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Abbiamo vinto!

Der Start ins „Abenteuer Palermo“ war optimal: die Fluglinie wurde verkauft, die Flüge gestrichen, das Team zerrissen und als "grande finale" lernte das Selected Team (Auswahl der besten Einzelläufer jedes Landes) die italienische Gründlichkeit kennen: Das gesamte Gepäck blieb in Zagreb.

Optimal? Natürlich, ab jetzt konnte es ja nur mehr bergauf gehen. Das Gepäck wurde nachgeliefert, die Stimmung war bestens, das österreichische Team fieberte dem Langdistanzwettkampf am ersten Tag in Ficuzza in der Nähe von Corleone, der ehemaligen "Mafiazentrale" Siziliens, entgegen.

Elena und Jannis konnten ihre perfekte O-Technik ausspielen. Die Grazerin rettete mit einem beherzten Zielsprint einen Vorsprung von zwei Sekunden vor der Slowakin Tereza Smelikova und der Schwedin Ella Olsson ins Ziel, Jannis war von der ersten Zwischenzeit an in Führung und gab diese nicht mehr ab. Zwei Slowaken mussten sich mit den restlichen Podestplätzen zufrieden geben.

Das Gelände und die Karte waren äußerst anspruchsvoll. Diffuses halboffenes Gebiet, unzählige Dornen und unwegsames Gelände mit wenigen Leitlinien forderten die Teilnehmer sowohl physisch als auch technisch. Die langjährigen Betreuer der steirischen Schulteams, Hannes Pacher und Joachim Friessnig, waren sich nach dem "coaches race" einig: "Das war der schwierigste Lauf, den wir jemals bei einer Schul–WM erlebt haben."

Einige andere österreichische Schüler konnten sich dennoch gut auf die komplexen Verhältnisse einstellen und landeten unter den Top 20:

Selected Teams:

W1: Rosa Trummer (8.), Ylvi Kastner (11.)
W2: Jana Hnilica (17.), Sofia Calvet (18.)
M1: Jakob Wolfram (14.), Flo Jandl (15.)
M2: Kilian Trummer (13.), Peter Berger (16.), Jonas Deubel (18.)

School Teams:

W1: Anna Lueger (14.)
W2: Lena Ennemoser (8.)
M1: Leo Holper (14.)

Das Selected Team W1 liegt nach dem ersten Tag in der Mannschaftswertung ganz vorne, auch die österreichischen M1 und M2 kämpfen noch um Medaillen. Bei W2 und den Schulteams scheinen die Chancen auf einen Podestplatz eher gering, aber die Mitteldistanz am Donnerstag soll wieder sehr schwierig werden. Die drei besten Zeiten jedes Teams pro Lauf werden addiert, es ist also noch alles möglich!

Der Fairnesspreis des Tages gebührt Magdalena Standhartinger, die während des Wettkampfes einen verletzten polnischen Läufer betreute und Hilfe holte. Eine wunderbare Geste, die auch die Stimmung unter den Nationen während der gesamten Veranstaltung bisher widerspiegelt.   

Am Dienstag treffen einander alle 750 Orientierungsläuferinnen und -läufer und deren Betreuerinnen und Betreuer in der Innenstadt von Palermo zum traditionellen Freundschaftslauf, bei dem sich in Dreier-Teams Läuferinnen und Läufer aus verschiedenen Nationen untereinander ein umfangreiches Postennetz aufteilen. Anders als bei unserem Mannschaftsbewerb läuft jeder mit einer eigenen SI-Card. Eine große Herausforderung aber auch ein Riesenspaß schon bei der Planung, da man zumeist die jeweils anderen beiden überhaupt nicht versteht … 
  
Der 25. April ist der "Unabhängigkeitstag" und bietet als Feiertag die seltene Chance, im gesperrten historischen Ortskern von Palermo, der sonst hoffnungslos im Straßenverkehr versinkt, zu laufen. Ein wunderbares Erlebnis, auf das wir uns schon alle freuen!

Am Mittwoch folgt der "cultural day", ein gemeinsamer Ausflug mit verschiedenen Darbietungen aller Mannschaften.

A domani da Palermo!


Links:

Website ISF-Schul-WM 2017
Ergebnisse Langdistanz

von Thomas Hnilica in OL Schulsport

25. April 2017