MTB-O Austria Cup 3. & 4.Lauf: einfach ungarisch – ungarisch einfach
6.-7.August 2011 in Gelse (Ungarn)
Aufgrund akutem Veranstaltermangel im MTB-O muss fast alljährlich zumindest 1 Wettkampf-Wochenende im Ausland durchgeführt werden, damit man jährlich auf die nötige Anzahl von 8 bis 10 Austria Cup Läufen kommt. Das letzte Jahr 2010 mit 5 heimischen Veranstaltern war wohl eine glorreiche Ausnahme;, hat aber auch viele potentielle heimische Veranstaltervereine verbraucht. Dass Auslands-ACs in der Disziplin MTB-O nicht nur notwendig sind, sondern auch eine wesentliche Bereicherung im Terminkalender darstellen, ist natürlich ein interessanter Nebeneffekt. Vor allem unsere süd- & östlichen Nachbarländer waren bereits einige Male erfolgreiche Partner.
Die heurige Auslands-Kooperation wurde mit Ungarn eingegangen, wohl auch im "heimlichen" Vorausblick auf die MTB-O-WM 2012 für Elite, Junioren und Masters. Wohl auch, weil man mit Ungarn bisher immer exzellente Erfahrungen gemacht hatte. Ist doch Ungarn neben Tschechien jenes Land in unserer unmittelbaren Umgebung, das wesentlich mehr MTB-O-Events pro Jahr auf die Beine stellt, als Österreich. Aufgrund der großen Aktivität in Westungarn wurde von MTB-O-Chef Thomas Wieser bereits im letzten Herbst eine Vereinbarung zur Organisation zweier Austria-Cups – gemeinsam mit ungarischen Meisterschaften – geschlossen. Als Partner wurde der Verein "Veszpremer Bridge & Orienteering Club" mit Cheforganisator Viktor Hites ausgewählt. Im Jänner 2010 wurden von diesem OK-Team in Sopron bereits erfolgreich 2 Ski-OL-Austria-Cups organisiert. Die Empfehlung einiger ungarnspezialisierter österreichischer MTB-O-ler war zusätzlich eine positive Visitenkarte für die Veszpremer OL-Freunde. Das ursprüngliche WK-Gebiet lag bei der Ortschaft Kald bei Sarvar, ca. 40km nördlicher vom entgültigen Austragungsort.
Leider gab es im Vorfeld einige Probleme, für die der Veranstalter nicht unbedingt verantwortlich war.
Zum Einen musste das ursprünglich präsentierte OL-Gelände 2 Mal gewechselt werden, da plötzlich Verbote von Grundbesitzern und Eigentümern einlangten bzw. auch die bestehenden Fuß-OL-Karten anderen Vereinen gehörten. Zum Anderen gestaltete das unerwartet schlechte Wetter mit langen Regenphasen im Juni und Juli die Kartenherstellung äußerst schwierig. Der letzte Wechsel des Wettkampfareals wurde erst knapp vor Ostern vollzogen. Der kleine Thermal-Ort Gelse sollte fortan als Wettkampfzentrum dienen.
Zwischen Balaton und dem Dreiländereck (HUN-CRO-SLO) wurde man nach einiger Suche schließlich fündig. Im Hügelland nordöstlich der nächstgrößeren Stadt Nagykanizsa gab es bis dato keinerlei OL-Karten. Daher musste hier ca. 2 Monate vor dem Wettkampf von Grund auf begonnen werden, eine neue Karte zu zeichnen. Und da die hochsommerliche Schönwetterperiode heuer leider nicht lang andauernd und konstant war, gab es starke Zeitverzögerungen bei der Kartenherstellung.
TD Michael Melcher und MTB-O-Referent Tom Wieser waren permanent in Kontakt mit den Veranstaltern und mussten Zeitplan und die Kontrolltätigkeit des ÖFOL öfters revidieren. Große Geduld war angesagt und vor allem: Nerven bewahren. Weiteres Problem bei der Kartenaufnahme: auch versagten in den tiefer gelegenen Waldteilen (in den stark bewaldeten Tälern und Gräben) aufgrund der Dichte des Waldes und der Höhe der Baumkronen der GPS-Empfang, wodurch ca. 1 Monat vor dem Event bei erst halbfertiger Karte, neue Grundlagen besorgt werden mussten. Es glich fast einem Wunder, als 2 Wochen vor dem Event endlich "Land in Sicht" herrschte.
An die 140 Fahrer kamen dann auch nach Gelse, um hier dem MTB-O-Sport zu frönen. Neben Tschechen und Ungarn waren hauptsächlich Österreicher am Start. 65 heimische Biker, die nach Austria-Cup-Punkten eiferten oder die ein Streichresultat einfuhren, da sie mit den Bedingungen nicht zurecht kamen.
Und die Bedingungen an den beiden Wettkampftagen waren äußerst schwierig: noch eine Woche vor dem Wettkampf war der gesamte Wald fast unbefahrbar. Fast alle Wege waren überflutet und der lehmige Untergrund verklebte alle wesentlichen Schalt- und Bremssysteme am Fahrrad. Es hätte in der Woche vor dem Wettkampf mindestens 4 Tage über 30 Grad benötigt, um das Areal trocken zu legen. Da dies nicht der Fall war, gab es beim samstägigen Langdistanzbewerb immer noch genügend matschige Stellen.
Für die Ungarn war am Samstag 6.August ungarische Ultralangdistanz-MS. Das bekamen auch die Österreicher zu spüren, da die Bahnen – trotz Verkürzung in der Vorwoche – immer noch überdurchschnittlich lang waren. Für die österreichischen Elitefahrer und Junioren war dieser Event ein letzter Test vor der MTB-O-WM in Italien
Am besten zurecht fand sich an beiden Tagen Kevin Haselsberger (NF Villach). Er konnte in der Tageswertung sowohl die 18,5km (Luft)+630Hm lange Langdistanz als auch die 12,4km(Luft)+400Hm lange Mitteldistanz für sich entscheiden. Zweimal als Zweiter am Podest landete der Däne Michael Sommer. Der Vorsprung von Kevin betrug beide Male knapp über 2 Minuten. Auf der Langdistanz belegten Tobias Breitschädel (ASKÖ Henndorf) und Martin Moser (NF Villach) die Plätze 2 und 3. Auf der Mitteldistanz konnte Andreas Rief (OLT Transdanubien) vor Tobias Beitschädel reüssieren.
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 Siegereherung Elite 1.Tag
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Bei den Damen wurde Michi Gigon (OLT Transdanubien) bei der samstägigen Langdistanz ein nicht-eingezeichneter Weg fast zum Verhängnis. Es war ein an und für sich noch nicht fertiggestellter abgeschnittener Kartenteil am Kartenrand, der nicht befahren werden sollte. Leider waren die Abzweigungen an dieser Stelle undeutlich, weswegen Michi irrtümlich auf diesen Weg kam und ins "Nirvana" fuhr. Die Tagesbestzeit musste sie dadurch der Ungarin Agnes Füzy überlassen. Zwar konnte Michi Gigon den AC-Sieg noch retten, aber nur mit knappstem Vorsprung auf Sonja Zinkl-Reisinger (LZ OMAHA).
Am Sonntag lief es dann etwas besser (für alle Teilnehmer), da man die Schwachstellen der Karte schon besser einschätzen konnte. Michi Gigon gewann in der Tageswertung vor Sonja Zinkl-Reisinger und Eva Ponweiser (HSV Wr.Neustadt), die an beiden Tagen den 3.AC-Rang belegen konnte.
Ergebnis
Karte Damen Elite Samstag
Karte Herren Elite Samstag
Michael Melcher
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 Der Grund für viele Materialdefekte: riesige Dornen
 Single Trails durchs ungarische Dickicht
 einige Schiebepassagen waren unausweichlich
 wilder Ritt durch die hügellige Steppenlandschaft
 an vielen Stellen sah es noch so aus
 Cheforganisator Viktor Hites
 Zweifachsieger Kevin Haselsberger am Start mit Jugendfahrer Bernhard Finder
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