MTB-O Faak am See: nur etwas für die "Härtesten unter dem Himmel"
ÖSTM/ÖM Middle, 1. & 2. Austria-Cup am 14./15.Mai 2011
Am 14./15.Mai begann die nationale MTBO-Saison mit den ersten beiden Bewerben des Austria Cups in Ledenitzen bzw. Egg am Faakersee in Kärnten. Gleichzeitig wurde im Rahmen des 1.Laufs auch die Österreichische Staatsmeisterschaft bzw. in den Altersklassen die Österreichische Meisterschaft über die Mitteldistanz durchgeführt.
Veranstalter dieses MTBO-Wochenendes war einer der erfolgreichsten heimischen MTBO-Vereine der letzten Jahre: die Naturfreunde Villach. Die Wettkampfverantwortlichen waren MTBO-Nachwuchschef Klaus Wallas und Karin Irk, die zusammen auch für die Bahnen verantwortlich waren. Wolf Eberle wurde vom ÖFOL als Technischer Delegierter eingesetzt. Seine Art "stets ruhig, in allen Situationen den Überblick bewahrend und immer am Puls des Wettbewerbes" ist das einfache Rezept, welches einen guten TD mit internationaler Erfahrung ausmacht.
Beide Wettkämpfe konnten unterschiedlicher nicht sein, und das, obwohl es an beiden Tagen das gleiche Wettkampfzentrum und fast das gleiche Ziel gab.
Am Samstag, dem 14.Mai, ging es über die bewaldeten Höhen des "Tabor" (so hieß auch die neue, bisher nie verwendete Karte): eine mächtig steile Hügelkette zwischen Drautal und Faakersee. Relativ wenige Wege, diese dafür aber umso steiler, machten es den Bahnlegern nicht einfach, hier für alle Kategorien geeignete Bahnen in den Wald zu zaubern. Es gab hier leider nur beschränkte Möglichkeiten der Bahnlegung, diese wurden jedoch optimal ausgenutzt. Entscheidend waren jene versteckten Routen, bei denen man wesentliche Höhenmeter einsparen konnte. Nicht alle sahen diese weiten Umfahrungen mit relativ wenig Höhenmetern, querten stattdessen einen der dazwischenliegenden Pässe "diretissima" und vergaben so ihre Medaillenchancen. Nicht nur die wenigen entscheidenden Routenwahlen brachten die Fahrer ins Schwitzen, auch die Befahrbarkeit manch eines Downhill-Trails, brachte einige zusätzliche Schweißtropfen mit sich.
Für den internationalen "Touch" sorgte das italienische MTBO-Nationalteam, das immer wieder gerne zu MTBO-Rennen nach Kärnten kommt.
Eine Klasse für sich war wieder einmal unser Aushängeschild in der Damen 21-Elite Michaela Gigon (OLT Transdanubien). Sie fügte auf der 8,1km (Luftlinie) bzw. 12,5km (optimal) +310 Höhenmeter langen Strecke mit einer Zeit von 54:22 ihrer Sammlung an Staatsmeisterschafts-Goldmedaillen eine Weitere hinzu! Ihre einzige ernst zu nehmende Gegnerin an diesem Tag war Lisi Hohenwarter (Leibnitzer AC), die in 59:46 auf Platz 2 fuhr. Milena Cipriani (ITA) – als Drittschnellste an diesem Tag – hatte bereits über 13 Minuten Rückstand auf die Siegerin. Die Bronzemedaille bei der österreichischen Meisterschaft ging an Eva Ponweiser (HSV Wr.Neustadt.
Die Herren Elite hatten 9,5km (Luft) bzw. 15,4km (optimal) + 450 Höhenmeter zurückzulegen. Permanent auf des Messers Schneide lief dieses Rennen ab. Die Führung wechselte zwischen Bernhard Schachinger, Martin Moser, Andi Rief und Kevin Haselsberger mehrmals hin und her. Auch der Italiener Luca Dallavalle war lange Zeit vorne mit dabei. Martin Moser – bis zum 5.Posten in Führung – vergab seine Chancen ebenso wie Bernhard Schachinger, der einen Posten nicht stempelte. So verblieben nur mehr zwei Fahrer, deren Abstand ab der Mitte des Rennens konstant eine halbe Minute betrug.
Kevin Haselsberger (NF Villach/ 55:31) machte in der Schlussphase des Rennens keinen Fehler mehr und war auch fahrerisch Top. Er verteidigte seinen knappen Vorsprung und holte sich so seinen ersten Staatsmeistertitel. Nur knapp 32 Sekunden dahinter sicherte sich Andi Rief (OLT Transdanubien /56:03) Silber und Tobias Breitschädel Bronze (ASKÖ Henndorf/ 57:28). Der undankbare 4.Platz blieb mit nur knapp 3 Minuten Rückstand Christoph Haingartner (OLC Graz), der wiederum 1½ min vor dem italienischen Spitzenfahrer Luca Dallavalle blieb.
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 Kevin Haselsberger auf dem Weg zum Staatsmeister-Titel
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Das Wetter war bei diesem samstägigen Meisterschaftsrennen glücklicherweise noch gut, sehr warm und trocken. Obwohl an einigen Stellen im Wald noch glitschige und matschige Stellen vom Regen in der Vorwoche vorhanden waren. Über Nacht änderte sich das Wetter komplett. Ein Wettersturz, der bereits Tage vorher prophezeit wurde, trat leider auch ein.
So empfing strömender Regen die Fahrer am Sonntag Morgen. Tiefer Boden, meterlange Wasserlacken, langsam zu befahrene Wege, äußerst kraftraubende Single-Trails und Regen ohne Ende! Ohne Regen wären die Fahrzeiten sicher 5-7min schneller gewesen. Vor allem die wenigen Pfade waren äußerst schwer zu befahren, besser ausgedrückt, fast nur mehr mit sehr hohem Kraftaufwand "durchwühlbar". Ohne Regen wären die Fahrzeiten sicher 5-7 Minuten schneller gewesen.
Aber glücklicherweise fand am Sonntag nur mehr ein Sprintbewerb in flachem, großteils gut befestigtem Areal rund um den Fitnessparcours Faakersee-Egg statt. Die Liste der aufgegebenen oder gar nicht mehr gestarteten Läufer war dementsprechend lang, wirklich nur die Allerhärtesten kamen durch.
Werner Grissmann – Ex-Skirennfahrer und jährlicher Veranstalter des berüchtigten "Dolomitenmannes" würde sagen: "nur was für die Härtesten unter der Sonne!". Doch Sonne gab es an diesem Sonntag den ganzen Tag keine, wer hier startete konnte sich eher als "Held der fehlenden Sonne" bezeichnen.
Die Veranstalter taten ihr allerbestes, um diesen verregneten Wettkampftag noch so angenehm wie nur möglich zu gestalten. Sogar die Siegerehrung wurde um eine 3/4 Stunde vorverlegt, sodaß alle rechtzeitig diesem Regenloch entfliehen konnten und unter die wärmende Dusche kamen.
Für die 6km (Luft) bzw. 10,5km (optimal) lange Strecke bei nur 60Hm, benötigte die Tagesschnellste Italienerin Milena Cipriani 30:55. Sie war um ganze 22 Sekunden schneller als Michi Gigon, die damit wiederum den Austria Cup Lauf gewinnen konnte. Lisi Hohenwarter konnte als Tages-Dritte erneut auf das Podest fahren (34:21).
Die Strecke der Herren-Elite hatte eine Länge von 7km (Luft) bzw. 12km (optimal) + 75HM Luft mit 12 Posten. Was für Martin Moser (NF Villach) am Vortag nur ca. 1/3 der Distanz funktioniert hatte, ging an diesem Tag zur Gänze auf. 27:32 Minuten Volldampf reichten schließlich zu seinem 1. Austria-Cup-Sieg in der Herren-Eliteklasse. Einzig der Vortagssieger Kevin Haselsberger konnte Martin fordern: bis zum 6.Posten war Kevin vom Start weg in Führung, beim 7.Posten waren Martin und Kevin noch ex aequo, ab dem 8.Posten bis ins Ziel demonstrierte Martin dann seine Sprinter-Qualitäten. Im Ziel hatte Kevin genau 1:02 min Rückstand auf den Sieger Martin Moser. Bernhard Schachinger (HSV Ried) als Drittplatzierter in 28:54 rehabilitierte sich ein wenig für das Malheur des Vortages. Bester Nichtösterreicher wurde schließlich der Italiener Luca Dallavalle als Vierter in 29:33.
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 Martin Moser
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Resümee des Saisonstarts: bei den Damen alles wie gehabt. Zu den arrivierten 3 Fahrerinnen ist derzeit leider noch keine "4.Kraft" in Sichtweite.
Bei den Herren hat Martin Moser den Aufstieg von den Junioren in die Elite eindrucksvoll geschafft und wird heuer nicht nur mitfahren, sondern er wird den alteingesessenen Fahrern noch gehörig einheizen! Der Kampf ums WM-Ticket nach Italien ist bereits voll im Gange. Die interne Konkurrenz im Herrenkader wird hoffentlich alle noch weiter nach oben "pushen"!
Der MTBO-Austria-Cup macht nun leider eine Pause und wird erst Anfang August mit den Bewerben 3. + 4. in Ungarn mit Zentrum im Thermenort Gelse fortgesetzt. Bis dahin gibt es rund um Österreich einige interessante MTBO-Bewerbe zum "Warmhalten".
Auch wird das MTBO LZ OST in Kürze alle interessierten MTBOler zu offenen MTBO-Trainings im Raume Wien Süd/Niederösterreich einladen. So soll das Interesse zum heimischen MTBO-Sport wieder etwas geweckt werden, nachdem in Kärnten leider nur 85 Starter beim Sprint und 115 Starter bei der Mitteldistanz mit dabei waren.
Ergebnis
Karte Middle Damen Elite
Karte Sprint Damen Elite
Fotos ÖSTM/ÖM Mittel (©Wallas)
Fotos Sprint (©Wallas)
Austria Cup Zwischenstand
Michael Melcher
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 Rauf, Runter und einmal Rundherum ging es bei der Middle um den Tabor
 Höhenmeter so weit das Auge reicht
 rasanter Zieleinlauf bergab
 Damen Siegerfoto ÖSTM Middle
 Die Fahrer ahnten schon am Start, dass es "ziemlich feucht" werden würde
 Trocken blieb an diesem Tag sicher keiner
 Trotz unwirtlicher Bedingungen kämpfte jeder bis zum Schluss
 internationale Siegerin am 2.Tag: Milena Cipriani (ITA)
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