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CISM Staffel – Spannung pur

Österreich stand mit zwei Herren-Staffeln an der Startlinie. Medaillengewinnerin Ursula Kadan, Mathias Peter sowie das Betreuerteam Emanuel Braun, Michael Koiser und Otto Helfenscheider legten all ihre Kraft ins Anfeuern, um vielleicht erstmals über eine Staffelmedaille bei einer WM jubeln zu dürfen.

"Run, run, run", war dann noch die Beschreibung des Geländes beim Teamleaders-Meeting. Dies sollte sich dann auch bewahrheiten, allerdings waren es ca. 3×48 Minuten, die man auf den Asphalt, bzw. Pflaster oder Weglein zurücklegte, Idealroute ca. 12,5km.

Österreich 1 lief in der Aufstellung Matthias Reiner, Gernot Kerschbaumer und Robert Merl, Österreich 2 mit Christian Wartbichler, Xander Berger und Helmut Gremmel.

Matthias startete exzellent und lag beim Kartenwechsel nach vier Kilometern im Spitzenfeld. Gegen Ende der zweiten Schleife büßte er etwas Zeit ein und übergab an 8. Stelle an Gernot Kerschbaumer. "Rennen gut einteilen" war auch für diesen die Devise, eine 12km Sprintstaffel läuft man ja nicht alle Tage. Dies dürfte Kerschi auch gute gelungen sein, denn auf den letzten Kilometern konnte er beide polnische Teams, Schweiz 2 und Russland 2 überholen und kam den drittplatzierten Litauern schon nahe. Auf Robert Merl wartete dann nicht nur die harte Schlussstrecke, sondern mit Andrey Khramov aus Russland und Wojciech Kowalski aus Polen auch starke Gegner. Litauen hatte bereits beim Kartenwechsel einen zu großen Rückstand, aber Khramov, Robi und Kowalski lagen mehr oder weniger gleichauf. Danach hieß es warten, warten, warten. Zuerst tauchte Matthias Kyburz wie erwartet für das siegreiche Schweizer Team auf. Dieses hatte sich auf der zweiten Strecke abgesetzt, und der Weltcupgesamtsieger ließ mit der schnellsten Laufzeit auch nichts anbrennen. Knapp zwei Minuten später tauchte dann plötzlich Khramov für das russische Team auf, bevor nur wenige Sekunden dahinter Kowalksi mit einem kleinen Vorsprung auf Robi um die Ecke spurtete. Nach 2 Stunden und 22 Minuten Gesamtlaufzeit für die Staffel überquerte Robi nach einem starken Lauf nur sechs bzw. 13 Sekunden hinter Kowalski und Khramov die Ziellinie. Aber es war eben wieder dieser undankbare vierte Platz – wie 2015 in Südkorea gab es auch 2016 für Österreichs Herren im Teambewerb und Staffel jeweils den vierten Platz.

"Was soll man sagen, wir sind super gelaufen, wir haben alles gegeben. Wir denken wir haben richtig aufgestellt. Mit der Leistung sind wir ebenfalls zufrieden. Ist man aber so knapp an den Medaillen dran, ist man natürlich enttäuscht", so die Meinung des Teams danach.

Österreich 2 zeigte ebenfalls eine gute mannschaftliche Leistung und belegte unter 43 gestarteten Teams den 13. Platz.

Bei den Damen gewann Russland vor Polen und Litauen.

Dank der Silbermedaille von Ursula Kadan hat das österreichische Militärteam nun zum dritten Mal in der Geschichte zumindest eine Medaille bei einer CISM-WM im Orientierungslauf gewonnen. Im heurigen Medaillenspiegel scheint Österreich auch auf, und zwar – erraten – auf dem vierten Platz (ex aequo mit Frankreich) – ein vierter Platz über den man sich zurecht freuen darf.

Mit der Siegerehrung und Schlusszeremonie fand die 49. Militärweltmeisterschaft im Orientierungslauf in Buzios, Rio de Janeiro, einen würdigen Abschluss.

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> Ergebnisse Staffel

von G. Kerschbaumer & E. Braun in Leistungssport OL

23. November 2016