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MTBO Austria Cup bei Bratislava

Organisiert wurden die zwei MTBO-Wettkämpfe vom SK Vazka Bratislava in den "Kleinen Karpaten" ("Malé Karpaty") nordöstlich von Bratislava. 

Über 290 MTBOler aus mindestens 7 Nationen waren bei diesem Event dabei. In Österreich, Ungarn, Tschechien und der Slowakei zählten die Wettkämpfe auch zur jeweiligen nationalen Rangliste. Die größte MTBO-Truppe kam aus Tschechien mit ca. 170 Startern; auch 65 Österreicherinnen und Österreicher nutzten die Gelegenheit Austria-Cup-Punkte zu sammeln.

Zentralort war der Vorort Raca, im Osten der slowakischen Hauptstadt. Das Wettkampfzentrum selber befand sich in einem College-Campus.

Am Samstag, 5.9., fand ein Mitteldistanzbewerb statt. Die Distanzen waren in etwa gleich lang wie bei heimischen MTBOs, allerdings war der ganze Event auf den "Tschechischen Cup" ausgerichtet. Dass im Tschechischen MTBO-Cup – quasi die "Champions League" aller MTBO-Landescups – andere Standards gelten, konnte man dann vor allem Tags darauf bei der Langdistanz feststellen.

Die Mitteldistanz am Samstag Nachmittag war von eher einfacher Bahnlegung geprägt – umso schnelleres Fahren war angesagt; ein richtiges "High-Speed-Rennen", da auch die Höhenmeter in allen Kategorien erträglich waren. Das Hauptaugenmerk lag somit auf der fahrerischen Komponente und nicht auf der O-technischen Seite; Orientieren und Routenwahlen waren eher nebensächlich. Aufgrund trockener Verhältnisse und guter Wegebeschaffenheit konnte das Tempo permanent sehr hoch gehalten werden. Dass nicht immer alles glatt ging – wobei alles recht glimpflich ausging – konnte man im Zielbereich sehen: Es gab etliche Fahrerinnen und Fahrer mit Schürfwunden an Armen und Beinen, die von "unfreiwilligen Abstiegen" in den Abfahrten herrührten. Vor allem der Begegnungsverkehr in einigen schmalen Passagen wurde manchmal zur Herausforderung für schwächere Biker.

Die Mitteldistanz in der Kategorie H21E ging über 10,9 km (13,5 km ideal) mit 360 HM und 21 Posten. Der Tscheche Vojtech Ludvik stellte in 40:34 die Tagesbestzeit auf. Ihm am nächsten kam der Österreicher Tobias Breitschädel (ASKÖ Henndorf) in 40:55, der somit auch den AC-Bewerb gewinnen konnte. Platz 3 in der Tageswertung ging an Frantisek Bogar (Tschechien) in 41:36. Dahinter auf Platz 4 und 5 die beiden nächstfolgenden Österreicher, Kevin Haselsberger (NF Villach) in 41:58 und Andreas Waldmann (OLT Transdanubien) in 42:06.

In der D21E – 9,8 km, 340 Hm, 18 Posten – war mit Michaela Gigon nur eine Österreicherin am Start. Mit einer sauberen Fahrt konnte sie in der Tageswertung Platz 3 in 45:56 erringen. Der Sieg ging an die Tschechin Renata Paulickova (43:01) vor der Doppel-Weltmeisterin von Liberec, Martina Tichovska (Tschechien, 43:36).

Am Sonntag, 6.9., fand im gleichen Gebiet ein Langdistanzbewerb statt. Dieser Bewerb wurde als "Free-Order" (Postennetz) durchgeführt, und war zugleich auch nationale Slowakische Meisterschaft. In vielen Ländern (Ungarn, Slowakei, Tschechien) gibt es Meisterschaften im "Free-Order-Bewerb"; diese Wettkampfform ist in unseren Nachbarländern sehr beliebt. Im Rahmen eines Austria Cups gab es ein freies Postennetz zuletzt im Jahre 2007 im Raum Kitzbühel.

Diese Bewerbsform wurde von allen Startern dankend angenommen und fand durchaus positive Resonanz. Durch die selbst gewählte Postenanfahr-Reihenfolge war jeder selbst verantwortlich, wenn sein Langdistanzrennen noch ein wenig künstlich verlängert wurde und mehr als die angegebene Minimalhöhenmeteranzahl aufwies. Noch eine Besonderheit wies dieser Postennetz-Bewerb auf: Der erste und letzte Posten waren jeweils vorgegeben. Nur die H-14 und D-14 hatten einen normalen Linien-MTBO.

Ein "Free Order"-Bewerb ist eine interessante Variante, ein Gebiet, welches am Vortag bereits intensiv genutzt wurde – und das MTBO-technisch nicht so herausfordernd erscheint – nocheinmal selektiv nutzen zu können (eventuell sogar mit gleichen Posten).

Die Herren-Elite hatte bei diesem Bewerb eine Minimalstrecke von 21,4 km (ca. 26 km ideal) mit 850 Hm bei 26 Posten zu bewältigen. So wie am Vortag gewann auch an diesem Tag der Tscheche Vojtech Ludvik den World Ranking Event; er blieb als einziger unter 100 Minuten blieb (99:05). Ihm am nächsten kamen die beiden Österreicher Kevin Haselsberger in 103:14 und Andreas Waldmann in 104:06, die die Plätze 1 und 2 im 8. MTBO Austria Cup belegten. Rang 4 in der Tageswertung ging an den nächsten Tschechen, Radek Laciga, in 105:46. Den 3. Platz im AC belegte Tobias Breitschädel in 109:53 (Platz 7 in der Tageswertung).

Die Damen-Elite hatten mit 15,3 km (Luft) und ca. 20 km Minimalstrecke bei 670 Hm und 18 Posten ebenfalls eine international gängige Langdistanz zu bewältigen. Es gab exakt das gleiche Ergebnis auf dem Podest wie am Vortag: Renata Paulickova siegte in 85:47 vor Martina Tichovska in 88:52 und Michaela Gigon in 89:00.

Auch wenn dieser Bewerb – vor allem für die Seniorenkategorien – mit Höhenmetern vollgepackt war (bspw. H60-: 15 km, 550 Hm; D50-: 12,5 km, 450 Hm), so waren die Bergaufstrecken aufgrund der befestigten und oft breiten Wege wirklich fahrbar; nur wenige Passagen mussten schiebend bewältigt werden. Auch wurde manchmal von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, das Rad quer durch den Wald zu Tragen, um so legal abzukürzen.

Am kommenden Wochenende (19./20. September) geht die heimische MTBO-Saison ins Finale. GO Harzberg und OLT Transdanubien sind die Organisatoren dieses Weekends, welches an den steilen Hängen des Vöslauer Harzberges vonstatten gehen wird. Es geht um die Österreichischen Meistertitel auf der Mitteldistanz und um den AC-Gesamtsieg. In einigen Kategorien ist die MTBO-Rangliste 2015 jedoch schon entschieden, so dominant waren einige Fahrerinnen und Fahrer.

Links:

Event-Homepage des 7. & 8. MTBO-ACs mit Ergebnissen, Karten und Fotos

von Michael Melcher in Austria Cup MTBO

17. September 2015