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Trainingslager des MTBO-Nachwuchses in Vicenza

Die Colli Berici bei Vicenza sind ca. 300 Meter hohe, aber ziemlich steile Hügel, die mit der Südsteiermark gut vergleichbar sind; auch dort ist der Weinbau stetiger Begleiter. Vier Tage lang wurde in diesem Gebiet in einem intensiven Programm an MTB-Fertigkeiten gefeilt; neben MTBO-Trainings in den WM-Gebieten von 2011 standen auch Downhills, Fahr-Technik wie auch spielerische und soziale Aspekte im Fokus. Wichtig für die Gebietsauswahl dieses Kurses war neben idealen MTBO-Bedingungen auch, dass es so früh im Jahr (Ende März) keinen Schnee, wenig Kälte und möglichst trockene Bedingungen gab.

Dieser Lehrgang, an dem fast alle Kadermitglieder teilnahmen, war fast der Wichtigste im ganzen Jahr; für die Trainer war dies auch eine erste Sichtung, wie man trainingsmäßig über den Winter gekommen ist. Fazit: Fast alle Nachwuchsfahrerinnen und -fahrer sind bereits gut in Schuss, was die Ergebnisse beim 1. Coppa Italia zeigten. Natürlich spielt es auch eine Rolle, dass v.a. im Osten Österreichs den ganzen heurigen Winter kein Schnee lag und es auch nur wenige Tage mit großer Kälte gab – für MTBler also ein fast idealer Winter zum "Outdoor-Biken".

Der Vergleich mit Italiens Nachwuchs beim 1. Coppa Italia am 27.3. in Pozzolo di Villaga ging zugunsten des ÖFOL-Teams aus: In allen Nachwuchs-EM- und WM-Kategorien (D/H-17, D/H-20) gingen die Siege an Fahrerinnen und Fahrer aus Österreich. Den deutlichsten Sieg feierte Tobias Micko in der Kategorie H-17. Für die 11,7 km / 320 Hm benötigte Tobias nur 49’22“ und war somit über 20 Minuten schneller als die nächstfolgenden Jugendlichen. Theo Abart (H-20) schlug in seinem ersten Junioren-Jahr auf der 15,8 km langen Strecke mit 420 Hm alle Italienischen Junioren-WM-Aspiranten. Er gewann in 63’34“ mit fast sechs Minuten Vorsprung auf den Italiener Dante Osti, der bei der Junioren-WM 2015 im Sprint Platz 13 belegt hatte. Die Kategorien D-17 und D-20 wurden zusammengelegt und hatten 9,5 km / 280 Hm zurückzulegen. Es gab einen Dreifacherfolg für unser MTBO-Team: Antonella Fantoni – altersmäßig die einzige wirkliche Juniorin – gewann in 50’23“ vor Lea Hnilica (53’43“), die auch noch in der Jugend startberechtigt ist und in Europa zu den Jahrgangsbesten zählt, und Jana Hnilica (57’50“). Jana dürfte heuer sogar noch in der D-14 starten. Erwähnenswert auch der 2. Platz von Hannes Hnilica in der Kategorie H-14: Das knapp 12-jährige Talent fährt bereits mit den um zwei bis drei Jahre älteren Burschen mit und sorgt immer wieder für Erstaunen.

Auch die Trainer und Betreuer konnten sich nebenbei in die Siegerlisten eintragen; ist es doch als Coach ebenso wichtig, sich selbst ein Bild vom jeweils aktuellen Wettkampfgelände zu machen (möglichst im Wettkampftempo), um sich bei der Fehleranalyse besser in die Sportlerinnen und Sportler hineinversetzen zu können.

Italien macht – aufgrund der klimatischen Lage – im Frühjahr stets den Anfang mit seinen nationalen MTBO-Cup-Bewerben. In Ungarn beginnt üblicherweise Anfang April die nationale Renn-Saison. So auch heuer – am kommenden Wochenende (9./10.April) finden in Tatabanya (ca. 1,5 Stunden Fahrzeit von Wien) der 1. und 2. Bewerb zum MTBO-Hungaria-Cup statt – für alle Ostösterreicher eine ideale Vorbereitungsmöglichkeit auf die bevorstehenden Austria-Cup-Bewerbe.

Fotos: Tobias Micko

von Michael Melcher in Leistungssport MTBO

8. April 2016