Forum: Das ist kein vom ÖFOL betriebenes Kommunikationsforum. Die Inhalte müssen sich nicht mit der Meinung des ÖFOL Vorstandes decken

Resümee der Trainer nach Weltcup und EOC

Bisheriges Highlight ist mit Sicherheit das Diplom (6. Platz) der Herrenstaffel bei der Europameisterschaft in Tschechien. Doch auch die erbrachten persönlichen Bestleistungen spiegeln die momentane Stärke der Nationalteammitglieder wider:

  • Gernot Kerschbaumer erreichte bei der EM zweimal einen 12. Platz (Mittel und Lang)
  • Laura Ramstein erreichte mit dem 21. Platz im EM-Sprint-Finale ihr bei weitem bestes Ergebnis bei einer EM sowie im Weltcup.
  • Ursula Kadan erzielte beim Weltcup in Polen mit dem 16. Platz ihr bestes Ergebnis über eine Mitteldistanz.
  • Zweimal Platz 9 in der Mixed Sprint-Staffel (Weltcup und EM)

Die beiden Betreuer vor Ort, Nationaltrainer Åke Jönsson und Assistenztrainer Martin Binder, sehen die Entwicklungen äußerst positiv und wollen den eingeschlagenen Weg mit den Athletinnen und Athleten weitergehen. Hier ein kleiner Einblick in ihre Erlebnisse sowie die bis jetzt erlangten Erkenntnisse aus der Zusammenarbeit mit dem Team.

Über das Team:

  • Uns ist es sehr wichtig, dass wir im Team untereinander gut kommunizieren und uns gemeinsam weiterentwickeln. Wir denken beide, dass der Erfolg stark vom Teamgefüge abhängt, obwohl wir im Wettkampf Einzelsportler sind.
  • Wir können und sollten voneinander profitieren, sowohl im Training als auch bei unseren Gedanken über den Sport. Der stetige Austausch zwischen Trainern und Trainern, Trainern und Athleten, erfahrenen Athleten und jungen Athleten bringt uns sicher weiter, denn es steckt jede Menge Potential in diesem Team. Es macht Spaß mit diesem Team unterwegs zu sein. Åke Jönsson: "Ich bin schon sehr viel mit unterschiedlichen OL-Teams bei Wettkämpfen und Trainingslagern gewesen, aber diese Europameisterschaft war eine meiner schönsten Erlebnisse als Trainer."
  • Es macht sich eindeutig bemerkbar, dass viele verantwortliche Personen wie ÖFOL-Funktionäre, persönliche Athletenbetreuer, Trainer und die Athleten selbst in dieselbe Richtung steuern und erfolgreich arbeiten.

Gründe für die Erfolge bei den ersten internationalen Wettkämpfen:

  • Die Athletinnen und Athleten sind sehr fokussiert und haben meistens eine genaue Vorstellung was sie erwarten wird – sowohl im Wettkampf selbst als auch abseits beim Training und im täglichen Leben. Das ist sicher ein wichtiger Baustein, den wir als Trainer von den Athleten auch verlangen und ihnen helfen, sich noch weiter zu verbessern. Jeder Athlet tut sich leichter wenn er ein gutes Gefühl hat und positiv eingestellt ist.
  • Die Athleten arbeiten zum größten Teil hart an sich selbst. Die Konkurrenz beflügelt und jeder merkt sofort, wenn er etwas nachlässt.

Über die Möglichkeiten weiterer Erfolge – vielleicht bei der WM in Schweden:

  • Die Vorbereitungszeit bis zur WM ist noch sehr lange, da die Wettkämpfe erst Ende August stattfindet. Das bietet uns die Möglichkeit jetzt noch einmal konzentriert zu trainieren und uns auf das sehr spezielle Gelände um Strömstad richtig einzustellen. Wir werden mit dem Team noch zwei offizielle Trainingslager absolvieren, und einige der Athletinnen und Athleten werden sich durch private Initiativen noch intensiver vorbereiten. Es wird wichtig sein ein einen guten Rhythmus zu finden und den Spaß an der Sache aufrecht zu halten. Die arrivierten Athleten und Leistungsträger wissen was sie erreichen können. Wir wollen im Team aber keinen Druck aufbauen, sondern daran arbeiten, unsere Fähigkeiten, wenn es darauf ankommt, abzurufen. OL ist eigentlich ganz einfach. Es ist alles auf der Karte eingezeichnet und man muss nur konsequent sein persönliches Konzept um erfolgreich von A nach B zu kommen anwenden.

 
Momente die in Erinnerung bleiben:

  • Der Augenblick als Robi (Robert Merl) am Weg zum letzen Posten auftauchte und sensationell auf den 6. Platz stürmte. Da ich (Martin Binder) mit den beiden Damen noch in der Quarantäne verweilte und wenig vom Geschehen vom Finale der Herrenstaffel, ausgenommen der Positionskämpfe um die Medaillen, mitbekommen habe, war ich in diesem Moment schon sehr stolz, ein Teil dieses Teams zu sein. Vor allem waren wir Trainer sehr froh darüber, dass unsere taktische Veränderung bei der Reihenfolge der Läufer (Gremmel/Kerschbaumer/Merl) zum Erfolg führte.
  • Ursula Kadan, die trotz Ihrer schweren Verletzung gleich zu Beginn – große Schnittwunde im Bereich der Achillessehne – das Langdistanz-Finale bei der Europameisterschaft auf dem ausgezeichneten 30.Platz beendete.

  

von Martin Binder in Leistungssport OL

12. Juni 2016