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Lisa Pirker holt Bronze bei MTBO-Junioren-WM

Das waren die Highlights des Mittel-Distanz-Bewerbes bei den MTBO-Weltmeisterschaften am Mittwoch 27.8.

Dieser Bewerb fand in der Ortschaft Jurowce ca. 15km nördlich von Bialystok statt. Das Terrain war komplett unterschiedlich zum Vortag (Sprint im Stadtwald + Parkareal). Der Kartenmaßstab war diesmal 1:10.000, mit 5m Äquidistanz. Es gab 2 komplett unterschiedliche Geländeteile; die erste Hälfte des Rennens: komplett flach mit vielen Kahlschlägen (die Umlaufen oder Umfahren werden mussten) und mäßig dichtem Wegenetz. Schnelle Entscheidungen und gute Routenwahlen waren hier von Bedeutung. Teil 2 war ein hügeliges Terrain mit einem sehr dichten Wegenetz in nur eine Richtung (zumeist Fallrichtung); es gab hier nur sehr wenige Querverbindungswege. Hier war das Querfahren und Abschneiden von Bedeutung. Zur Info: in Polen ist bei dieser WM das Querfahren und –laufen erlaubt und auch öfters notwendig. D.h. dass auch bestimmte Fuß-OL-Komponenten (wie rechtzeitiges Auffangen, oder Richtunghalten in ebenem unübersichtlichem Terrain) von entscheidender Bedeutung sein können, v.a. da der Wald oft sehr dicht bewachsen ist.

Die weiblichen Junioren hatten 7,9km Luft was 11,8km Idealroute bedeutete; dazu 140HM bei 16 Posten. Lisa Pirker hatte eine perfekte Startnummer zugelost bekommen; sie ging als 4.letzte ins Rennen, 2 Minuten vor der Mitfavoritin Kajsa Engström aus Schweden. Beide hatten bereits vor einem Monat in Schweden beim O-Ringen-MTBO um den Sieg gekämpft und kannten sich bereits gut. Die Mission war klar vordefiniert: es sollte versucht werden, bei kleinen Fehlern und bei eventuellem Begegnungsverkehr zu Beginn des Rennens, nicht sogleich nervös zu werden. Wenn Lisa dann doch eingeholt werden sollte, musste die Konkurrentin unbedingt „gehalten“ werden, um sich wieder zu sammeln und um neue Motivation und Konzentration aufzubauen; und um im entscheidenden Moment wieder wegzukommen und wieder Zeit gutzumachen.

Genauso lief es dann im Rennen auch ab. Bis Posten 4-5 ein fehlerfreies Rennen, dann ein Fehler und die Schwedin war schon vor Lisa bei Posten 6. Lisa versuchte wieder heranzukommen und fuhr 3 Bestzeiten hintereinander. Jede fuhr in Folge ihr eigenes Rennen und jede versuchte wegzukommen, aber immer den Gegner im Augenwinkel. 3 Posten vor dem Ziel gab es noch eine schwierige Querpassage, wobei Lisa den Posten sofort fand, aber die Skandinavierin einen 1 Minutenfehler machte. Hochmotiviert und im Wissen ein Top-Rennen gefahren zu sein flog sie förmlich dem Ziel entgegen; selbst ein wilder Sturz ins Ziel konnte ihren „Erfolgsrun“ nicht stoppen. Man musste nicht lange zittern, bis der Erfolg feststand, da ja nur mehr ganz wenige Fahrerinnen ausständig waren. Lisa und das ganze Team waren natürlich überglücklich über diese Bronzemedaille; sie wird hoffentlich nicht die Einzige gewesen sein!

Auch Julia Ritter fuhr ein zufriedenstellendes Rennen; sie belegte im Endklassement Platz 21.

Lange Zittern musste hingegen Rafael Dobnik, und das Warten wurde nicht ganz belohnt, wenngleich ein 4.Platz und ein WM-Diplom wesentlich mehr war, als vorher gedacht. Die Herren-Junioren hatten 9,6km Luft, mit 14,2km Optimalroute bei 190HM und 20Posten zurückzulegen.

Andreas Waldmann war der eigentliche Favorit im österreichischen Lager, den man eine Medaille an diesem Tag zugetraut hätte, Rafael DOBNIK wollte auf seiner „Lieblingsdistanz“ seine letztjährige Bestleistung steigern (2012 9.Platz / 2013 8.Pl. beides auf der Mittel). Wie so oft, kam es anders als erwartet. Andi startete perfekt, fuhr einige Bestzeiten und führte bis Posten 9 das Feld an. Dann ein schwerer 2-Minuten-Fehler und ein Rückfall auf Platz 2, dann folgten wieder einige Streckenbestzeiten und bei Posten 18 ging Andi neuerlich in Führung, dann jedoch wieder einige kapitale Fehler (2-3min) und die Medaille war endgültig dahin. Im Endeffekt reichte es zu Platz 8. Zwar immer noch eine tolle Platzierung, aber in Anbetracht des Leistungsvermögens doch eine Enttäuschung.

Für Rafael Dobnik hingegen – als Fuß-OL-Spezialist – war der 2.te Streckenteil, wo Andi seine Fehler machte, quasi wie maßgeschneidert. Hier konnte Rafael seine perfekte Feinorientierung ausspielen. Bis zur Hälfte des Rennens pendelte Rafael zwischen Platz 7-9 hin und her und fuhr ein ruhiges, solides Rennen. Dann jedoch hielt er seine Konzentration aufrecht und machte kaum Fehler, wo all seinen Konkurrenten „ausfuhren“. 3-5 Posten vor dem Ziel, pendelte Rafael sogar zwischen Platz 3-5. Im Ziel war es schließlich Platz 4. Eine Weltklasseleistung für den erst 17-Jährigen Kärntner (Jahrgang 1997) der ja auch noch 2017 bei der Junioren-WM starten wird können. Und alle sind sich sicher: eine weitere Steigerung nach vorne ist realistisch!

Auch Matthias Pletzer als 36. fuhr ein gutes Rennen. Bernhard FINDER belegte Platz 47. Bei der bevorstehenden Staffel kann man sich durchaus eine Überraschung erwarten, wenn Andi, Rafael und Matthias ein fehlerfreies Rennen abrufen können.

In den Jugendklassen gab es diesmal leider keinen Diplomplatz; wenngleich die Leistungen doch sehr ansprechend waren. Vor allem Paul Kratky in der H-17-Klasse, fuhr ein gutes Rennen und belegte Platz 12; wobei ein Top 10-Platz durchaus möglich war. Markus FINDER belegte hier Platz 23.

In der weiblichen Jugend konnte Lea Hnilica leider den Diplomplatz vom Vortag nicht wiederholen. Sie belegte im Jugendrennen (D-17) Platz 12, wobei auch hier ein Top 10-Platz möglich gewesen wäre. Für Lea gilt nun volle Konzentration auf das Staffelrennen am Samstag, wo sie als 3.te-Fahrerin die Juniorenstaffel ergänzen wird.

Eine Erfolgsmeldung gibt es auch am 2.Tag der Senioren-WM (MTBO-Masters).

Curt Maier belegte in der Klasse H70+ den 3.Platz, und sicherte sich trotz großem Fehler die Bronzemedaillie; hier wäre auch ein Sieg möglich gewesen. Aber das hebt sich Curt noch für die Langdistanz auf.

Fotos: Rainer Burmann

von Michael Melcher in Leistungssport MTBO

27. August 2014