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WM-Mitteldistanz: ein Leckerbissen für Techniker

Das Gelände um die Mitteldistanz- und Staffelarena in Vitipalu ist durch ein sehr spannendes Kurvenbild mit vielen Senken und Hügeln gekennzeichnet, wobei das in Estland allgegenwärtige Grün die Sicht stark einschränkt und den Kompass einmal mehr zum wichtigsten Freund macht. Kein Wunder, dass ziemlich viele Fehler gemacht wurden – das österreichische Team schlug sich dabei aber erfreulich gut. 

Robert Merl sorgte einmal mehr für viel Fernsehzeit für Österreich, indem er einen sehr starken Lauf hinlegte und in Führung liegend ins Ziel kam. Leider vereitelte ein Fehler zum 19. Posten eine noch bessere Platzierung – so wurde es der sehr gute 20. Platz. 

Nur einen Platz und eine Sekunde (!) dahinter klassierte sich Gernot Kerschbaumer. Zu Beginn verlor er etwas Zeit durch mehr oder weniger beabsichtigtes Umlaufen und gegen Ende durch einen kleinen Fehler, ansonsten gelang auch ihm ein technisch sauberes Rennen. 

Den Tagessieg holte sich in beeindruckender Manier „Mitteldistanz-König“ Thierry Gueorgiou (FRA). Nach sechs Jahren krönte er sich somit ein weiteres und letztes Mal zum Weltmeister über seine Lieblingsdistanz – es ist dies sein letztes Antreten bei einer Weltmeisterschaft. Silber und Bronze gingen an Fabian Hertner (SUI) und Oleksandr Kratov (UKR).

Laura Ramstein ging als erste österreichische Dame ins Rennen und überzeugte mit einer starken technischen und mentalen Leistung: Nach einem Fehler zum ersten Posten wählte sie zum zweiten Posten bewusst eine Sicherheitsroute und ab dann war sie nicht mehr zu stoppen. Zielstrebig und selbstbewusst lief sie auf den guten 27. Platz. 

Anja Arbter hatte ebenfalls kein Glück mit dem ersten Posten, aber auch sie bewahrte nach diesem missglückten Start einen kühlen Kopf. Im zweiten Teil schlich sich noch ein zweiter Fehler ein, aber ansonsten lieferte sie ein sauberes Rennen ab und lief ebenfalls noch in die Weltcupränge (39. Platz).

Das Siegertreppchen war durchwegs in skandinavischer Hand: Gold ging wie schon bei der Langdistanz an Tove Alexandersson (SWE), Silber an Marianne Andersen (NOR) und Bronze an Venla Harju (FIN). Beeindruckend die Performance der allerschnellsten Damen: Zwischen den Medaillen lagen jeweils zwei Minuten Abstand! 

Morgen findet die WM mit dem Staffelbewerb ihren Abschluss. Um 13:00 Ortszeit starten die Herren, für Österreich laufen Matthias Reiner, Gernot Kerschbaumer und Robert Merl. Die Damen folgen dann um 15:00 Ortszeit mit Laura Ramstein, Ursula Kadan und Anna Nilsson-Simkovics.

von Ursula Kadan (fotos: Melinda) in Leistungssport OL

6. Juli 2017