MTBO-Youth: Ostertrainingskurs
Balatonfüred-Tapolca (Ungarn) vom 15.-22.April 2011
Knapp 170 Kilometer südöstlich von Wien, nahe der Städte Tapolca und Sümeg, fand vom 15. bis 17.April 2011 die 1.Runde des MTB-O Weltcups statt (siehe Bericht). Ort des Wettkampfes war einerseits ein flaches aufgelassenes Militärgelände, wo in den 70er- und 80er-Jahren noch die russischen Panzer umher gefahren sind (Sprint), bzw. andererseits steileres Gelände (Middle und Long), das einigen ehemaligen Elitekaderläufern noch von der OL-Weltmeisterschaft 1983 in Erinnerung sein dürfte. Auch das MTBO-Nachwuchsteam war hier mit dabei!
Der MTB-O Nachwuchs (Jugend- und Junioren) verbrachte die gesamte Karwoche mit einem intensiven Trainingskurs nahe des Plattensees in Ungarn. Mit dabei waren neben dem ÖFOL MTB-O Jugend- & Juniorenkader auch etliche Angehörige der MTB-O Trainingszentren LZ Süd u. LZ Ost, die noch nicht, bzw. nicht mehr dem ÖFOL-Kader angehören, die aber dennoch hoffnungsvolle Talente sind und mit der nötigen O-technischen Förderung durchaus vorne mitmischen werden können.
Betreut wurden die MTB-Oler vom Jugendchef und Kader-Manager Klaus Wallas persönlich. Für die O-technischen Trainingseinheiten verantwortlich war Michael Melcher, für die massagemäßige Auflockerung nach den harten Trainings bzw. für die Behandlung von diversen Muskelverhärtungen zeichnete Gaby Finder mit kompetenten Shiatsu-Behandlungen verantwortlich, was alle dankbar in Anspruch nahmen. Auch in Zukunft soll – v.a. bei wichtigen Bewerben – auf derart physiotherapeutische Betreuung zurückgegriffen werden.
Dieses Trainingslager inkludierte natürlich auch das MTBO-WC-Weekend in Tapolca und Sümeg. Der Kader absolvierte hier die ersten O-mäßigen Renn-KM dieser Saison. Vor allem der Weltcup-Sprint-Bewerb in der alten, aufgelassenen Kaserne verlangte den Youngsters alles ab. Die Meinung Aller war unisono: "supergeiler Sprint", aber das allerschwerste, was man je gefahren sei. Postenanfahren zwischen den Ruinen, mit Postenstandorten unter Dach in Hallen und Garagen! "Das Posten-Antizipieren war wichtiger denn je. Um richtig gut werden zu können, würden öfters derart selektive Wettkämpfe benötigt werden."
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 Gert Wallas am Weg ins Ziel beim Sprint
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Die ersten Lorbeeren konnte gleich einmal Matthias Pletzer (NF Villach) "ernten". Er gewann den international gut besetzten Sprint-Bewerb in der H15-17-Klasse mit einer ausgezeichneten, fast fehlerlosen Fahrt. Da man hier Gelegenheit hatte, die gleiche Strecke wie die Eliteklassen zu fahren, konnte sich auch der Nachwuchs sehr gut mit den Besten der Welt vergleichen. Beim Weltcup hätte Matthias übrigens den 47.Platz unter den 80 Startern belegt. Noch schneller war jedoch der Beste der Seniorenklasse über 40+: Manfred Stockmayer (HSV Wr.Neustadt). Als überlegener Klassensieger hätte er sogar Platz 39 im Weltcup belegt!
Der 2.Platz durch Mattias Pletzer am Sonntag bei der Langdistanz - nach Materialdefekt bei der Middle am Samstag - zeigte deutlich, dass das Ergebnis beim Sprint kein Zufallstreffer war, sondern dass er heuer zu den Topfahrern in der Jugendklasse zählt.
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 Matthias Pletzer auf dem Weg zum 2.Platz in der Langdistanz H15-17
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Großes Pech hatten hingegen einige andere Kaderkollegen: sie hatten bei mehr als einem Rennen mit Materialdefekten zu kämpfen. Die Ausfallsrate ist hier wesentlich höher als bei uns in Österreich. In Ungarn ein neuralgischer Punkt: die Reifen. Da es fast überall gestattet war, quer zu fahren bzw. die größeren Wege oft mit spitzen Steinen gespikt waren und man auf den Single Trails unzählige Dornen und spitze Äste finden konnte, war es leicht, sich einen "Patschen" zu holen
Im anschließenden Trainingskurs vom 18.-22.April, wurde in einigen selektiven Einheiten in schwierigstem Terrain, MTB-O in allen Varianten trainiert (Langdistanz mit Routenwahlen, Sprints, Middle als Einerstaffel u.v.a). Hauptsächlich genutzt wurden die Karten des MTBO-Weltcups 2010 zwischen Balatonfüred und Veszprem.
Vor allem der Gegnerkontakt wurde intensiv simuliert. Es gab viele Posten bei ständigen Richtungsänderungen und mit möglichst schneller Entscheidungskraft anzufahren, wobei oft mehrere nahe beieinander gesetzte Posten existent waren. Vor allem auf die Kurzdistanzen soll bei den MTBO-Jugendkadertrainings erhöhtes Augenmerk gelegt werden. Hier ist international noch Einiges herauszuholen.
Die Trainingsgruppe musste teilweise sogar ein wenig eingebremst werden, neben den O-Trainings standen permanent noch sehr lange Ausfahrten fast um den halben See an.
Der Ehrgeiz ist sehr groß, die Saison-Hauptziele stehen aber erst in der 2.Jahreshälfte an. So werden auch fast die Hälfte der Teilnehmer bei der heurigen Junioren-WM Mitte August in Italien wohl aus dem "noch"-Jugendkader (15-17 Jahre) stammen, da nach dem Abgang einiger Junioren in die Eliteklasse, ein kleines "Altersloch" klafft, welches aber mit möglichst starken Jugendfahrern erst aufgefüllt werden muss.
Wer sich allerdings am "Kaderwesen" kaum beteiligt, wird es – v.a. im "Entscheidungsfall" – schwierig haben, sich im Team durchzusetzen. Anders ausgedrückt: von wem man nicht weiß, wie er/sie international (im Ausland) fährt, hat wenig Chancen, bei einer Junioren-WM oder Jugend-EM eingesetzt zu werden.
Nächstes MTBO-Highlight: das nationale Saison-Opening in Faak am See (1.+2.Austria Cup) am 14./15.Mai.
Die nächsten internationale Einsätze gibt es Ende Mai bei den Meisterschaft von Friaul-Julisch-Venetien nahe Cividale (ITA), bei der slowakischen Long-MS in Pezinok-Bratislava (SVK), Anfang Juni bei einem 2-Tage-MTBO in Zagreb (CRO) sowie Anfang Juli beim 5 Tage-MTBO in Pilzen (CZE).
Ergebnis
Fotos (Melcher)
Fotos MTBO WC Tapolca (Wallas)
Fotos MTBO TL Balatonfüred (Wallas)
Michael Melcher
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 Klaus Wallas verteilt die Trainingsaufgaben
 Über Stock und Stein ...
 Weite ungarische Steppen und Hügellandschaft wird es auch bei der Junioren-WM 2012 geben.
 Derzeit bester Junior: Markus Seppele
 Reparaturen waren häufig nötig
 Regeneration unterm "Baldachin" in der ungarischen Steppe
 Nachbesprechung der Trainings und Wettkämpfe bei einer ungarischer
Jause
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