3. & 4. MTB-O Austria Cup: Hitzerennen in der ungarischen Steppe
Tapolca & Sümeg (Ungarn) am 16./17. Juni 2012
Brütende Hitze zwischen 30 - 32°C begleitete die österreichischen Teilnehmer auf dem Weg nach Ungarn zum 3. und 4.Lauf des MTBO-Austria-Cups am 16./17.Juni. 72 Österreicher nahmen die ca. 100 Kilometer von der österreichischen Staatsgrenze auf sich, um bei diesen Cupbewerben teilzunehmen. Dazu kamen noch 45 Ungarn sowie einige Fahrer aus Dänemark und Finnland, die diese Rennen als WM-Vorbereitung nutzten. Gesamt waren 120 Teilnehmer am Start.
Am Samstag, dem 16.Juni, fand im ca. 25km nördlich vom Plattensee gelegenen Industrieort Tapolca die ungarische Sprint-Meisterschaft – zugleich 3. Austria Cup statt. Es war ein äußerst kurzer Sprint in komplett ebenem Terrain. Ca. 80% des Bewerbes fand im Siedlungsgebiet statt. Hierbei handelte es sich um eine aufgelassene russische Besatzungskaserne mit unzähligen Details, die nun seit ungefähr 20 Jahren leer steht. Im vergangenen Jahr fand hier ein MTBO-Weltcupbewerb statt. Einige Österreicher wussten also schon, was sie hier erwarten würde. O-technisch eine wahre Herausforderung sondergleichen. Dennoch waren die meisten Teilnehmer, ob der doch – für MTBO – zu geringen Fahrzeiten, doch etwas enttäuscht! Eine 1-2km längere Strecke bzw. 5-8 Minuten längere Fahrzeit hätte es schon sein dürfen. Die längste Strecke bei diesem Sprint betrug in der Herren 21 Elite 6,5km (Luftlinie), die kürzeste Bahn - die Famiystrecke - betrug ganze 4km.
Für Elite- und Juniorenteam ging es hier bereits um die WM-Tickets (Anfang August in Veszprem), daher war der Einsatz umso größer. Etliche Materialdefekte bremsten so manchen Spitzenfahrer auf dem Weg zu einem Podestplatz. Man sah einige Biker zu Fuß – das Rad schiebend – das Ziel passieren.
In der Herren-Eliteklasse siegte Sprintspezialist Martin Moser (NF Villach / 20:49) mit 13 Sekunden Vorsprung auf Bernhard Schachinger (HSV Ried / 21:03). Dahinter folgten Andreas Rief (OLT Transdanubien / 21:20) und Tobias Breitschädel (ASKÖ Henndorf / 21:38) auf den Plätzen 3 und 4.
Bei den Damen siegte Michaela Gigon (OLT Transdanubien) in 18:39, mit ca. 1 Minute Vorsprung auf die finnische Ex-Weltmeisterin Ingrid Stengard (19:37). Die drittschnellste Zeit fuhr Ungarns Nummer 1 Anna Füzy (20:35), mit der bei der heurigen WM - im eigenen Land - stark zu rechnen sein wird. Auf den Plätzen 4 bis 6 folgten Sonja Reisinger-Zinkl (20:56), Marina Reiner (21:23) und Lisi Sandrisser (22:14).
Bei den männlichen Junioren entwickelte sich das Wochenende zu einem ungarisch-österreichischen Vergleichskampf, welchen zumindest beim Sprint die Ungarn deutlich für sich entschieden. Florian Exler (OLT Transdanubien) in seinem ersten MTBO-Jahr sicherte sich mit einem 3.Platz in der Tageswertung seinen bereits 2.Sieg im Austria Cup in der laufenden Saison. Damit hat er seinen Junioren-WM-Startplatz quasi fixiert. Andreas Waldmann erreichte nach langer Führung bis zur Hälfte des Rennens und plötzlichem Reifendefekt leider nur mehr laufend das Ziel, sollte aber am nächsten Tag seinen großen Auftritt haben. Bei der weiblichen Jugend und Juniorinnen waren Julia Ritter (NF Steiermark) und Lisa Pirker (NF Villach) an beiden Tagen voran. Leider mangelt es den Ungarn an weiblichen Nachwuchsfahrerinnen, weswegen die Österreicherinnen hier konkurrenzlos blieben.
Am Sonntag 17.Juni fand im 20km nördlicher gelegenen Ort Csabrendek bei Sümeg der Langdistanzbewerb statt. Trotz des vormittäglichen Rennbeginns wies das Thermometer bereits um 10.00 Uhr an die 28°C auf, was sich im Laufe des Bewerbes noch auf 33 Grad steigern sollte. Die Bahnen führten zum einen Teil durch leicht kuppierte ungarische Steppenlandschaft, zum anderen Teil über einen dicht bewaldeten und mit etlichen Höhenmetern gespickten Bergrücken.
Die Streckenlänge der Elitebahn betrug 21km (Luft)+330Hm. Der Tagessieg ging an diesem Tag an den Dänen Michael Sommer (78:59), der die Phalanx von Österreichern hinter sich lassen konnte. Platz 2 (und damit AC-Sieger) ging an Tobias Breitschädelin 80:37, Platz 3 an Kevin Haselsberger (80:53), Platz 4 an Bernhard Schachinger (81:51) und Platz 5 an Andreas Rief (83:21).
Auch bei den Damen gab es einen skandinavischen Tagessieg, denn Ingrid Stengard (74:38 / Finnland) konnte diesmal auf der 17,8km+250Hm langen Strecke reüssieren. Ihr Vorsprung auf die Zweitplatzierte Michi Gigon (76:37) betrug knappe 2 Minuten. Auch auf der Langdistanz – wie am Vortag – auf Platz 3 die Ungarin Anna Füzy in 78:32. Dahinter wieder das Österreicherinnenpaket Sonja Reisinger-Zinkl (4.), Lisi Sandrisser (5.) und Marina Reiner (6.).
Schneller als die Damen-Elite war auf derselben Strecke nur der Juniorensieger H18-20 Andreas Waldmann in 70:11, der den besten Ungarn Csaba Bedö 1 Minute und 40 Sekunden abnehmen konnte.
Eine - bis dato – einzigartige Entscheidung gab es in einigen Klassen, die die gleiche Strecke absolvierten, wie: H50, D40, D18-20, H15-17.
Hier wurde in Absprache des Veranstalters mit den ungarischen und österreichischen MTBO-Kommissionen die Strecke vom Start zum 1.Posten im Nachhinein aus der Wertung genommen. Grund: ein peinlicher Fehler des Veranstalters! Auf einigen Karten war die Optimalroute zum ersten Posten als verbotene Route eingezeichnet! Etliche ungarische Starter mit frühen Startzeiten drehten – nach Diskussion mit dem Starter – kurz nach dem Startposten um, und befuhren diese auf der Karte als "verboten" dargestellte Route! Leider ging diese Information nur auf ungarisch durch die Reihen am Start, die früh gestarteten Österreicher wurden hiervon nicht in Kenntnis gesetzt. Erst gegen Mitte des Startvorganges erfuhren auch die wartenden Österreicher von der Aufhebung dieses Verbotes ("it is a mistake from us, you can drive this forbidden way").
Da das Ergebnis dadurch doch einigermaßen beeinflusst wurde, aber doch ein Rennen gewertet werden sollte, wurde nach Information und Rücksprache mit den jeweiligen Teilnehmern, diese erste Teilstrecke aus der Wertung genommen! Dadurch gab es glücklicherweise keine Verschiebungen am Siegespodest, nur geringfügige Punkteänderungen im Austria-Cup.
Ergebnisse & Routegadget
Fotos
Michael Melcher
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 Martin Moser, Sieger des 3.AC Sprints
 Julia Ritter verfolgt von ihren Gegnerinnen in der ungarischen Steppe
 Tobias Breitschädel
 familiäre, freundliche Stimmung am Start
 Andreas Waldmann besticht mit toller Leistung bei den Junioren auf der Langdistanz
 dynamisches Postenstempeln (ohne Stehenzubleiben) beim letzten Posten: Kevin Haselsberger
 etliche Wettkämpfer erreichten wegen Defekte nur laufend und schiebend das Ziel: im Bild Dominik Grün
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