EYOC 2011: 2 Bronze-Medaillen
23.-26.6.2011 in Jindrichuv Hradec
Die EYOC 2011 wurde heuer vom 23. bis 26. Juni 2011 in Jindrichuv Hradec (Südböhmen) durchgeführt.
Im Mai fanden nur einige Kilometer östlich vom Wettkampfgebiet die Selektionsläufe für die EYOC statt und es qualifizierten sich folgende LäuferInnen:
| Herren -16: |
| Gröll Matthias | SU Schöckl Orienteering |
| Peter Mathias | SU Schöckl Orienteering |
| Siemmeister Daniel | TV Fürstenfeld |
| Tanzer Michael | HSV Langenlebarn |
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| Damen -16: |
| Gassner Anika | NF Wien |
| Payer Elisa | SU Schöckl Orienteering |
| Ramstein Nora | SU Schöckl Orienteering |
| Walch Martina | SU schöckl Orienteering |
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| Herren -18: |
| Berger Xander | NF Linz |
| Elstner Laurenz | ASKÖ Henndorf |
| Habenicht Tobias | SU Klagenfurt |
| Reiner Matthias | NF Villach |
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| Damen -18: |
| Arbter Anja | NF Wien |
| Nilsson-Simkovics Anna | OLC Wienerwald |
| Pacher Lisa | SU Schöckl Orienteering |
| Telisman Lucija | SU Schöckl Orienteering |
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| Betreuer: |
| Zirnig Alexander |
| Zridkavesely Libor |
| Nagele Franz |
| Arbter Vera |
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Am Donnerstag, dem 23.6.2011, reisten wir alle mittels Bussen aus Österreich zum Model-Event für den Lang- und Staffel-Bewerb südlich von Nova Ves an um uns an das technisch anspruchsvolle, mit vielen Wegen durchzogene und teilweise mit Steinen, Felsen und Sümpfen versehene Gebiet auf die einzelnen Bewerbe der EYOC vorzubereiten.
Nach einigen wenigen Kilometern auf der etwas ungewohnten 1:15.000 – Karte ging es weiter in unser Quartier, welches wir im Grand Hotel, mitten im Stadtzentrum von Jindrichuv Hradec, bezogen.
Sprint (24. Juni 2011)
Bei wechselnden Wetterbedingungen, einerseits war es bewölkt, windig und kühl mit vereinzelten Regenschauern, andererseits wieder wolkenlos und äußerst heiß, begannen die Wettkämpfe am Freitag um 14.00 mit dem Sprint-Bewerb in Trebon, einer Kleinstadt ca. 30km südwestlich von unserem Quartier.
Unsere Jugendkader-Läufer waren dabei nicht minder nervös als die älteren. Die nicht gerade technisch anspruchsvoll gelegten Bahnen waren für Top-Läufer am Besten geeignet, was sich auch in den Ergebnislisten wiederspiegelte.
Leider waren unsere Herren -16 –Läufer dem eigenen Druck und den eigenen Erwartungen nicht gewachsen und mußten somit bei ihrem ersten Start bei internationalen Titel-Wettkämpfen auf Grund ihrer Nervosität Tribut zollen.
Matthias Gröll erlief zwar eine gute Zeit, mit der er einen Platz unter den besten 30 belegen hätte können, lief aber unkonzentriert im Zieleinlauf beim letzten Posten vorbei und wurde daher disqualifiziert.
Auch Michael Tanzer passierte ein Flüchtigkeitsfehler, indem er im Park auf halber Strecke ein falsches Dickicht anlief, einen falschen Posten zwickte und daher auch nicht in die Wertung kam.
Nur Mathias Peter und Daniel Siemmeister kamen mit etwas Rückstand und doch einigen Fehlern auf den Plätzen 53 und 68 ins Ziel.
Auch die Damen -16 – Läuferinnen konnten nicht so ganz ihr läuferisches Potential abrufen und kamen mit einigen Routenwahlfehlern über die Sprintdistanz. Mit knappen Rückständen belegte Martina Walch als beste Österreicherin in ihrer Laufklasse den 23.Platz (+2:02), knapp 50 Sekunden dahinter auf dem 45. Platz klassierte sich Anika Gassner, dicht gefolgt von Nora Ramstein (54. Platz) und Elisa Payer (64. Platz).
Mit etwas weniger Rückstand gab es aber in der Klasse der Herren -18 keine besseren Platzierungen. Unser derzeitiger schwedischer Export Matthias Reiner kam mit einem Rückstand von 1:50 Minuten nicht auf den erwünschten Platz unter den besten 30 (Platz 29). Mit nur sechs Sekunden Rückstand erreichte Xander Berger den 32. Platz und gefolgt mit einem weiteren Rückstand von 11 Sekunden belegte Tobias Habenicht den 38. Platz. Laurenz Elstner erwischte keinen optimalen Lauf und erlief einen 60. Platz.
Erfreuliches gab es nur von unseren hoch eingeschätzten Damen in D-18 zu berichten. Anna Nilsson-Simkovics kam mit nur 46 Sekunden Rückstand auf Platz 11 und verfehlte einen der begehrten Diplom-Plätze nur um 14 Sekunden. In einem Rennen der knappen Abstände wurde Anja Arbter nach einem kleinen Routenwahlfehler und einem Rückstand von nur 1:07 Minuten 25. Lisa Pacher kam auf den 48. Platz und Lucija Telisman wurde 54.
Nach der Siegerehrung und der Eröffnungsfeier direkt im Zielbereich ging es zur Erholung zurück ins Quartier und unsere Physiotherapeutin Vera Arbter hatte so einiges zu tun um die müden Beine wieder für den Langdistanz-Berwerb auf Vordermann bzw. –frau zu bekommen.
Langdistanz (25. Juni 2011)
Nach den Ergebnissen des Vorjahres und den internationalen und nationalen Bewerben konnten wir uns für den anstehenden Langdistanz-Bewerb in Sedlo doch so einiges ausrechnen.
Im Gebiet des Model-Events vom Donnerstag, bei wechselnden Wetterbedingungen mit Wolken, Sonne und Wind, erreichten die Läuferinnen und Läufer in allen Klassen zumindest ein Ergebnis unter den besten 21.
Als sensationell und äußerst erfreulich für das österreichische Team war an diesem Tag jedoch die Leistung von Anja Arbter anzusehen, die in ihrer Laufklasse den schon lange von ihr erwünschten Podestplatz mit der Bronzemedaille erreichte. Von Beginn an des Rennens war sie unter den ersten drei zu finden und gab dann diesen Platz bis zum Ende nicht mehr aus der Hand und wurde im Zieleinlauf von uns allen auf den letzten Metern auch noch lautstark angefeuert. Ein großartiger Erfolg für das österreichische Team!!
Aber auch mit Anna Nilsson-Simkovics konnten wir sehr zufrieden sein, die im letzten Drittel ihres Laufes einen 2 Minuten-Fehler beging und sich damit leider aus den Diplom-Plätzen verabschieden musste, aber mit einem 10. Platz dennoch an ihre tolle Leistung des Vortages mit diesem Top-Ten-Ergebnis voll anschließen konnte.
Lisa Pacher lief in ihrem ersten Jahr bei den Juniorinnen einen tadellosen Lauf und kam mit 11:20 Minuten Rückstand auf den 31. Platz und wärmte sich dabei schon für den Staffel-Bewerb am nächsten Tag auf. Lucija Telisman konnte mit einigen kleineren Fehlern ihr Potential leider nicht ganz ausschöpfen und belegte den 41. Platz.
Auch die Herren -18 konnten mit einem Top-15-Platz aufwarten. Tobias Habenicht konnte seiner Erwartung gerecht werden und platzierte sich nach solider Leistung auf dem ausgezeichneten 15. Platz, den er sich insgeheim als Mindestziel für seine letzte EYOC in diesem Jahr vornahm.
Bei den anderen Herren lief es nicht nach Wunsch. Bei Matthias Reiner, Laurenz Elstner und Xander Berger war sicherlich der Wurm drin und so kam es dazu, dass Xander Berger in der Mitte des Bewerbes aufgab und somit nicht in die Wertung kam, Matthias Reiner mit knapp 23 Minuten Rückstand den 65. Platz und Laurenz Elstner den 78. Platz belegten.
Bei den Damen in D-16 lief Nora Ramstein ein tolles Rennen und kam auf den von ihr gewünschten Platz unter den ersten 20. Sie belegte mit 8:42 Minuten Rückstand Platz 17. Anika Gassner blieb etwas hinter den Erwartungen zurück und kam im technisch anspruchsvollen Gelände auf den 36. Platz. Mit einem etwas größeren Rückstand erreichten Elisa Payer und Martina Walch, die sich beide sichtlich schwer in diesem Gelände taten, die Plätze 51 und 55.
Bei den Herren -16 gab es nach dem etwas verkorksten Sprint-Bewerb doch eine beachtlich Leistungs-Steigerung, wobei nur Michael Tanzer etwas hinter seinen Erwartungen blieb und mit seinem 52. Platz nicht so ganz zufrieden war.
Die Zukunftshoffnung des österreichischen Jugendkaders Matthias Gröll lief ein wirklich tolles Rennen und konnte mit nur 5:21 Minuten Rückstand sein Ziel mit einem Platz unter den besten 20 nicht ganz erreichen, es wurde aber dennoch der erfolgsversprechende 21. Platz, wobei ihm durch einige kleine Fehler ein Platz unter den besten 15 verwehrt blieb.
Auch Mathias Peter, der in letzter Zeit bei internationalen Bewerben (ISF-WM) auf sich aufmerksam machte, konnte sich auch noch mit Platz 29 einen Platz unter den besten 30 sichern und sich somit zuversichtlich für die am nächsten Tag stattfindende Staffel vorbereiten.
Ebenfalls konnte auch Daniel Siemmeister, der sich noch als Vierter für diese EYOC qualifizierte, mit seinem tollen 33. Platz und einem Rückstand von etwas mehr als 9 Minuten (Siegerzeit 46:42) auf sich aufmerksam machen. Mit viel Ehrgeiz und Training wird auch Daniel Siemmeister in Zukunft noch einiges von sich hören lassen.
Mit einer eindrucksvollen Siegerehrung am Abend im Schloss von Jindrichuv Hradec war der Tag noch lange nicht vorbei. Während es sich die Betreuer beim Banquette des Veranstalters bei Buffet und Getränke im Schloss gut gehen ließen, gab es für die Jugendlichen und Junioren die obligatorische EYOC-Party in einer nahen Disco, die nur durch die Stimmung der Österreicher zu einem tollen Abend wurde.
Staffel (26. Juni 2011)
Der letzte Bewerb der 11. Jugend-Europameisterschaften in Tschechien wurde mit der Staffel durchgeführt.
Nach dem erfolgreichen Langdistant-Bewerb, waren die Erwartungen insgeheim doch ein wenig auf Diplom-Platz bei den Damen D-18 und Herren H -18 ausgelegt. Und diese Vorahnung wurde auch eindrucksvoll bestätigt.
Zuerst einmal zum Wetter. Grau in grau mit vielen tiefliegenden Wolken, teilweise Regen, und keine Sonne, die sich nur nach Beendigung des Bewerbes von seiner besseren Seite zeigte.
Die Aufstellung der Staffelzusammensetzung wurde von uns, Libor Zridkavesely und Alexander Zirnig, am Vortag bekanntgegeben und man konnte doch so auf die eine oder andere Überraschung gespannt sein.
Staffelstart.
In den einzelnen Klassen gab es Massenstart mit fünf Minuten Abständen. Zuerst starteten die Damen D-16 mit der Startläuferin Elisa Payer. Fünf Minuten später ging Matthias Reiner in H-18 an den Start, gefolgt von Mathias Peter in H-16, der gleich zu Beginn die Laufkarte nicht zu fassen bekam und einige Meter zum Pulk der Läufer verlor.
Zum Schluss startete Anna Nilsson-Simkovics in D-18 und konnte uns Zuschauer während der Laufverfolgung so richtig zum Staunen bringen, denn Anna Nilsson-Simkovics konnte sich gleich von Beginn an an die Spitze setzen und diese Führung auch noch bis in das Ziel kontinuierlich ausbauen.
Nicht so gut erging es in der Zwischenzeit Mathias Peter, der sich im ersten Viertel seiner Laufstrecke einen Ast in den rechten oberen Oberschenkelbereich rammte und mit großen Schmerzen seinen Lauf bis ins Ziel beendete. Großes Lob an Mathias Peter, dass er sich trotz der Schmerzen über die gesamte Distanz quälte um nicht die Staffel hängen zu lassen. Als zweiter Läufer ging Matthias Gröll ins Rennen.
Elisa Payer kam zum ersten Funkposten nach einem Viertel der Strecke, und wir staunten nicht schlecht, als sie als Drittplatzierte vom Stadionsprecher angekündigt wurde. Bis ins Ziel verlor sie zwar einiges an Zeit übergab aber mit geringem Abstand an die vorderen Läuferinnen auf dem 9. Platz an Anika Gassner.
Matthias Reiner schlug sich tapfer mit einigen Fehlern in H-18 und konnte nur am 10. Platz an einen sich derzeit in toller Form befindlichen Tobias Habenicht übergeben.
Die zweite Läuferin in D-18 war Lisa Pacher. In Führung liegend schrumpfte ihr Abstand von Minute zu Minute, aber mit einer ihrer bisher besten Laufleistungen kam sie im Zielbereich mit nur 40 Sekunden Rückstand zur Übergabe – als 3.! Und übergab an unsere Bronze-Medaillengewinnerin auf der Langdistanz Anja Arbter, die somit die Möglichkeit hatte, für Österreich wieder mit ihrer Staffel eine Medaille zu erlaufen.
Während Anika Gassner mit ihrem Lauf den Staffelplatz der österreichischen Damenstaffel in D-16 nicht ganz halten konnte, lief Nora Ramstein einen beherzten Lauf als dritte Staffelläuferin und konnte sich mit ihrem Endspurt knapp nicht mit der Staffel in den begehrten Diplom-Platz-Bereich hineinlaufen und die Damen konnten dennoch mit dem Erreichen des 8.Gesamtrangs, mit nur 18 Sekunden Rückstand auf Platz 6, zufrieden sein.
Tobias Habenicht konnte als zweiter Läufer auf der etwas längeren Mittelstrecke seine läuferischen Qualitäten ausspielen und sich mit nur 1:18 Minuten Rückstand auf den dritten Gesamtrang ins Ziel kämpfen um an Xander Berger zu übergeben. Durch die enorme Dichte in dieser Alterklasse schien hier von Platz 3 bis 10 alles möglich.
Zwischen den Tschechinnen, den Norwegerinnen und Anja Arbter wechselte zu Beginn ständig die Führung. Doch konnte sich ab der Hälfte die Tschechin entscheidend absetzen und somit gab es nur mehr einen Kampf um Silber oder Bronze. Anja Arbter, die bereits schon eine Silber- und eine Bronzemedaille bei der EYOC 2008 bzw. 2009 erreichte, gab ihr bestes und erreichte den letzten Funkposten knapp vor dem Ziel als Dritte mit nur geringem Abstand zur Norwegerin. Im Schlussspurt konnte Anja Arbter zwar noch einige Meter aufholen und der norwegischen Staffel bedeutend nahe kommen, aber diese Bronzemedaille – die zweite im Rahmen der EYOC 2011 – glänzte wie Gold! Herzliche Gratulation an das tolle Dreiergespann!!
Während die Damen in D-18 ihre Medaille feierten kam es in H-18 zu einem sehr überraschenden Zieleinlauf. Xander Berger konnte einige höher eingeschätzte Nationen, wie die Ungarn oder die Ukrainer im Zieleinlauf noch auf Distanz halten und den für die Herren-Staffel äußerst erfolgreichen 5.Staffelplatz erlaufen. Auch für dieses Ergebnis möchten wir herzlich gratulieren!!
Nachdem Mathias Peter als 20. an Matthias Gröll übergeben hatte, lief Matthias Gröll ein wirklich tolles Rennen und er konnte mit seiner 10. Laufzeit die Staffel wieder einige Plätze, und zwar auf den 14. Platz, nach vor bringen. Michael Tanzer, der bei dieser EYOC leider das Los des Letztstartenden – er startete bei allen Bewerben immer am Schluss - zog, lief unbeirrt seinen Lauf und konnte endlich bei diesem Bewerb sein Können unter Beweis stellen und mit neuntbester Laufzeit die Staffel noch zum 12. Gesamtrang ins Ziel bringen.
Nach einer tollen Siegerehrung mit zwei teilnehmenden österreichischen Staffeln ging es wieder zurück nach Österreich.
EYOC 2011-Homepage
Fotos
Alexander Zirnig
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