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Beginn der Herbstsaison = Finale der MTBO-Saison

9.+10. MTBO-AC in Welten bei Fehring (Stmk)

 

Am ersten vollen September-Wochenende startete die ÖFOL-Herbstsaison mit der Staats-Meisterschaft über die MTBO-Mitteldistanz.

Kurios ist die Anmerkung, daß der Start der OL-Herbstsaison, zugleich auch das Finale der nationalen MTBO-Saison bedeutete. Schade; – Leider viel zu früh!

Eine zusätzliche AC-Station im Herbst wäre natürlich wünschenswert gewesen! (und im nahen Ausland auch möglich > siehe Schlussnote)

 

Der HSV Feldbach unter der Leitung von Johann LUTTENBERGER und seinem Co. Alois Fuchs, waren die Organisatoren dieses vorbereitungsintensiven MTBO-Events.

Bereits im Frühjahr 2017 gab es hier im Vulkanland der Südoststeiermark zwei AC-Bewerbe (ebenfalls Ö-StMS Middle) und bereits damals konnte man feststellen, daß die Gegend sehr stark kupiert ist. Bis zum 3-Ländereck AUT-HUN-SLOW waren es übrigens keine 5km mehr; das österr. Bundesheer, – das in dieser Grenzregion präsent ist – war ein stark unterstützender Partner dieser Veranstaltung!

 

Bereits vor zwei Jahren – kurz nach den damaligen ACs – begann Kartenzeichner und Kartenhersteller Rudi SCHWARZ, mit der Aufnahme der neuen Karte: „Aschbuch-Mühlgraben“, die heuer verwendet werden durfte. Ca. 15km² groß war die heuer verwendete Karte; und vor allem bei der Langdistanz in der Elitekategorie wurde auch das gesamte Areal ausgenutzt. Zusammen mit Karl THIER wurden die Bahnen gelegt und in monatelanger Arbeit mit dem TD Michael Melcher immer wieder verbessert, um das Optimale herausholen zu können.

Dies war im Anbetracht der enormen zu erwartenden Höhenmeter keine leichte Aufgabe gewesen.

War es einfach, eine selektive Elitestrecke zu planen, so war es enorm schwierig, möglichst einfache oder höhenmeterfreie kurze Bahnen zu erstellen! Höhenmeter konnten natürlich nicht „weggespart“ werden, aber sie konnten einigermaßen fahrbar gestaltet und geplant werden.

Es gab alle 5 Wochenenden vor diesem Event stets trockenes Terrain bei nahezu 30Grad, doch am Wettkampfwochenende schlug das Wetter um und es war durchwegs nass und feucht. Gerade zur Nullzeit der samstägigen Mitteldistanz-MS, setzte auch ein heftiger Sommerregen ein, der das Terrain sehr glitschig machte. Dadurch wurden die Siegerzeiten um etliche Minuten nach oben gedrückt. Dennoch blieben die Fahrzeiten der Teilnehmer im Rahmen, da die Bahnlängen ursprünglich an den „Mindeststreckenlängen“ orientiert wurden.

 

Für die Mitteldistanz wurde der möglichst „harmloseste, flachste und fahrbarste“ Kartenteil ausgesucht. Dennoch erwies sich das Terrain aufgrund der vorhergehenden Regenfälle als schwieriger fahrbar als erwartet.

Gerade im Start- und auch im Schlussteil gab es einige steilere und fahrtechnisch anspruchsvolle Downhills, die von den Teilnehmern vollste Konzentration erforderte. Kurze, selektive Posten im Startteil, sollten gleich auf den ersten 500m, die „Spreu vom Weizen trennen“!

Einige FahrerInnen waren darauf nicht vorbereitet und machten gleich zum Posten 1 mehrere Minuten Fehler, die auf dieser Strecke kaum mehr aufholbar waren. Das typische an dieser ÖMS-Middle war, daß es auf keiner Bahn größeren „Leerlauf“ gab, sondern fast bei jedem Posten mind. 2 selektive Routenwahlen zur Auswahl standen. D.h., wer einmal den ominösen „Faden verlor“, konnte nur mehr schwer in den „Flow“ zurückfinden. Wer also die beste Strategie von Anfang bis zum Ende fand und auch durchzog, der konnte sich schliesslich auf dem Podium wieder finden.

 

Die Herren Elite hatten 11,3km Luftlinie mit ca.18km Idealroute bei 475Hm zu absolvieren.

Kevin HASELSBERGER (NF Villach) machte in Summe die wenigsten Fehler und holte sich somit, – nach seinem Staats-MS-Titel im Sprint – auch den Titel über die Mitteldistanz. Seine Zeit von 72:57 war um knapp 2min17sec besser als die vom zweitplatzierten Tobias BREITSCHÄDL (ASKÖ Henndorf).

Dritter wurde, mit über 10min Rückstand, Florian EXLER (OLT Transdanubien), der damit von der Aufgabe des Führenden Andreas WALDMANN profitierte. Nach ca. 2/3 der Strecke stürzte Andreas in einer Abfahrt und verbog sich den Lenker und konnte leider nicht mehr weiterfahren. Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits 2 ½ min Vorsprung auf Kevin herausgefahren!

 

Die Damen hatten 9,0km (14,5km Idealroute) mit 375Hm zurückzulegen. Auch hier ging der Staatsmeistertitel nach Kärnten. Marina REINER (NF Villach) fuhr Tagesbestzeit in 72:38, vor der Ungarin Anna FÜZY (74:20). Michaela GIGON (OLT Transdanubien) wurde mit ca. 31/4min Rückstand  Vizemeisterin. Die Bronzemedaillie ging diesmal an die beste Juniorin Lea HNILICA (OLT Transdanubien), die jedoch schon fast 10min Rückstand hatte.

 

Insgesamt waren an die 130 Teilnehmer, vorwiegend aus Österreich, Ungarn und Slowenien am Start. Erfreulich war, daß fast alle Meisterschaftskategorien auch wirklich gewertet werden konnten. Auch gab es keinerlei Proteste oder Regelverstöße, sodaß dieses MTBO-Finale reibungsfrei über die Bühne ging. MTBO-Referent Thomas Wieser kann somit zufrieden auf diese MTBO-Saison zurückblicken.

Obwohl es für das kommende Jahr 2020 bereits einige Veranstaltungszusagen gibt, wird immer noch der eine oder andere Organisator eines AC-Bewerbes 2020 gesucht; damit nicht zu viele Bewerbe ins Ausland verlegt werden müssen.

 

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Auch in der Nacht von Samstag auf Sonntag gab es intensiven Regen, sodaß man für den sonntägigen Langdistanzbewerb schon grosse Fahrzeitüberschreitungen befürchten mußte.

Glücklicherweise trat dieser Umstand nicht so massiv ein, obwohl es sehr viele Fahrkilometer für alle Klassen, außer den „H+D-kurz-Klassen“ gab.

Beim AC-Finale gab es diesmal also die längsten Strecken der ganzen Saison zurückzulegen; dennoch waren fast alle Starter sehr zufrieden mit den ausgewogenen durchwegs fahrbaren Routen.

Ultralange Routenwahlen quer durch, oder rund um alle Gräben charakterisierten diesen Event. Auch konnte man lange Strecken über Asfaltstraßen gut ausweichen, was sich an diesem Tag durchaus als sehr kraftsparend erwies. Kräfte benötigte man noch zum Schluß, ging es da doch noch mal einen steilen Hang 40HM direkt – teilweise schiebend – hinauf.

Viele unterschiedlich gewählte Routenwahlen und kaum ein Fahrer, der alle RWs ideal traf, zeigen deutlich, daß sich die Tüftelei vom Bahnleger und TD ausgezahlt hat. Fast sämtliche entscheidenden Strecken wurden überdies vom OK-Team und TD getestet.

 

Dichte Bewölkung sorgte dafür, daß es an diesem Tag nicht zu heiß wurde.

Wie „zum Hohn“ hörte unmittelbar nach dem sonntägigen Bewerb das schlechte Wetter auf und die Siegerehrung konnte bei strahlendem Sonnenschein absolviert werden.

 

Wie tags zuvor konnte auch am Sonntag Kevin HASELSBERGER die 19,8km lange (33km ideal) mit 700HM gespickte Elite-Strecke in 100:46min für sich entscheiden.

Weniger als 1min zurück kam Andreas WALDMANN als 2.ter in 101:41 ins Ziel. Der dritte Platz ging diesmal an Tobias BREITSCHÄDL in 110:58.

Auch in der Damen-Elite-Klasse ging das Rennen fast so wie am Samstag aus. Marina REINER siegte auch auf der 15,8km (Luft)- 26,5km (Ideal) + 650Hm Langdistanz-Strecke in 100:21min; Michaela GIGON holte sich Platz 2 [105:41] und Anna FÜZY (HUN) belegte Rang 3 in der Tageswertung [111:19]. Dritte in der AC-Wertung wurde Jugendfahrerin Jana HNILICA (Start mit Genehmigung der MTBO-Kommission), die sich mit schwierigen Strecken bestmöglich auf die bevorstehende Jugend-EM in Deutschland vorzubereiten versucht!

 

von Michael Melcher in Alle News Austria Cup Mountainbike-OL MTBO

15. September 2019

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