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MTBO-Masters-WM in Portugal

"3 Starts, 3 x Weltmeister. Klingt gut, war aber keine große Kunst, da ich der einzige Teilnehmer der Kategorie M75 war. Klar macht es keinen großen Spaß allein auf dem Treppchen zu stehen und ich habe lange überlegt, ob ich mich überhaupt anmelden soll. Aber angesichts der Tatsache, dass ich mich bei der IOF und in Gesprächen mit Keith Dawson und Sandor Talas für die Einführung der 5jahres Sprünge und eine Aufstockung der Kategorien stark gemacht habe war es für mich so etwas wie eine moralische Verpflichtung dann auch wirklich mitzumachen. Außerdem habe ich für mich eine interne Herausforderung gefunden indem ich nicht nur gemütlich herumfahren wollte um den Sieg abzuholen, sondern ich nahm mir vor ein virtuelles Rennen gegen die Kategorie M70 zu bestreiten.

Das ging am ersten Tag, beim Sprint, gründlich in die Hose. Diese Rennen durch die engen, verwinkelten Gässchen eines mittelalterlichen Bergdorfes sind einfach nicht mein Ding. Besser lief es am nächsten Tag bei der Mitteldistanz. Hier hätte ich in M70 den 4. Rang belegt, 6 Minuten hinter dem Sieger. Wenn man aber die rund 7 Minuten, die ich für einen Reifenwechsel und manuelles Aufpumpen benötigte, abzieht, dann war ich damit doch ziemlich zufrieden und ich habe mir am Abend guten Gewissens die Goldene umhängen lassen. 

Orientierungsmäßig gründlich daneben ging der Abschlußbewerb über die Langdistanz. Wenn es nur ums Radfahren ginge, ja dann…. 😉 Als dann noch rund 1,5 km vor dem Ende das Ventil des Hinterrades weggefetzt wurde (so etwas habe ich noch nie erlebt) spazierte ich als Fußgänger ins Ziel.

Mein Resumee: Gute Organisation, Sehr viele engagierte Helferlein, die Strecken teilweise am Limit des Vertretbaren (Dornen, Dornen, Dornen, viele Steine und viele Höhenmeter). Leider haben nicht mehr „Alte“ die Gelegenheit genutzt die Medaillen „nur abzuholen“ sofern man es schafft durchzukommen. Nach wie vor ist die Masters WM für die IOF nur zweite Wahl. Keine Hymnen, keine Flagge bei der Siegerehrung. Warum das so ist konnte mir nicht einmal der neue IOF Generalsekretär erklären. Veszprem (HUN) war diesbezüglich die große Ausnahme."

von Herbert Lackner in Leistungssport OL

15. Juni 2015