WM Countdown – die nächste Runde
Nach der EM ist vor der WM. Nur eine Woche nach den Europameisterschaften in Schweden reisten unsere Damen und Herren des Nationalteams in die preislich high-end Schweiz, um die nächste Runde der WM-Vorbereitung durchzuziehen.
Trotz voller Eigenkosten – als Orientierungsläufer ist man ja Idealist – ließen sich zehn AthletInnen die Möglichkeit nicht nehmen in WM relevantem Gelände zu trainieren. Und da die Vegetation in letzter Zeit ziemlich in die Höhe schoss, machte dies nun durchaus mehr Sinn, als dies bereits zu Ostern getan zu haben.
Am Pfingstmontag startete man mit einem Sprint-Intervalltraining und einem Art Model Event für den am Dienstag anstehenden letzten WM-Selektionslauf, wobei nur noch bei den Herren weitere Plätze zur Verfügung standen – das Damenteam, sowie Gernot Kerschbaumer und Robert Merl standen bereits fix im WM-Aufgebot. Den Selektionslauf, Laufzeit ca. 1 Stunde, konnte dann Christian Wartbichler vor Erik Simkovics, Wolfgang Siegert und Helmut Gremmel für sich entscheiden.
Nach einer Nacht in Beinwil am See übersiedelten wir nach Vaumarcus, Nähe Neuenburg, in eine idyllisch gelegene Jugendherberge mit pitoreskem Blick auf den Lac de Neuchatel. In dieser Umgebung wurde nicht nur im typischen "Mittelland-Gelände" trainiert, also staffel- und langdistanzrelevant, sondern auch im technisch anspruchsvolleren "Vorjura", eher Mitteldistanz-qualifikationsrelevant. Das "Höher-tiefer"-Training ohen Wegsignatur ließ manchmal sogar Erinnerungen an Frankreich im letzten Jahr aufkommen.
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 idyllisch gelegene Jugendherberge mit pitoreskem Blick auf den Lac de Neuchatel
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Auch die Tage am Neuenburger See gingen vorbei und mittels Sprint in Estevayer de Lac wanderte das Team weiter nach Bern, in die Altstadtnahe Jugi. Aus dem Freitagnachmittagstraining wurde leider allerdings nichts, denn nach umfangreicher vierstündiger Busschlüsselsuche – das Schweizer Nationalteam vermietete uns dankenswerterweise ihren Bus – musste diese erfolglos eingestellt werden. Ein Diebstahl ist die nun wahrscheinlichste Variante, Kerschi hofft aber weiters auf die peinlichere Variante, nämlich dass der Busschlüssel doch noch aus einer der Gepäckstaschen fällt...
Wie auch immer, nach der Ersatzschlüsselaufnahme konnte wie geplant an den Schweizer JWOC und EYOC Testläufen über eine Mitteldistanz und eine Langdistanz teilgenommen werden. Bei der Mitteldistanz reichten die Kräfte nach dem fordernden Trainingsprogramm noch, um voll zu attackieren. Die Ergebnisse konnten sich sehen lassen. Gernot Kerschbaumer und Ursi Kadan erzielten jeweils die Tagesbestzeit, neben Nachwuchsläufern nahmen auch wenige renommiertere LäuferInnen teil. Die Langdistanz führte dann durch steileres Gelände und nicht ganz WM relevantes Terrain, war aber dennoch ein interessanter Abschluss der vorletzten WM-Vorbereitungsrunde.
Das Betreuertrio hatte sehr gute Arbeit geleistet. Neben Nationaltrainer Rolf Gemperle, der Schweizer weiß natürlich worauf’s in der Schweiz drauf ankommt, sorgte Beat Berger dafür, dass sämtliche Posten korrekt gesetzt wurden und Sibylle Merz dank ihrer hervorragenden Physio- und Massagefähigkeiten für eine einwandfreie Laufapparatur.
Nach der CISM in Dänemark und Jukola/Venla in Finnland bzw. Austriacup und ÖM Mannschaft in Österreich wird mit dem Weltcup in St. Gallen die letzte WM-Vorbereitungsrunde eingeläutet.
Ergebnisse der Testläufe
Gernot Kerschbaumer
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