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20. Dezember

20. Dezember
20. Dezember

Wer heute das Fenster des ÖFOL Adventkalenders öffnet, blickt direkt in eine OL-Szenerie, die heuer bei den Sport Austria Finals für Emotionen sorgte und seit 42 Jahren die Sprinter*innen begeistert: Hier wird die Geschichte der OL-Karte Graz-Innenstadt erzählt!

Und da geht es zunächst einmal um eine Vereinsgründung: Vor über 40 Jahren (genau genommen im Jahr 1980) wurde der OLC Graz von vier Studenten auf der Fahrt zum Schweizer 5-Tage-OL gegründet. Eines der ersten Projekte des neuen Vereins war die Erstellung der OL-Karte „Graz – Innere Stadt“.

Graz Innere Stadt 1980
Herwig Proske, heute Präsident des STOLV, erinnert sich:

Meine Kartenzeichnertätigkeit hatte im Jahr 1978 in Schielleiten begonnen, wo Walter Pötsch und ich unter der Anleitung von Klaus Chudoba die erste große Karte der Wälder im Bereich des Bundessportzentrums Schielleiten aufnahmen.

Von der Graz-Karte gab es bereits eine Rohversion, an der u.a. Volkmar Pötsch vom Leibnitzer AC beteiligt war. Es fehlten aber wesentliche Bereiche, vor allem der Schloßberg und die Details in den Parkanlagen.

Die Geländeaufnahme dieser ersten Karte der Grazer Innenstadt erfolgte im Frühsommer 1980. Die große Herausforderung war natürlich die Geländeaufnahme am Schlossberg, vor allem in den Felsformationen am sehr steilen Ostabhang.

Die Zeichnung der Farbauszüge wurde von Volkmar Pötsch übernommen und die Karte konnte dann mit den vom Leibnitzer AC für den Alpencup 1980 erstellten Karten mitgedruckt werden.

Der erste Wettkampf, der auf der Karte „Graz – Innere Stadt“ vom OLC Graz veranstaltet wurde, war die Steirische Nacht-Meisterschaft am 13. September 1980. Franz und Marianne Hartinger sicherten sich bei strömendem Regen die Titel.

Im Rahmen der schwedischen P.O. Bengtsson-Tour stand im Herbst 1980 eine Tournee mit zwei Reisebussen mit mehr oder weniger aufwändig organisierten Trainingswettkämpfen in verschiedenen Ländern Europas am Programm.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bestanden sowohl aus absoluten Spitzenläufern als auch aus Hobbyläufern unterschiedlichen Alters. Neben Schweden, die naturgemäß das Gros der Teilnehmer stellten, nahmen auch Finnen, Norweger und Engländer an der Tour teil.

Michael Wendler hatte die Idee, auch in Graz einen derartigen Wettkampf anzubieten und die schwedischen Läuferinnen und Läufer in die Steiermark einzuladen.

Der Leibnitzer AC, insbesondere Sepp Hartinger, leistete wertvolle Unterstützung bei der Kontaktanbahnung und in weiterer Folge bei der Organisation des Wettkampfs.

Der Lauf in Graz war groß aufgezogen und sollte eine echte Werbeveranstaltung für unseren Sport und den neuen Grazer Verein sein. Neben den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der P.O Bengtsson – Tour waren auch einige wenige Österreicher am Start.

Start und Ziel befanden sich am Grazer Hauptplatz. Stadt-OL war 1980 noch eine absolute Ausnahme, es handelte sich auch nicht um einen Sprint, sondern um durchaus herausfordernde Strecken.

Die längste Strecke war 5,8 km lang, die Siegerzeit von Kjell Lauri, Staffel-Weltmeister von 1979, betrug knapp 45 Minuten. Daneben gab es noch eine mittlere und eine kurze Strecke.

Das Presseecho war mehr als beachtlich, wie ein Artikel der Kleinen Zeitung vom 9. November 1980 beweist.

Artikel PO Bengtsson Tour 1980

Am folgenden Tag fand dann noch ein vom Leibnitzer AC veranstalteter Wettkampf in Leibnitz statt.

Ein weiteres Mal war die Grazer Altstadt dann übrigens im Jahr 1992 Schauplatz einer Station der P.O. Bengtsson Tour.

Historische Karte Graz Innenstadt 1980

in Verbandsmitteilungen

20. Dezember 2022