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Silber für Andreas Waldmann bei der JWMTBOC

Der Sprint fand direkt in der Kleinstadt Tapa ca. 30 km westlich des Zentralortes Rakvere statt. Der Bewerb war quasi zweigeteilt: die erste Hälfte teilweise militärisches Übungsgebiet und Skilanglaufzentrum, der zweite Teil mitten durch die Innenstadt  (Wohngebiet mit vielen kleinen Details). Es war eine orientierungstechnische Herausforderung, kombiniert mit fahrerischem Geschick und Mut zum Highspeed in der Stadt [normaler Straßenverkehr! in einer 30km/h-Zone].

Der entscheidende Streckenteil – gleich zu Beginn – führte über breit angelegte Ski-Langlaufloipen (im Winter) mit unzähligen Schleifen und Querverbindungen. Das Querfahren ist in Estland übrigens überall erlaubt!

Andreas WALDMANN fuhr ein fulminantes aber auch stets beherrschtes Rennen, wußte in den schwierigen Passagen richtig zu dosieren (tw. Feinorientieren wie beim Fuß-OL), um danach wieder richtig Gas zu geben. Am Abend bei der offiziellen Siegerehrung stand er schließlich als Zweiter und Junioren-Vizeweltmeister am Podest.

Das Rennen selber – ca. sechs Stunden zuvor – hatte er zunächst mit der viertbesten Zeit beendet, doch Rennkommissäre, die in einem eingezeichneten Sperrgebiet postiert waren (Wohnsiedlung mit Spielplatz), notierten etliche FahrerInnen, die durch dieses verbotene Gebiet (ca. 30 m) zwischen 2 Häuser durchfuhren. Die Jury tagte bis kurz vor der Siegerehrung am Abend, doch dann stand es unumstößlich fest: Die ursprünglich zweit- und drittplatzierten Fahrer aus Tschechien und Schweden, die 14 bzw. 4 Sekunden vor Andi gelegen waren, wurden aus der Wertung genommen.

Der Sieg bei den Junioren ging mit ca. einer Minute Vorsprung an den Franzosen Cedric BEILL, der seiner Favoritenrolle gerecht wurde. Silber und somit seine erste Junioren-WM-Medaille holte Andreas WALDMANN in 18:59 für die 5,4 km (Luft) bzw. 7,9 km (optimal) lange Strecke.

Eine weitere Top-Platzierung gab es im Juniorenrennen auch für Rafael DOBNIK mit Platz 12. Beide Österreicher hatten nicht mit einer so guten Platzierung im Sprint gerechnet, da ihre Paradedisziplinen eigentlich die längeren Distanzen sind.

Auch bei den Mädchen gab es eine Top-Ten-Platzierung für Österreich. Sophie PEROUTKA schaffte – als 16-jährige – bei ihrer ersten Junioren-WM gleich beim allerersten Einsatz "mit der Kaltschnäuzigleit eines langjährigen Profis" einen tollen Einstand. In der Endwertung kam sie (ex aequo) auf Platz 10. 

Den anderen Mädchen und Burschen gelang kein so guter Lauf, es wurden zuviele kleinere Fehler gemacht, bzw. gab es auch kleinere technische Pannen, die sich im Endeffekt summierten. Fehler, die auf einer Sprintdistanz einfach zu viel sind. Bei einer WM muss man einfach riskieren, und auch auf ein wenig Glück hoffen!

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von Michael Melcher in Leistungssport MTBO

28. August 2013