OCAD-Roadshow: Migration von unstrukturierten DTP-Karten nach OCAD
TU Wien am 10.Juni 2011
Am Freitag vor Pfingsten fand an der TU Wien eine OCAD-Roadshow für fortgeschrittene Kartographen statt. Organisiert wurde dieses halbtägige Seminar vom Institut für Kartographie & Geoinformation – Forschungsgruppe Digitalkartographie. Die Firma OCAD – vertreten durch ihren Geschäftsführer Thomas Gloor – präsentierte im Rahmen dieser Workshops erstmals persönlich OCAD10 in Österreich an einer Universität! Und zwar im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung vor einem breiten Publikum, und nicht nur auf den Orientierungslaufsport bezogen. Hubert Klauser war Präsentator dieses nicht ganz einfachen Arbeitsthemas, das bereits wesentliche OCAD-Kenntnisse voraussetzte.
Dank der Kooperation der TU Wien und dem generellen Interesse an der OL-Kartographie (Univ.-Ass. MSc. Eszter Simonné-Dombóvári sowie Univ.Prof. Mag. Dr. Georg Gartner) kam eine Einladung für OL-Kartenzeichner + ÖFOL-Funktionäre zustande.
Insgesamt waren hier 25-30 Teilnehmer aus den verschiedensten Sparten mit dabei. Studenten, Geometer, Geoinformatiker, Kartographen, Kartenverleger, Wissenschaftler und auch einige namhafte OL-Funktionäre. Unter anderem die Landesverbands-Präsidenten Gerfried Hoch (StOLV) und Bernhard Lieber (KOLV), ebenso wie ASVÖ-OL-Chef Erich Simkovics und, in Vertretung des Ausbildungsreferates Michael Melcher. Allesamt erfahrene, begeisterte OL-Kartographen.
Hauptthema war die "Migration von unstrukturierten DTP-Karten nach OCAD". (DTP = Desktop-Publishing-Map). Ein kartographisches Thema, dass zwar nicht unbedingt essentiell für den OL ist, welches jedoch im Hinblick auf mögliche Kooperationen von OL-Vereinen mit kommerziellen Kartenanbietern doch interessant sein könnte. Dazu gehört auch die gewerbsmäßige Weitervermittlung & werbebezogene Adapationen von OL-Kartendatensätzen für andere Zwecke wie Tourismus, Navigation, Topographie & Thematik.
Unter DTP-Karten versteht man in erster Linie allgemeine Karten im PDF-Format, die man nicht direkt (zB. mit OCAD) bearbeiten kann und erst auf bestimmten Weg digital machen muß. Vor allem die Umwandlung von PDF-Bildobjekte in OCAD-Objekte – sowohl automatisch nach einem bestimmten Schema (Schüssel), als auch manuell (jedes Objekt für sich), wurde eindrucksvoll dokumentiert. Auch das Georeferenzieren von Karten war bei diesem Workshop ein wesentliches Thema. Dies ist auch für OL-Karten ein wertvoller Themenbereich. Als Georeferenzierungsmethoden wurden sowohl die Grobabstimmung mittels "Affin-Transformation" als auch der Feinschliff mittels "Rubbersheeting" vorgestellt. Alte OL-Karten sind meistens nicht georeferenziert, sollten dies jedoch sein, wenn man mit GPS weiterarbeiten möchte, bzw. wenn man bestehende Datensätze mit GPS-Tracks kombinieren möchte, da GPS-Daten bekanntlich mit Landeskoordinaten belegt sind.
Beispiel: bestehende Ski-OL-Karte. Aktuelle Loipen für einen Wettkampf oder Trainingslager können relativ leicht mit GPS aufgenommen werden. Wenn die alte Karte jedoch nicht im entsprechenden Koordinatensystem liegt, gibt es keine Passgenauigkeit und immer zusätzlichen Arbeitsaufwand. Das heisst erst durch das Georeferenzieren gibt es Möglichkeiten, mit einem Koordinatenbezugssystem zu arbeiten, erst dann können Karten mit anderen Geodaten kombiniert werden, erst dann kann ein eventueller Flächenverzug von alten Karten auf relativ einfachem Weg korrigiert werden. Danach ist es auch möglich, Datenbankanbindungen sinnvoll vorzunehmen. Beispiel: Adaptierung einer OL-Stadtkarte zu einem Navigationsplan mit Straßennahmen und Hausnummernzuweisung für Autos oder Handys also einem kleinen lokalen Geoinformationssystem (für eine Gemeinde oder Stadt).
Auch die Kombination und Einbindung in Google-Maps wurde eindrucksvoll demonstriert.
Einige wesentliche Bereiche wurden im Übungsteil unter der Anleitung der beiden OCAD-Profis intensiv durchgeübt. Etliche Fragen und Problemstellungen im täglichen Umgang mit der OCAD-Software konnten so von kompetentester Seite erklärt und erläutert werden.
Leider war jedoch die zur Verfügung stehende Zeit viel zu kurz, um all die Kleinigkeiten zu besprechen, die den einzelnen OCAD-User so am Herzen lagen.
Alles in allem ein sehr gelungener und Eindruck-hinterlassender Fortbildungs-Tag für alle die gekommen waren um sich weiterzubilden.
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 Auditorium an der TU Wien: eine große Bandbreite an Teilnehmer
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Präsentations-Folien des Workshops
Fotos
für das ÖFOL-Ausbildungsreferat
Michael Melcher
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 OCAD-Software-Entwickler und Präsentator Hubert Klauser
 OCAD-Geschäftsführer Thomas Gloor gab höchstpersönlich wertvolle Tipps und Tricks im Umgang mit OCAD10
 Interessierte Zuhörer aus dem OL-Lager: Michael Melcher (Ausbildung) und Gerfried Hoch (StOLV-Präsident)
 Auch KOLV-Obmann und begeisterter Kartenhersteller Bernhard Lieber ließ sich diesen hochkarätigen Vortrag nicht entgehen.
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