Ziel freuen. Schlussendlich ergab es für ihn mit einer Minute Rückstand den 22. Platz. "Im Qualifikationslauf lief es alles andere als rund, es war für mich aber, wie auch für Markus, der erste Wettkampf nach fünf Wochen. Im Finale versuchte ich noch zuzulegen, vor allem bei der Steigung zur Festung rauf hieß es nicht locker zu lassen. Orientierungstechnisch lief es ganz gut, auch der Rückstand zum Sieger ist voll ok. Somit bin ich mit dem 22. Platz zufrieden", meinte Kerschi nach dem anstrengenden Doppelwettkampftag.
An der Spitze lief es gegen Ende des Rennens extrem spannend ab. Letztendlich hatte Matthias Müller mit 16:10,9 Minuten das bessere Ende für sich und durfte sich über seinen ersten WM-Titel freuen. Nur 2,3 Sekunden dahinter holte sein Landsmann Fabian Hertner Silber und der Franzose Frédéric Tranchand eine weitere Zehntel folgend Bronze. Der sechstklassierte Schwede Emil Wingstedt lag nur 4,5 Sekunden zurück.
|
 Die A-Finalisten mit dem Betreuerteam: Rolf Gemperle, Felix Breitschädel, Gernot Kerschbaumer, Maria Kormann, Richard Schuh
|
Morgen Montag werden mit dem Qualifikationslauf über die Mitteldistanz die nächsten Finalplätze vergeben. Für Österreich werden bei den Damen Ursula Kadan, Karin Leonhardt (beide TV Fürstenfeld) und Elisa Elstner (ASKÖ Henndorf) an den Start gehen. Bei den Herren werden Wolfgang Siegert (WAT), Erik Simkovics (OLC Wienerwald) und Christian Wartbichler (ASKÖ Henndorf) Österreich vertreten.
WOC-Homepage
Mit Sportgruß aus Trondheim
Richard Schuh
|